Ulrike Tscharre

Wildhexe (06) – Das Versprechen (Lene Kaaberbøl / Ulrike Tscharre)

Titel: Wildhexe (06) – Das Versprechen / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 204 min / Buch: Lene Kaaberbøl /gelesen von: Ulrike Tscharre

wildhexe06Inhalt: Nur ganz knapp entkommen Clara und ihre Freunde einem Schwarm gefährlicher Bombardierkäfer. Der Angriff kam von Bravita Blutsschwester, die es nicht nur auf Clara, sondern auch auf deren Mutter abgesehen hat. Sie will die über viele Jahre ungenutzten Kräfte der alten Wildhexe endgültig an sich reißen. Nur so kann sie die Herrschaft über die Wilde Welt und damit über alle Tiere und die anderen Hexen erlangen. Clara setzt alles in Bewegung, um das zu verhindern. Doch gibt es überhaupt eine Möglichkeit, Blutsschwester ein für alle Mal zu besiegen?


Und da ist es auch schon: das Finale dieser Reihe. Das möchte ich -ganz unabhängig vom Inhalt- erst einmal loben. Denn inzwischen sind Reihen mit einem fixen Ende leider selten geworden, worunter sie dann Fortsetzung für Fortsetzung mehr leiden. Ich mag die “Wildhexen”-Serie sehr gerne und es ist schade, dass sie endet, aber ich bin froh, dass ihr ebenfalls solch ein Schicksal widerfährt.
Doch auch inhaltlich habe ich an “Das Verprechen” nichts auszusetzen. Die Geschichte wird spannend fortgesetzt. Wieder einmal wird nichts daraus, sich nach dem letzten Abenteuer zu erholen. Noch immer sind einige Wildhexen gefangen. Und Wildhexe Bravita verfolgt zwar das gleiche Ziel wie Clara, jagt ihm jedoch auf dem falschen Weg hinterher. So gibt es erneut einige dramatische Szenen, in denen man um Clara und den Erfolg ihrer Mission bangt. Natürlich, irgendwie verspricht man sich bei einer Reihe für junge Hörer das berühmte Happyend, doch die “Wildhexe” macht es einem ein um’s andere Mal schwer, daran noch zu glauben.
Erfreulich ist es auch, dass diese letzte Folge nochmal auf verschiedene Themen und Handlungsstränge aus vorigen Episoden zurückkommt und sie schlüssg zufammenführt. In meinen Augen ebenfalls ein Verdienst dadurch, dass die Serie ein festes Ende hat. Denn nur so kann man auf ein rundum sinniges Ende hinarbeiten.

Selbstverständlich ist als Sprecherin wieder Ulrike Tscharre am Werke und es wäre mehr als erstaunlich, wenn es in Folge 6 erstmals etwas an ihr auszusetzen geben würde. Mit vielen verschiedenen Stimmen erweckt sie die zahlreichen Figuren zum Leben und liest dabei lebendig und frisch wie eh und je. So weiß man immer genau, um wen es gerade geht. Und das kann man bei einer Reihe mit so vielen Figuren kaum genug loben.

Musikalisch präsentiert sich das Finale so wie von der Reihe gewohnt. Dieser unverwechselbare Klang wird mir noch eine Weile im Kopf bleiben. Er steht den Geschichten ganz ausgezeichnet und wirkt selbst nach sechs Folgen kein Stück abgenutzt.

Ein letztes Mal sehen wir Clara Auge in Auge mit einem Tier. Auf mich wirkt dieser gehörnte Bursche sehr friedlich und liebenswert, weswegen ich von einem harmonischen Ende der Reihe ausgegangen bin. Clara wirkt auch auf dem Cover älter und reifer als zu Beginn der Reihe.

Fazit: Ein rundum würdiges Finale einer wirklich durchgängig spannenden Reihe. Noch einmal wird es richtig dramatisch, wobei sich sämtliche Fäden der vorangegangenen Handlung schlüssig miteinander verknüpfen.

Wildhexe (05) – Das Labyrinth der Vergangenheit (Lene Kaaberbøl / Ulrike Tscharre)

Titel: Wildhexe (05) – Das Labyrinth der Vergangenheit / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 194 min / Buch: Lene Kaaberbøl / gelesen von: Ulrike Tscharre

wildhexe05Inhalt: Tante Isa ist bei dem Versuch Clara zu helfen, einem geheimnisvollen Zauber zum Opfer gefallen. Clara und ihr Freund Oscar müssen sich allein auf den Weg zu den Rabenmüttern machen, um sie um Hilfe zu bitten. Doch dann kommt alles ganz anders und es stellt sich die Frage: Wer ist Freund und wer Feind?


Claras Abenteuer als junge Wildhexe gehen in die nächste Runde. Zunächst jedoch nimmt die Geschichte sich etwas Zeit um in die Gänge zu kommen. Als Länge habe ich das jedoch nicht empfunden. Es ist für mich absolut nachvollziehbar, dass Clara nach den Ereignissen in der vorigen Episode ein wenig Ruhe. Sorgen hat sie ja noch mehr als reichlich um ihre Freunde, die nachwievor erstarrt sind. Das muss Clara natürlich ändern und nach erwähntem Anlauf, überschlagen sich die Vorfälle dann auch wieder und es geht rasant, spannend und -ja, auch hier wieder- durchaus blutig zu.
Clara muss sich auf die Spur ihrer größten Feindin begeben, was alleine schon für Spannung sorgt. Doch die Entdeckung, die sie an deren Heimatort macht, hat es nochmal zusätzlich in sich. Natürlich wird Clara wieder tatkräftig von ihren Freunden unterstürtzt. Da ist es dann umso erschreckender, dass sie sich plötzlich gar nicht mehr so sicher sein kann, wer wirklich ihr Freund ist und wer nicht.
Bei allen schrecklichen Ereignissen und Claras Erlebnissen ist sie aber doch auch weiterhin einfach ein junges Mädchen. Das trägt dazu bei, dass viele Szenen auch sehr gefühlvoll rüberkommen. So leidet man oft wirklich mit und kann sich gut in Clara hineinversetzen. So bleibt die Reihe neben dem Phantastischen doch auch nahe an ihrer Hörerschaft.

Wie schon seit eh und je in der Reihe ist als Sprecherin Ulrike Tscharre zu hören, die mich einmal mehr mit ihrer wandlungsfähigen Stimme beeindrucken konnte. Solch eine Sprecherin braucht eine solche Geschichte aber auch mit so vielen Figuren, menschliche wie auch tierische. Ab und zu ein kleiner Effekt wertet das zusätzlich auf.

Auch Musik ist wieder zu hören, die sich nahtlos in die Klänge der vorigen Episoden einreiht. Für mich klingt es immer noch irgendwie urwüchsig, was zu den Themen der Geschichte wirklich gut passt. Schließlich dreht sich vieles immer noch um die Natur und Vorgänge darin.

Das Cover ist bisher mein Favorit in der Reihe. Ich mag die regnerisch-düstere Szenerie genauso gerne wie den schönen schwarzen Raben. Diese Vögel mag ich ohnehin sehr gerne. Und von der anderen Seite blickt wieder Clara herüber.

Fazit:  Dieser Teil braucht etwas, ehe er in die Gänge kommt, dann aber geht es wieder rund und sehr spannend zu. Ich freue mich auf die weiteren Teile und bin gespannt, was Clara noch erleben wird.

Wildhexe (04) – Blutsschwester (Lene Kaaberbøl / Ulrike Tscharre)

Titel: Wildhexe (04) – Blutsschwester / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 226 min, 3 CDs / Buch: Lene Kaaberbøl / gelesen von: Ulrike Tscharre

wildhexe04Inhalt: Claras 13. Geburtstag steht bevor – ein wichtiges Datum im Leben einer Wildhexe. Sie muss eine Aufgabe bewältigen, die die wilden Tiere ihr stellen. Als dann auch noch Claras Vater verletzt wird und ihre Freundin Kahla sich feindselig benimmt, wird klar: Hier ist eine dunkle Macht am Werk, eine Macht, die stärker und böser ist als alles, was Clara bisher kennt.


Nachdem der vorige Teil in Sachen Grusel ordentlich vorgelegt hatte, war ich auf diese Fortsetzung sehr gespannt. Würde es so weitergehen? Immerhin habe ich so manche Rezension zum Vorgänger gelesen, in der sich Eltern derbe aufgeregt hatten.
Zunächst mal sah es nicht so aus. Das wichtige Thema ist hier erstmal Claras bevorstehender 13. Geburtstag, der natürlich eine aufregende Sache ist, denn zu diesem Anlass muss sie eine Aufgabe bewältigen, die ihr von den wilden Tiere gestellt wird. Das alleine ist schon aufregend und sorgt für Spannung. Hinzu kommt noch, dass Claras Eltern an diesem Datum bei Clara sein werden. Eigentlich leben sie getrennt und so herrscht eine recht angespannte Atmosphäre, die letztlich in einem bösen Unfall gipfelt.
Überrascht hat es mich, dass Clara mit der Situation recht souverän umgeht. Man spürt, dass sie -seit sie eine Wildhexe ist- erwachsener geworden ist. Das steht ihr gut und es hilft ihr, in dieser neuen Situation zurechtzukommen. So ganz schlau wird sie aus der ihr gestellten Aufgabe nicht. So kann man gut mit Clara mitknobeln, welche Herausforderung die Wilde Welt dieses Mal an die junge Wildhexe stellt. Dabei geht es auch dieses Mal ziemlich düster und und unheimlich zu, jedoch nicht in dem Maße wie im vorigen Band. Mir tut das ja etwas leid, muss ich gestehen. In jedem Falle finde ich es aber völlig in Ordnung, dass mehr und mehr deutlich wird, dass die Wilde Welt eben kein Kindergarten ist. Außerdem zieht die Story aus diesen unheimlichen Momenten auch ordentliche Spannung. Und das zumindest wird wohl jede Geschichte sein dürfen: spannend.

Einmal mehr wird die Geschichte von Ulrike Tscharre gelesen. Ihre Stimmvielfalt beeindruckt mich stets aufs Neue. Genau das braucht diese Reihe mit ihren vielen menschlichen und tierischen Figuren. Dann und wann peppt ein Effekt ihre Stimme noch auf.

Und auch ein wenig Musik wird wieder geboten. Ich finde, sie klingt wild und urwüchsig, was den Geschichten sehr gut steht. Drei CDs sind schon eine Hausnummer, da kann etwas musikalische Auflockerung nicht schaden. Immerhin ist es ein Hörbuch für Kinder / Jugendliche ab 10 Jahren. Denen wird das lange Zuhören so sicher etwas erleichtert.

Das Cover gefällt mir dieses Mal besonders gut. Ich mag diese vielen intensiven Grüntöne sehr gerne. Claras Gegenüber ist nun eine Eule, die sie ruhig und weise anschaut. Ein rundum schönes, passiges Motiv.

Fazit:  Es bleibt spannend, was die Wilde Welt noch für die junge Wildhexe in petto hat. Clara wirkt hier eine Spur erwachsener, was mich gefreut hat. Und daher finde ich es völlig in Ordnung, dass es auch recht düster und unheimlich zugeht. Hier kann man vom Anfang bis zum Ende mitknobeln und mitfiebern.

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