Unfall

Kati & Azuro (15) – Spuren im Schnee

Titel: Kati & Azuro (15) – Spuren im Schnee / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 54 min / Sprecher: Florentine Draeger, Holger Mahlich, Flemming Stein, Daniel Welbat ua

Inhalt: Ekliges Matsch-Wetter kurz vor Weihnachten in Flintrup. Kati wünscht sich sehnlichst Schnee. Cleo lieber einen neuen Detektivfall. Beide bekommen bald mehr als sie wollen. Ausgerechnet als es kalt wird und zu schneien beginnt, bleibt ein Reisebus mit 30 Passagieren kurz vor Flintrup liegen. Katis Vater nimmt zwei der im Dorf gestrandeten Kinder, Boris und Natalia, auf dem Fasanenhof auf. Doch der hochnäsige Boris nervt Kati, Cleo und seine eigene Schwester nicht nur, sondern bringt sich und die Mädchen auch in große Gefahr. Nur einer hat von Anfang an die tückischen Verwicklungen gewittert. Azuro beweist wieder nicht nur seine große Treue  sondern vor allem sein detektivisches Gespür.


Persönlich habe ich den Winter längst satt. Er dürfte sich samt Schnee, Eis und Kälte gerne verziehen. Aber ein Winterhörspiel mit ganz viel davon ist mir wohl scheinbar irgendwie durchgegangen. Und das ist durchaus bedauerlich, denn “Spuren im Schnee” hat mir wieder einmal sehr gut gefallen. Die Geschichte beginnt mit einer relativ harmlos wirkenden Entdeckung, doch nach einem Busunfall wird recht zügig klar, dass hinter dieser Entdeckung weit mehr steckt als gedacht.
Zwar hat mich der hochnäsige Boris auch genervt, doch es ist vor allem ihm zu verdanken, dass die Mädchen in dieses Abenteuer geraten. Und das hat es in sich! Es bleibt lange undurchschaubar, man kann nur hier und dort mal etwas vermuten, doch die Wahrheit bleibt vergleichsweise lange im Dunklen. Außerdem lockt einen die Geschichte anfangs gut auf eine falsche Fährte.
Und selbst als ziemlich genau feststeht, was vor sich geht, bleibt es spannend. Denn die Mädchen geraten mit Boris und seiner Schwester in eine wahrlich gefährliche und bedrohliche Situation, in der man leicht um sie bangt und für sie hofft.
So bleibt hier vom Anfang bis zum Ende keine Zeit für Langeweile.

Flemming Stein hat für Boris lange einen ausgesprochen arroganten Ton auf Lager, was ich bei ihm noch in keiner anderen seiner Rollen angetroffen habe. Es war überraschend, ihn mal so zu hören, aber er kann eindeutig auch so. Franciska Friede ist als Boris’ Schwester Natalia zu hören und lässt sie sympathisch und liebenswert klingen. Und sie bringt auch Natalias Verzweiflung später glaubhaft rüber. Christian Rudolfs Akzent dagegen konnte mich nicht immer überzeugen.

Musikalisch geht es dieses Mal wieder ruhiger zu. Hier und da setzen aber mal etwas lautere Stücke einen Akzent. Auch die Geräuschkulisse kommt wieder tadellos daher.

Auch das Covermotiv zeigt sich winterlich. Davon abgesehen finde ich es aber erheblich nichtssagender als die Cover der Vorgängerfolgen. Zumindest den Bus hätte ich mir schon gewünscht. So wirkt der Schuppen wenig rätselhaft. Da nützt auch Katis besorgter Blick in die Richtung nichts.

Fazit:  Die Geschichte beginnt eher harmlos, nimmt aber nach dem Busunfall ordentlich Fahrt auf. Von da an ist es bis zum Ende durchgehend spannend.

Mord in Serie (21) – Im Visier der Rache

Titel: Mord in Serie (21) – Im Visier der Rache / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 68 min / Sprecher: Katrin Heß, Kerstin Draeger, Thomas Balou Martin, Traudel Sperber ua

mis21Inhalt: Texas, USA. Die deutsche Auswanderin Susanne Bender betreibt hier mit ihrem Mann eine gut laufende Abtreibungsklinik, die sie zur Zielscheibe religiöser Fanatiker macht. Auf dem Wochenmarkt erhält sie einen Anruf. Am anderen Ende ist ein unbekannter Mann, der sie durch das Visier eines Scharfschützengewehrs beobachtet. Ein falsches Wort von ihr und er drückt ab! Schnell wird Susanne klar, dass hier nicht nur ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht!


Diese Folge stellt einen direkt zu Beginn vor eine Frage. Wieso wird Susanne Bender und ihre Klinik derart angefeindet? Somit packt einen die Geschichte gleich zu Anfang. Kaum ist diese Frage beantwortet, geht es gleich weiter rund. Alleine schon das Geschehen während des Telefonats zwischen Susanne Bender und dem Scharfschützen ist ausgesprochen spannend und bietet einen erfreulich  erbarmungslosen Täter. Gleichzeitig darf man sich fragen, wer es ist und wieso er so etwas tut.
Auch auf diese Fragen bekommt man nach und nach Antworten, gleichzeitig tun sich aber neue Blickwinkel auf gewisse Geschehnisse in der Vergangenheit auf. Zur Ruhe kommt man bei dieser Folge garantiert nicht. Kaum hat sich ein Teil aufgeklärt, überrascht die nachfolgende Szene mit der nächsten Wendung.
Für Tempo sorgt dabei der Ablauf in Echtzeit. Ich hatte zunächst gewisse Bedenken dabei, denn eigentlich werden mir zB längere Telefonszenen uÄ schnell langweilig. Hier war das nicht eine Sekunde lang der Fall, und das Telefonat zwischen Susanne Bender und dem Täter dauert tatsächlich geraume Zeit. Wirklich beeindruckend in Szene gesetzt.
Und ja, wie “Im Visier der Rache” beweist, kann man Hörspiele wirklich so gestalten, dass selbst ich einen Erzähler nicht vermisse und trotzdem bei der Handlung durchsteige.

Thomas Balou Martin hat mir hier besonders gut gefallen. Mit seiner markanten, tiefen Stimme lässt er Luke Austin ausgesprochen bedrohlich klingen. Dieser Stimme hört man vom ersten Satz an gebannt zu.  Susanne Bender wird von Kerstin Draeger gesprochen, die die verschiedenen Gefühlslagen dieser Figur glaubhaft an den Hörer bringt. Als Emilia Bender ist Katrin Heß zu hören. Ihre klare Mädchenstimme passt gut zu dem Teenager. Später versteht genau diese Stimme es aber auch, verzweifelt und panisch rüberzukommen.

Musikalisch ist in dieser Folge wenig zu holen, was mich aber überhaupt nicht gestört hat. Ich konzentriere mich meist so sehr auf die Handlung und die Dialoge, dass ich Musik überhöre. Die Folge lebt von ihrer Geräuschkulisse, von der sie auch ihre Lebendigkeit erhält. Egal zu welcher Szene, die Geräusche machen einem sofort klar, wo die Figuren sich gerade aufhalten und was um sie herum geschieht. Als stehe man direkt neben ihnen. Top!
Ach übrigens: ich mag Countrymusik! Mir gefällt der Bonussong…

Der eindringliche Blick des Mannes und die düstere Gestaltung der Covers machen einem auf Anhiebklar, dass man von diesem Hörspiel viel Spannung und wenig Gutes zu erwarten hat. Auch eine Frau mit einem Handy am Ohr ist zu sehen, womit zwei wesentliche Elemente vertreten sind, ohne viel zu verraten.

Fazit:  Eine von Anfang bis zum Ende atemlos spannende und rasante Geschichte, die einem im Minutentakt neue Rätsel aufgibt und mit neuen Tatsachen überrascht. Meine absolute Empfehlung!

Klammroth (Isa Grimm)

klammroth

Seit Jahren ist der uralte Tunnel stillgelegt. Doch etwas geht um in den Tiefen des Berges. Kinderstimmen wispern im Dunkel, und etwas regt sich in den Schatten.
Einst war Klammroth ein stiller Weinort am Fluss – bis eine Katastrophe die Idylle zerstörte.  Dutzende Kinder starben bei einem verheerenden Unfall im Tunnel, viele weitere wurden entstellt. Nun, sechzehn Jahre später, kehrt eine der Überlebenden nach Klammroth zurück: Anais hat die Qualen des Feuers noch nicht überwunden, als ihr Vater sie zu sich ruft. Etwas Unerklärliches erscheint des Nachts vor den Fenstern. Gespenstisches geschieht – und jemand fordert neue Opfer.
Der Tunnel hat Anais nicht vergessen.

 

Als ich mit “Klammroth” begann, hatte ich bereits viele Vorschusslorbeeren auf das Buch gelesen. Außerdem klang der Klappentext ganz interessant und vielversprechend. Daher war ich neugierig auf die Geschichte.
Mit Anais wurde ich anfangs allerdings kaum warm. Ich habe wirklich nichts gegen leicht schrullige oder auch extrem angelegte Figuren, aber ihre “Werbung” für ihr neues Buch hat mich doch den Kopf schütteln lassen. Und so richtig schlau wurde ich aus ihr ebenfalls nicht. Das legte sich dann zumindest ein wenig als sie mit ihrer Tochter Lilly auf dem Weg nach Klammroth ist. Als ganz normale Mutter eines Teenangermädchen gefiel sie mir zwar schon bedeutend besser, aber so wirklich überzeugt hat sie mich auch zu diesem Zeitpunkt nicht. Denn hier erfährt man erstmals mehr oder weniger genau, was vor 16 Jahren in Klammroth geschah, welche Querelen zwischen ihrer verstorbenen Stiefmutter und ihrem Vater bestehen, und wieso Anais eigentlich gar nicht zurück in das Dorf möchte. Ganz ehrlich: sich schuldig fühlen, nur weil man vor 16 Jahren Glück hatte? Für mich ist das Schicksal, so schlimm es für die übrigen Menschen auch ist, die damals nicht überlebten.
Trotzdem war ich gespannt, was Anais in Klammroth erwartete. Immerhin verspricht der Klappentext gruseliges Geschehen, und für sowas bin ich immer zu haben. Das Dorf wird schön anschaulich beschrieben und da es in den paar Tagen, in denen Anias dort ist, quasi im Regen halb ertrinkt, habe ich stets ein sehr finsteres Bild dieses recht einsam gelegenen Ortes vor Augen gehabt. Ideal für eine Geschichte mit schaurigem Geschehen also. Zudem wird um den Tunnel gewissermaßen nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen, was natürlich erst recht neugierig macht. Insbesondere von diesem Tunnel hatte ich mir viel versprochen!
Doch dann plätscherte die Story nur noch so vor sich hin. Nicht uninteressant zwar, vor allem hinsichtlich Anais und ihrer Beziehung zu Vater und Stiefmutter, aber  wirklich spannend wurde es nur gelegentlich mal für ein paar Seiten. Sicher, ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie das alles zusammenhängt und was es mit dem Tunnel auf sich hat, aber ich kann nicht behaupten, dass ich mich gebannt durch das Buch gelesen habe. Dafür bekommt man halt auch zu viele Dinge an die Hand: Ereignisse aus Anais Kindheit, seltsame Dorfbewohner, ein zwielichter Klinikchef, Anais in sich gekehrter Vater, eine junge verstümmelte Frau, die in purem Elend lebt, die Erbschaftsangelegenheit, Anais unsichere Beziehung zu ihrer Tochter, ein Bezug in die Nazizeit, was ich bekanntlich gar nicht mag und und und. Das war mir alles zu viel um noch spannend zu sein.
Besonders schade fand ich es, dass von Grusel nicht mal ansatzweise etwas zu spüren war. Ein finsterer Tunnel, Kinderstimmen, schemenhafte Bewegungen, kühl Luftzüge…an Handwerkszeug ist ehrlich alles vorhanden, aber es wird nichts Schauriges daraus gemacht. Für mein Empfinden jedenfalls nicht, und das hat mich sehr enttäuscht. Ich kann mich an gerade mal zwei Szenen erinnern, die mir immerhin eine leichte Gänsehaut bereitet haben. Doch mit dem Tunnel haben sie beide so direkt nichts zu tun.
Immerhin hat die Auflösung genau meinen Geschmack getroffen. Solche Wendungen mag ich sehr gerne. Alleine die Vorstellung, dass der menschliche Verstand so etwas zustande bringe, begeistert mich immer wieder. Zugegeben, vielleicht auf etwas kranke Art. Kann sein. In Summe konnte mich aber auch dieser Abschluss nicht von “Klammroth” überzeugen. Leider. Ich hatte mir so viel davon versprochen!

Ich habe mich schwer getan mit “Klammroth” und manchen Abend überlegt, erstmal eine Pause mit dem Buch einzulegen. Dabei ist es keineswegs schlecht geschrieben. Wenn ich mich aufgerafft hatte, doch weiterzulesen, dann kam ich auch zügig voran. Aber das rettet einen schwachen Inhalt einer Geschichte halt auch nicht.

Das Cover gefällt mir. Die einsame Schattengestalt inmitten des feurig lodernden Tunnelbogen, das passt gut zur Geschichte. Und sicher ist das Buch auch ein feiner Blickfang im Regal der Buchhandlungen.

Fazit:   Mich hat “Klammroth” leider enttäuscht. Eine ziemlich überladene Story, wodurch bei mir Spannung nur selten mal aufkam. Dass ich mich frage, wie gewisse Elemente einer Geschichte zusammenhängen, fällt für mich noch nicht unter “Spannung”. Und hier sind es so viele, dass man leicht aufgeben möchte. Am bedauerlichsten fand ich es aber, dass “Klammroth” vom Klappentext her so schön gruselig klingt, dass es auch alles dafür nötige “Handwerkszeug” dafür mitbringt, aber letztlich nichts Schauriges daraus macht.

 


Titel: Klammroth
Autor: Isa Grimm
Seiten: 336
Verlag: Lübbe Verlag
ISBN: 978-3785761076
Preis: € 14,99 (HC)

Die Earlam Chroniken S.01 E.08 – 1 – Serpent Island

Titel: Die Earlam Chroniken S.01 E.08 – 1 – Serpent Island / Verlag: Idependent Standard / Spielzeit: ca. 54 min  / Sprecher: Simon Jäger, Felix Würgler, Martin Wehrmann, Rob Green ua

earlam01801Inhalt: Der spannende Hörspiel Krimi im alten London um 1930: Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen und großem Medienandrang beginnt der Prozess gegen Harvey Quint. Doch das Verfahren wirft mehr Fragen auf als es beantwortet. Gibt es einen Maulwurf bei Scotland Yard? Während Quint beharrlich die Aussage verweigert, versucht Ethan weiterhin Pauls Unfall aufzuklären. Doch sind die Earlams und ihre Freunde wirklich außer Gefahr? Als der Prozess eine dramatische Wendung nimmt, scheint eine Antwort auf diese Frage in weite Ferne zu rücken.


Die achte Episode der Earlam-Familienchronik kommt gleich als Zweiteiler daher. Ich muss sagen, da hatte ich wirklich Großes erwartet.
Die Geschichte hier dreht sich im Wesentlichen um zwei Punkte: endlich steht der Prozess von Harvey Quint an. Darauf hatte ich mich gefreut. Einerseits, weil ich hoffte, er würde noch etwas Licht ins Dunkel bringen, andererseits aber auch, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass er ohne Zwischenfälle ablaufen würde. Stattdessen wirft er aber nur noch mehr Fragen auf, wobei er sich schon ganz schön hinzieht. Das hätte man für mich gerne kürzer fassen dürfen. So kommt es erst recht spät zum dramatischen Eklat, der einen dann wieder aufrüttelt.
Parallel dazu begleitet man Ethan bei seinen Nachforschungen um den Unfall. Ich muss gestehen, dass ich diesen Teil der Geschichte spannender fand als den ersten Teil des Parts um den Prozess. Man ahnt schnell, dass Ethan eine böse Entdeckung machen wird und ich habe wirklich darauf hingefiebert zu erfahren, was er herausfindet. Ich bin halt doch mehr ein Krimi-Fan als einer von dramatisch verlaufenden Prozessen, und dieser Teil der Geschichte hatte für mich echte Krimi-Qualität. Im zweiten Teil der Folge hätte ich gerne mehr davon!

Bei den Sprechern geht es weiterhin gemischt zu. Profis sind genauso zu hören wie unbekanntere Stimmen. Als Könner mischen natürlich wieder Klaus-Dieter Klebsch und Simon Jäger mit, die ihre Rollen mit Bravour meistern. Das erwartet man von den beiden aber auch gar nicht anders. Ich finde aber, dass auch die weniger prominenten Sprecher hier wirklich einen sehr guten Job machen! Mir fällt niemand ein, der mir irgendwie negativ aufgefallen wäre. Zudem hinterlässt das Hörspiel durch diese Stimmen einen herrlich frischen Eindruck.

Musikalisch ist die Folge einmal mehr wirklich hörenswert. Die eingesetzten Stücke bringen gut das Flair der 30er-Jahre rüber, wissen aber auch der Spannung auf die Sprünge zu helfen. So klingt “Serpent Island” richtig schön nach klassischem Krimi, was mir wieder prima gefallen hat.

Das Cover zeigt Serpent Island, was natürlich gut zum Titel passt.

Fazit:  Den Teil um die Gerichtsverhandlung hätte man für mich ruhig etwas kürzer fassen dürfen, aber immerhin endet er schön dramatisch und überraschend. Dagegen haben mir Ethans Nachforschungen durchweg richtig gut gefallen. Das ist Krimi für mich.

Kati & Azuro (07) – Der stumme Zeuge

Titel: Kati & Azuro (07) – Der stumme Zeuge / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 47 min / Sprecher: Carolin von der Groeben, Nina Mölleken, Lutz Reichert, Ingo Heise ua

azuro07Inhalt: Ein schwerer Unfall, widersprüchliche Zeugenaussagen, ein nächtlicher Einbruch und ein Fall von Körperverletzung. Kommissar Bierlein hat im sonst so beschaulichen Dorf Flintrup alle Hände voll zu tun. Normalerweise kann er in solchen Zeiten mit der Unterstützung der verflixten, feurigen, fantastischen Füchse rechnen, doch Kati ist gesundheitlich stark angeschlagen und muss das Bett hüten. Also macht sich Cleo mit ihrer Freundin Marie an die Detektivarbeit. Doch sowohl die beiden Mädchen, als auch der Kommissar, übersehen völlig: ein stummer Zeuge versucht verzweifelt sie alle zu warnen.


Nach dem Titellied überrascht diese siebte Folge der Reihe vor allem damit, dass sie nicht bei Kati und Cleo auf dem Pferdehof spielt. Das ist ungewöhnlich für einen Anfang von “Kati und Azuro” und ich habe darüber sehr gestaunt. Ziemlich schnell stellt sich dann aber heraus, dass Kati doch bei dieser Anfangsszene dabei ist. Leider nicht gerade bei bester Gesundheit.
Das bleibt auch während der folgenden Geschichte so. Kati ist stark angeschlagen und muss das Bett hüten. So schlägt Cleos große Stunde, die sich ja ohnehin für eine geniale Detektivin hält. Ihr zur Seite steht Freundin Marie, die ihr dabei unter die Arme greifen darf. Etwas sonderbar fand ich das schon. Bisher waren Cleo und Kati ein detektivisches Gespann. Wieso muss man jetzt beweisen, dass Cleo auch alleine Licht ins Dunkel dieses neuen Falles bringen kann?
Wie dem auch sei, als krimimäßig etwas versierter Hörer ahnt man recht schnell, wohin der Hase läuft. Ich denke aber mal, dass die jungen Hörer das nicht so schnell raushaben. Da dürfte das Geschehen schon für Spannung und die Auflösung für eine Überraschung sorgen.
Obwohl Azuro mitmischt, hat mir bei dieser Episode das Reiterhofflair gefehlt. Ich hoffe, Kati ist bei der nächsten Folge wieder auf dem Damm, sodass sie mit Cleo wieder ausreiten kann. Das ist sicher nichts Großes, aber wenn es plötzlich fehlt, dann vermisst man es doch.

Carolin von der Groeben gelingt es gut, Katis Zustand glaubhaft rüberzubringen. Kati tat mir wirklich leid mit ihrer Gehirnerschütterung und der Übelkeit. Nina Mölleken klingt munter und energisch wie eh und je. Und ich kann es nicht oft genug sagen: sie hat sich als Sprecherin ordentlich gemausert seit der ersten Folge! Johann Malik kehrt mir etwas zu deutlich heraus, dass man seiner Figur nicht wirklich trauen kann.

Musikalisch hält sich diese Folge zurück. Aber mit der kranken Kati ist halt auch nicht allzu viel Schwung in der Handlung. Da passt die ruhigere Untermalung ganz gut.

Auf dem Cover verrät bereits der Krankenwagen, dass sich in der Geschichte Dramatisches tut. Das macht schnell neugierig. Man fragt sich unweigerlich, wer da gerade in den Krankenwagen geschoben wird.

Fazit:   Für mich war der Fall zu durchschaubar. Allerdings gehe ich davon aus, dass die jungen Hörer ihm durchaus mit Spannung folgen und von der Auflösung überrascht sein werden. Abgesehen davon kam es mir ein bisschen so vor als wolle man mit der Geschichte speziell Cleos Fähigkeiten als Detektiv ordentlich hervorheben. Das wundert mich, denn sie und Kati funktionieren gemeinsam immer am besten.

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