Untote

ContamiNationZ (02) – Gejagt

Titel: ContamiNationZ (02) – Gejagt / Verlag: Contendo Media, Audionarchie, Pandora’s Play / Spielzeit: ca. 56 min / Sprecher: Katja König, Nientje Schwabe, Horst Kurth, René Dawn-Claude ua

Inhalt: Das Dorf der Überlebenden war gefallen. Gnadenlos gejagt, hetzen Anna und Jan durch den Wald, das Grauen an ihre Fersen geheftet. Verzweifelt muss Jan mit ansehen, wie seine infizierte Freundin immer schwächer wird. Als seine Hoffnung auf Rettung vergebens scheint, stellt sich unerwartet Hilfe ein. Doch kann er den Fremden trauen? Der Wettlauf mit dem Tod hat begonnen. Die Welt der Lebenden war vergangen. Die Toten hatten sich erhoben und sie in den Abgrund gestürzt. Die wenigen Überlebenden müssen sich nun dem Grauen stellen.


Mit Folge 2 begleiten wir Jan und Anna weiter auf ihrer Flucht vor den Untoten. Genau daraus zieht dieser Teil in der ersten Hälfte seine Spannung. Werden sie es in Sicherheit schaffen? Wird Anna den verhängnisvollen Biss überleben? Speziell mit Letzterem hat mich die Geschichte gut bei Laune gehalten. Jan und vor allem Anna taten mir schon sehr leid und ich habe -trotz eines leisen, aber ehrlichen Stimmchens im Hinterkopf- so sehr für sie gehofft.
In der zweiten Hälfte kommen noch neue Bekanntschaften hinzu, die die beiden unerwartet machen als sie sich gegen eine Schar Untoter verteidigen müssen. So ehrlich die drei Fremden auch wirken, so ganz sicher war ich mir da erstmal nicht. Das soll auch so sein, dass man zweifelt! Man kann in der Welt von Jan und Anna schließlich nicht jedem sofort trauen. Und das sorgt natürlich auch nochmal für zusätzliche Spannung.
Ich haber sehr gehofft, dass man den Dreien trauen kann, denn sie machen den Eindruck als würden sie sich deutlich besser in der neuen Welt und mit den Kadavern auskennen, und Jan und Anna machen klar den Eindruck als könnten sie kundige Hilfe brauchen.

Mit drei neuen Figuren sind natürlich auch neue Sprecher mit dabei. Nientje Schwabe vermittelt einem auf Anhieb den Eindruck einer Anführerin mit ihrer tiefen, markanten Stimme und dem energischen Ton. Charlotte Uhlig konnte mich dagegen noch nicht so recht von sich überzeugen. Ein bisschen mehr Betonung hier und da würde nicht schaden. Mein Favorit ist der einzige Mann in dem Trio, Keller. Gesprochen wird er von Horst Kurth, der ihn zwar verwegen und raubeinig, aber auch sehr sympathisch klingen lässt. Irgendwie mag ich Keller dank ihm total gerne. Katja König liefert einen erstklassigen Job ab. Man hört zu jeder Sekunde heraus, wie sehr Anna leidet und sich quält. Da krümmt man sich alleine schon beim Zuhören.

Wie schon in Teil 1 kommt die Musik auch hier nicht mit lauten Klängen und aufschreckenden Einsätzen daher. Nachwievor ist das für mich so genau richtig, weil so nichts vom Schicksal der Figuren ablenkt, aber hintergründig eben doch für die nötige Atmosphäre gesorgt wird. Auch die Geräuschkulisse ist nicht allzu üppig, dafür gehen aber so zB das Gestöhne und die Beißgeräusche der Untoten nicht unter. Und ein plötzlicher Gewehrschuss hat so auch ganz besonders seine Wirkung. Solche Akzente sind manchmal mehr wert als eine allgegenwärtige Geräuschkulisse.

Hier sind die Zombies auf dem Cover schon deutlicher zu erkennen als noch bei Folge 1. Mit den Bäumen wird man auch der Lanschaft gerecht, in der Jan und Co. unterwegs sind. Und das Blutrot passt natürlich sowieso zum Geschehen.

Fazit: Für mich eine in Sachen Spannung zweigeteilte Folge. Den ersten Teil um Anna fand ich noch eine Ecke spannender als den um Jans neue Bekannte. Einfach weil ich mir so gewünscht habe, dass sie es gut mit Jan und Anna meinen. Die Drei dürften auch so eine Art Auftakt für den weiteren Verlauf der Reihe sein und ich bin schon mächtig gespannt auf die Abenteuer mit ihnen.

ContamiNationZ (01) – Totenland

Titel: ContaminationZ (01) – Totenland / Verlag: Contendo Media, Audionarchie, Pandora’s Play / Spielzeit: ca. 69 min / Sprecher: Katja König, Elga Schütz, René Dawn-Claude, Karen Schulz-Vobach ua

Inhalt: Viele Jahre ist es bereits her, seit die Toten sich erhoben und die Welt in den Abgrund stürzten. Tief in den Wäldern des Harz versteckt, leben die letzten Menschen der Erde. Einige von ihnen haben die lebenden Kadaver nie selbst zu Gesicht bekommen. Als eines Tages ein Fremder erscheint, bringt er nicht nur neue Hoffnung mit sich…sondern auch das Grauen. Denn ein Heer von Untoten ist ihm auf den Fersen. Die Welt der Lebenden war vergangen. Die Toten hatten sich erhoben und sie in den Abgrund gestürzt. Die wenigen Überlebenden müssen sich nun dem Grauen stellen.


Vor über 6 Jahren ging hier schon einmal eine Besprechung zu dieser Geschichte online. Damals nannte die Reihe sich noch “Terra Mortis” und erschien bei Pandora’s Play. Nun erlebt sie ihr Comeback bei den Kollegen von Contendo Media und soll dort bald auch mit allen fünf Teilen vertreten sein.
Ich kann mich an “Terra Mortis” nicht mehr so richtig erinnern. Natürlich, ich weiß noch, um was es ging, aber mehr auch nicht. Da bin ich ganz ehrlich und desahalb wird es hier auch keinen Vergleich geben. Ich fange mit der Story nochmal ganz von vorne an. Da ich ein Fan von Zombiegeschichten bin, fällt mir das ganz leicht.
In dieser ersten Folge lernt man Jan und die Leute kennen, die sich vor den Untoten in einem gut gesicherten Dorf im Harz in Sicherheit gebracht haben. Es ist zwar allgegenwärtig, dass die Gefahr mit Zäunen und Wachdienst nie ganz gebannt sein wird, aber man spürt auch die Hoffnung der Menschen, die sich so sehr anstrengen, ein zufriedenes und sicheres Leben zu führen. Dabei erfährt man auch, wie die Katastrophe ihren Anfang nahm, wobei da noch so einiges im Dunklen bleibt. Das ist für den Anfang so auch völlig in Ordnung, das hält die Spannung hoch.
Als ein Fremder ins Dorf kommt und von einer Insel erzählt, auf der er und seine Leute sicher leben, ist bei Jan die Neugier geweckt. Er träumt ohnehin davon, die Welt zu sehen, andere Menschen zu finden, was ich in seiner Situation nur zu gut verstehen konnte. Doch der Fremde sorgt nicht nur für Trubel in Jans Seelenleben, sondern auch im ganzen Dorf. Denn ihm hängt eine Horder Untoter an den Hacken.
Und so kommt es zu einem rasanten und dramatischen Finale, an dessen Ende wortwörtlich fast alles in Jans Leben in Schwerben liegt.

Das Hörspiel ist sehr erzählerlastig, das muss man einfach sagen und damit muss man zurechtkommen. Mir ist das allemal lieber, als irgendwann plötzlich nicht mehr zu wissen, wo und bei wem man ist. Elga Schütz gefällt mir auch wirklich gut mit ihrer tiefen Stimme und dem ruhigen Erzählton, in dem immer etwas mitschwingt, das einem verdeutlicht, in welch bedrohlicher Situation die Figuren sich befinden. Sie versteht es aber auch, Jans Gefühle passend zu beschreiben. Katja König ist als Jans Freundin Anna zu hören und wechselt mit Leichtigkeit zwischen ernsten Tönen und mädchenhafter Flirterei. Andreas Bötel habe ich den schwer verletzten Gero auf Anhieb abgenommen. Gleichzeitig ist es ihm gelungen, dass ich nie wusste, ob man ihm wirklich trauen kann.

Musik und Geräusche halten sich bedeckt. Da kann man jetzt natürlich sagen, dass eine solche Story schon eine bombastische Untermlaung und ebenso beeindruckende Geräusche mitbringen sollte, andererseits habe ich das Gefühl, sie will nahe an den Figuren sein und nicht auf große Show machen. Von daher finde ich die ruhigen Klänge absolut angemessen, denn sie sorgen für Atmosphäre, lenken aber nicht von den Figuren und ihrem Schicksal ab.

Der blutrote Look ist natürlich ein Blickfang im Regal und die scherenschnittartigen Untoten wirken im Kontrast gut dazu. An die Cover von “Terra Mortis” erinnere ich mich noch ganz gut. Sie sind sehr hell, fast weiß. Da finde ich das Rot schon stimmiger zum blutigen Geschehen.

Fazit:  Neuer Anlauf für “Terra Mortis”, das nun unter einem etwas sperrigeren Titel zum Ende gebracht wird. Die Reihe hat es verdient. Der Auftakt punktet mit einer Stimmung, die zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwankt und letztlich in einem dramatischen Finale zum Schlechten hin kippt. Man darf gespannt sein, was Jan & Co noch bevorsteht.

Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (19) – Die Untoten von Tilbury

Titel: Sherlock Holmes – Die neuen Fälle (19) – Die Untoten von Tilbury / Verlag: Romantruhe Audio / Spielzeit: ca. 75 min / Sprecher: Peter Groeger, Christian Rode, Gerald Paradies ua

newholmes19Inhalt: Der chronisch erfolglose Dieb Hinkebein-Hacky steht nach einem misslungenen Coup unter Schock: Der Geheimtipp, der ihm schnelles Geld einbringen sollte, entpuppte sich als entsetzlicher Alptraum! Aber trotz vehementer Beteuerungen glaubt ihm die Polizei kein Wort. Allzu fantastisch mutet sein Bericht an. Nur Sherlock Holmes lässt sich auf die Geschichte des notorischen Gesetzesbrechers ein. Gemeinsam mit Dr. Watson stattet er den Docks von Tilbury einen nächtlichen Besuch ab und muss feststellen, dass Hinkebein-Hacky die Wahrheit gesagt hat.


Diese Holmes-Folge hatte mich auf Anhieb am Haken, alleine schon durch ihren Titel. Natürlich wusste ich, dass Holmes kein Horrorreihe ist und es sich somit nicht um echte Zombies handeln würde, aber trotzdem. Untote, Zombies, mit sowas kriegt man mich einfach.
Und eine Spur Grusel ist hier auch tatsächlich gegeben. Natürlich ist und bleibt es eine Detektivgeschichte, aber sie hat ihre spannenden und schaurigen Szenen, bei denen ich gerne bereit gewesen wäre, an echte Untote zu glauben. Mir hat diese Mischung prima gefallen. Für mich ist diese Reihe sowieso eine der muntersten Holmes-Serien, und die Gruselelemente hier peppen das gleich nochmal auf.
Allerdings hatte ich flugs so eine Ahnung, was es mit den Untoten auf sich haben könnte. So gesehen ist die Story etwas vorhersehbar. Aber wie immer bleibt es dann dadurch spannend, dass man wissen möchte, ob man richtig liegt. Ich lag richtig und mit dieser Erkenntnis wandelte sich das Gruselgefühl zu Betroffenheit.
Natürlich hat man schon mal davon gehört, aber so eine richtige Vorstellung hatte ich zumindest nicht. Ich finde, die Geschichte macht es sehr anschaulich. Da hat man gewisse Gerüche sofort in der Nase, sogar vor dem CD-Player.

Christian Rode und Peter Groeger sind ein eingespieltes Team und nachwievor unüberhörbar mit viel Spass und Engagement am Werke. Gerald Paradies hat für mich an sich eine sehr markante Stimme, doch hier habe ich ihn in der Rolle von Hinkebein-Hacky nicht auf Anhieb erkannt. Das hat ein paar Sätze gedauert.

Die Untermalung hält sich wie üblich eher zurück. Es sind leise Stücke zu hören, dezent und sorgfältig eingeflochten. Sie drängen sich nie nach vorne, wissen aber dennoch für Atmosphäre und das Flair der damaligen Zeit zu sorgen. Eine feine Geräuschkulisse trägt ihren Teil zum positiven Gesamteindruck in diesem Bereich bei.

Das Cover zeigt Holmes und Watsons Begegnung mit den Untoten. Das passt zum Titel und sorgt dafür, dass man sofort ein Bild vom Kern der Geschichte vor Augen hat.

Fazit: Hier ist schnell klar, wohin der Hase läuft. Dennoch ist die Geschichte spannend, weil man gewisse Hintergründe lange nicht kennt. Vor allem zum Anfang geht es außerdem recht gruselig zu. Und das steht einer Holmes-Geschichte erstaunlich gut.

Alisik (01) – Herbst (Hubertus Hufledt)

alisik01Alisik ist ein Mädchen, das nach ihrem Tod zwischen dieser Welt und dem Jenseits strandet, ohne Erinnerung an ihr Leben. Schnell wird ihr klar, dass sie nicht eines natürlichen Todes gestorben ist, und sie versucht, mehr über ihr Schicksal in Erfahrung zu bringen. Dabei hilft ihr der blinde Ruben, der sie als einziger wahrnehmen und mit ihr sprechen kann. Sie wäre gerne mehr für ihn als eine gute Freundin, aber eine Tote und ein Blinder – wie soll das gehen? Der erste Band einer bittersüßen Liebesgeschichte zwischen Leben und Tod.

Comics und ich sind so eine Sache. Ich finde viele Comics schön anzuschauen und ich verstehe die Faszination, die für viele Leute davon ausgeht, aber als “richtige Geschichten” gelten sie bei mir irgendwie nicht. Aber ich bin immer mal wieder neugierig und habe “Alisik” einfach mal mitgenommen als ich eine Lektüre für eine Zugfahrt brauchte. Die Bilder hatten mir bereits beim ersten Durchblättern gefallen und der Rückentext klang nicht verkehrt.
Er verspricht allerdings in gewisser Weise mehr als die Story nachher bietet. Da es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, soll das aber kein Vorwurf sein. Denn natürlich muss für eine größere Handlung zunächst der Grundstein gelegt werden. Genau das erlebt man in diesem ersten Band. Man erfährt wie es für Alisik war als Untote wieder aufzuwachen, man lernt ihre untoten Freunde kennen, die sicher noch eine Rolle spielen werden, es deutet sich an, dass auf Alisik und ihre Freunde noch schwere Zeiten zukommen werden, und natürlich erlebt man Alisiks erstes Treffen mit dem blinden Ruben, aus dem sich -zumindest von ihrer Seite aus- gerne eine Romanze entwickeln dürfte.
Es ist also durchaus schon einiges los. Mir tat Alisik leid als sie sich plötzlich in der Totenwelt wiederfindet, aber ich war mir auch sehr sicher, dass sie mit ihren Mit-Untoten gute Freunde an der Seite hat. Auch wenn sie ganz schön schräg sind. Das sorgte dann mal für ein Schmunzeln. Und bei Alisiks Einkaufstour habe ich sogar lachen müssen. Insgesamt habe ich mich so gut in ihrer Welt einleben können. Das ist bei einem Reihenstart für mich wichtig.
Die bittersüße Liebesgeschichte steht noch ganz am Anfang, da darf man sich nach dem Rückentext nicht zu viel versprechen. So sehr Alisik schwärmt, Romantik trifft man hier noch nicht an. Was nicht ist, kann natürlich aber noch werden. Wer fällt schon beim ersten oder zweiten Treffen direkt über den anderen her? Mal erst recht, wenn einer lebt und einer tot ist? 😉
Dass auf Alisik, ihre untoten Freunde und ihren Friedhof noch einiges Unheil wartet, wird in Szenen deutlich, die in der Welt der Lebenden spielen. Da ahnt man, dass es in den weiteren Teilen noch spannend werden wird. Jedenfalls wird dafür hier gute Vorarbeit geleistet. Und zum Ende hin werden erste Zusammenhänge offenbart, die sich gut weiterspinnen lassen.
So hat mir Alisik 1 schnell Lust auf die Folgebände gemacht.

In die Bilder bzw den Zeichenstil war ich wie gesagt schon beim ersten flüchtigen Durchblättern angetan. Insgesamt ist “Alisik” ein ausgesprochen düster gehaltener Comic. Da fallen die vergleichsweise hellen Szenen in der Welt der Lebenden richtig auf. Den netten Charakteren sieht man genau diese Einschaft auch an. Die Untoten haben mich immer etwas an Figuren von Tim Burton erinnert. Witzig, liebenswert und nur mäßig schaurig. Mir hat vor allem gefallen, dass man den Comic auch mehrmals durchblättern kann und immer noch neue Details in den Bildern entdeckt. Besonders angetan haben es mir der Sichel-Michel und der rosa Flickenhase 😉
Bei Alisik selber habe ich mich dagegen erst an ihren kugelrunden Kopf gewöhnen müssen. Dafür sieht Ruben wiederum ganz gut aus. Hat sich also alles eingerenkt und ich habe mir das Buch gleich mehrere Male angeschaut.

Das Covermotiv mochte ich sofort. So schön finster, mit dem Grabstein und der schwarzen Katze. Und natürlich mit Alisik, die nich nur gothicmäßig, sondern auch etwas punkig aussieht. Eine coole Mischung einfach.

Fazit:   Man muss sich darüber im Klaren sein, dass “Alisik – Herbst” der erste Band einer Reihe ist. Da darf man noch nicht allzu viel Spannung und Romantik erwarten. Hier wird dafür zunächst der Grundstein gelegt. Und das so sorgfältig, dass man sich gut einfindet, sich mit den Figuren anfreundet und immerhin so viele erste Informationen an die Hand bekommt, dass man neugierig auf den weiteren Verlauf der Story wird. Genauso muss ein erster Teil für mich funktionieren. Dass er obendrein noch Spass gemacht hat…umso besser!


Titel: Alisik (01) – Herbst
Autor: Hubertus Hufledt
Seiten: 96
Verlag: Carlsen Comics
ISBN: 978-3551770264
Preis: € 7,99 (Broschiert)

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Graveminder (Melissa Marr)

graveminderJede Generation hat ihre eigene Totenwächterin. Bei Beerdigungen spricht sie die magischen Worte über dem frischen Grab: »Drei Schlucke, um sie zu bannen. Nicht mehr und nicht weniger.« Doch was geschieht, wenn es kein Grab gibt? Wenn die Tote ein junges Mädchen ist, das auf grausame Weise ermordet wurde und nun auferstanden ist, um Rache zu nehmen? Für Rebekkah, Graveminder des idyllischen Claysville, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Sie muss ihre Stadt vor der hungrigen Toten schützen. Und nur Byron, ihre große Liebe, steht ihr bei.

Bei diesem Buch war ich schon vor dem Lesen hin- und hergerissen bzw unsicher. Irgendwie hatte ich schon die Ahnung, dass es nicht das sein würde, was ich mir erhoffte. Alleine Melissa Marr, deren “Sommerlicht”-Reihe ich nichts abgewinnen kann…ich war also geigentlich ewarnt. Aber meine Begeisterung für Zombie-Geschichten schoss quer und so habe ich “Graveminder” doch gelesen.
Die Idee der Geschichte gefällt mir nachwievor. In Claysville sorgt eine sogenannte “Graveminder” durch Magie dafür, dass die Toten dort bleiben, wo sie hingehören: in ihren Gräbern. Der Graveminder steht der sogenannte Undertaker zur Seite, ein Bestatter, der die Toten ordnungsgemäß herrichtet und die Graveminder beschützt. Doch plötzlich geht in Claysville trotzdem ein Untoter um und Graveminder Rebekkah und ihr Undertaker Byron müssen ihr ungewöhnliches Amt antreten und dies wieder in Ordnung bringen.
Soweit so gut, das hätte in meinen Augen an sich gereicht für eine spannende, phantastische und hier und da vielleicht auch ganz gruselige Geschichte. Leider trifft davon so gar nichts auf “Graveminder” zu. Am meisten hat es mich gestört, dass es überhaupt nicht gruselig ist. Es geht immerhin um Tote, die wieder zum Leben erweckt wurden! Zombies stehen für mich eben einfach für Grusel! Aber es sind ja keine Zombies, es sind ja lediglich “aufgestandene Tote”, wie “Graveminder” lehrt. Die allerdings äußerst zombietypisch Appetit auf Menschenfleisch haben! Ich schätze, da hätte mich die Autorin warnen müssen, denn nach der “Sommerlicht”-Reihe Grusel zu erwarten, das war wohl etwas vermessen.
Ich hätte es aber in Kauf genommen und mich damit abgefunden, dass die aufgestandenen Toten trotz ihrer Essensvorlieben eher bemitleidenswert sind. Bitte, warum eigentlich nicht? Solange es nicht vor Kitsch und Mainstream trieft und die Story trotzdem spannend ist.
Kitsch ist aber trotzdem ganz klar anzutreffen! Denn auch wenn Graveminder und Undertaker traditionell durch eine innige Liebe verbunden sind, auf Rebekkah und Byron trifft das -hauptsächlich seitens Rebekkah- nicht gerade zu! Es ist etwas zwischen ihnen passiert, dass sie trotz aller Gefühle für einander entzweit hat. Aber diese Gefühle halt! Die sind da und allgegenwärtiges Thema! Da wird seitenweise die Story um den umherlaufenden Toten außer Acht gelassen und stattdessen dieses teenagerhafte Hin- und Her zwischen den beiden thematisiert. Bei aller Liebe und allen Traditionen zum Trotz: an Byrons Stelle hätte ich Rebkkah längst in die Wüste geschickt. Dafür, dass sie Ende 20 ist (oder war es Anfang 30?), führt sie sich auf wie eine Halbwüchsige und ist bockig und stur wie ein Esel! (Wobei: Rebekkah und Byron unterhalten sich in einem Ton als wären sie doppelt so alt! Da passt also gar nichts!) Nicht dass ich mir gewünscht hätte, die beiden fallen sich nach fünf Kapiteln liebeskrank in die Arme, aber irgendwann halt schon. Dann wäre es endlich vorbei gewesen und die Handlung hätte sich wieder am Problem mit den Untoten orientieren können.
Leider war das ganz und gar nicht der Fall und dieses ganze Liebesbrimborium hat für mich den eigentlichen Kern der Story nahezu ganz übertüncht. Da kann keine Spannung aufkommen! Stattdessen war ich im Nu von diesem unlogischen und unerwachsenen Verhalten der beiden Hauptcharaktere tierisch genervt. Das hat es mir überdies auch noch unmöglich gemacht, einen Zugang zu ihnen zu finden. Da fand ich ja die aufgestandenen Toten noch sympathischer! Und entsprechend zog sich die Geschichte für mich schier unendlich.
Da haben auch die Passagen  nichts gerettet, in die die einst umhergewanderten und wieder eingefangenen Toten zurück in eine jenseitige Welt gebracht werden. Erstens spielen sie in einer Welt, die auch von anno Schnee stammen könnte und zweitens fehlt es ihrer Beschreibung gänzlich an Flair.

Ich schätze, wenn einem die Geschichte gefällt, dann liest sich “Graveminder” schnell weg. Sprachlich ist es alles andere als komplex und die Kapitel haben eine feine Länge, die zum kapitelweisen Lesen geradezu einladen.

Das Grabstein-Cover gefällt mir soweit auch ganz gut, vor allem der schöne Blauton. Ich mag halt Blau. Die roten Blüten bilden einen schönen Kontrast dazu und die vielen Schnörkel sind ein Hingucker.

Fazit:  Mir hat “Graveminder” leider nicht gefallen. Vor lauter Liebeshinundher blieb jegliche Spannung auf der Strecke und das Buch zog sich für mich wie Kaugummi. Die Hauptcharakteren gingen mir im Nu auf die Nerven, und der Versuch, Zombies ein neues, andersartiges Wesen angedeihen zu lassen, ist für mich hier kläglich gescheitert.

Diese Rezension entstand im Rahmen des Amazon Vine Produkttesterprogrammes!


Titel: Graveminder
Autor: Melissa Marr
Seiten: 400
Verlag: Piper Verlag
ISBN: 978-3492268905
Preis: € 12,99 (TB)

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