Urwald

Pommes im Urwald – Das etwas andere DschungelHÖRbuch (Jochen Mariss / Stefan Kaminski, Cathlen Gawlich)

Titel: Pommes im Urwald – Das etwas andere DschungelHÖRbuch / Verlag Headroom / Spielzeit: ca. 30 min / Buch: Jochen Mariss / gelesen von: Stefan Kaminski und Cathlen Gawlich

pommesInhalt: Pommes heißt eigentlich Fritz, aber alle nennen Ihn Pommes weil er so gerne Pommes rot-weiß mag. Der kleine Hase ist der beste Geschichtenerzähler weit und breit. Eines Tages erzählt er sienen beiden Freunden Flitzer und Wolke eine Geschichte vom Urwlald und findet sich plötzlich selber dort. Leider wirkt ein Hase auf Urwaldbewohner ziemlich appetitanregend. Doch Pommes zieht alle Register und erzählt, witzelt und reimt für Löwe, Krokodil, Elefant und Bär, bis ihnen Hören, Sehen und Hunger vergehen.


Als ich das Buch vor Längerem zum ersten Mal sah, war sofort klar, dass ich Pommes kennenlernen musste. Der Hase mit seiner Frittentüte ist zum Niederknien süß!
Hier geht es aber nicht in erster Linie um die frittierten Kartoffelstäbchen, sondern um den Hasen Fritz, der wegen seiner Vorliebe für Pommes auch “Pommes” genannt wird. Zu Beginn stellen er und seine Freunde Wolke und Flitzer sich vor. Flitzer ist super schnell und Wolke kann sogar fliegen. Dagegen ist Pommes -wie sie meinen- ein rechter Angsthase und fliegen kann er natürlich auch nicht. Es ist schön, wie Pommes damit kontert, dass er dafür ganz toll Geschichten erzählen kann. Ich bin auch der Meinung, dass das ein viel tolleres Talent ist als Schnellsein oder Fliegenkönnen. Den hörenden Kindern signalisiert es außerdem, dass zwar nicht alle die gleichen Fähgkeiten haben, aber jeder sein ganz eigenes Talent.
Pommes darf seine Künste im Geschichtenerzählen dann prompt unter Beweis stellen. Obwohl er eigentlich nur für seine Freunde und sich Fritten besorgen will, gerät er dabei in einen Dschungel. Dort lauern allerlei Gefahren auf den kleinen Hasen. Zum Beispiel ein gefräßiger Löwe, ein nicht minder gefräßiges Krokodil und ein ebenfalls hungriger Bär. Damit es dabei nicht zu gruselig für die Kinder wird, sind Pommes Erlebnisse mit den Tieren außerdem auch ganz spaßig. Ich fand es sehr schön, dass Pommes mit ihnen uA genau durch solche Fähigkeiten fertig wird, die ihm seine Freunde anfangs absprechen. Er ist halt doch schnell und fliegen klappt auch. Zumindest etwas ähnliches. Oft weiß man nämlich gar nicht genau, was alles in einem steckt. Das wird so schön aufgzeigt.

Ich möchte kurz meinen Lieblingsdialog zitieren, über den ich herzlich gelacht habe:

Elefant: “Ich bin Vegetarier!”
Pommes: “Ist das ansteckend?”

😀

Erzählt wird Pommes’ Geschichte von Stefan Kaminski, der den kleinen Hasen ausgesprochen goldig klingen lässt. Für den Löwen, den Bären, den Elefanten und den Geier hält er ebenfalls passende Stimmen bereit, die mal liebenswert, mal aber auch ein wenig gefährlich klingen. Cathlen Gawlich übernimmt Maus Flitzer, Ente Wolke und das Krokodil. Ihre markante Stimme mag ich wirklich gerne und sie ist wie gemacht für diese Geschichte und ihre Figuren. Doch so oft ich Cathlen Gawlich schon in Hörbüchern gehört habe, eines ist mir erst bei Pommes’ Geschichte aufgefallen und ich habe es sofort gegoogelt: sie spricht auch Spongebobs Freundin Sandy Cheeks! Ich habe bei diesem Hörbuch immer wieder dieses Eichhörnchen mit dem Goldfischglas auf dem Kopf vor mir gesehen. Aber immerhin dürfte ich so eine Bildungslücke geschlossen haben…

Musik spielt bei diesem Kli-Kla-Klangbuch eine große Rolle. Es sind sehr viele verschiedene Musikstücke zu hören, die mal rasant, mal geheimnisvoll und dann wieder einfach nur fröhlich und lebhaft klingen. Ich habe mich manches Mal erwischt, wie mein Fuß mitgewippt hat. Das dürfte ganz sicher etwas für Kinder sein. Die Geräusche sind ebenfalls sehr gut gelungen und sorgen beispielsweise für echte Dschungelatmosphäre.

Ich muss es nochmal sagen: Himmel, ist Pommes niedlich wie er da mit seiner Frittentüte im Urwald steht! Diese Löffel alleine! Zum Knuddeln! Aus dem eher düsteren Dschungelhintergrund wird er von einigen Augenpaaren beobachtet. Das macht neugierig, zu wem die Augen gehören könnten.

Fazit:  Eine spannende und lustige Geschichte mit einem liebenswerten Helden. Hier wird schön aufgezeigt, dass in jedem ganz eigene Talente stecken und es manchmal eben erst einen Anlass braucht, damit man sie entdeckt. Außerdem macht die Geschichte ganz schön Hunger auf Pommes rot-weiß. Ihr findet mich daher sicher bald an einer Frittenbude 😉

Die Einzige – In deinen Augen die Unendlichkeit (Jessica Khoury / Jana Schulz)

Titel: Die Einzige – In deinen Augen die Unendlichkeit / Verlag: Goya Libre by Jumbo Verlag / Spielzeit: ca. 397 min / Buch: Jessica Khoury / gelesen von: Jaa Schulz

3108_2_die_einzige_booklet.inddInhalt: Als Pia ihm begegnet, weiß sie nicht, wohin sie blicken soll. Diese unglaublich blauen Augen. Die wilden Zeichen, die seinen Körper bedecken. Seine Lippen, die ihren Namen so aussprechen wie niemand zuvor. Pia weiß, dass Eio sterblich ist. Im Gegensatz zu ihr, der ersten und einzigen Unsterblichen. Sie weiß, dass sie zusammen keine Zukunft haben. Doch obwohl alles gegen sie spricht, ist ihre Liebe das Einzige, wofür Pia kämpfen wird.


Als ich den klappentext las, war ich noch stark im Zweifel, ob die Geschichte etwas für mich sein würde. Das klang mir zu sehr danach als stehe die Liebesgeschichte im Vordergrund. Doch zunächst sieht das gar nicht danach aus, denn erstmal kennt man Pia und ihr Leben in dem Camp kennen, in dem sie geschaffen wurde. Und obwohl mich die Idee eines solchen Menschen ehrlich begeistert, so wurde mir doch schnell klar, dass ein solches Dasein auch Schattenseiten hat und dass Pia alles andere als glücklich ist.
Als sie sich eines Nachts aus dem Camp in den Dschungel schleicht und den Eingeborenen Eio kennenlernt, gehen Pias Probleme erst so richtig los. Denn sie fühlt sich sehr zu ihm hingezogen. Und auch der Dschungel, den sie sonst nur durch einen Zaun sehen konnte, fasziniert sie. Speziell die Begeisterung für den Dschungel kam gut bei mir an. Die Gefühle für Eio nicht ganz so sehr, weshalb dieser Liebesgeschichte oft das gewisse Kribbeln fehlt. Dennoch habe ich natürlich mitgefiebert, ob Pia und Eiso zu einander finden. Da gibt es einige Zwischenfälle, bei denen es um nichts Geringeres als ihrer beider Leben geht und bei denen man sich schon mal dabei erwischt, wie man an den Nägeln knabbert. Und am Ende wird es dann nochmal richtig dramatisch. Dass die Situation schließlich dermaßen eskalieren würde, hätte ich vorher nie vermutet. Aber alles andere wäre wohl unglaubwürdig gewesen, wenn man berücksichtigt, was für alle Charaktere auf dem Spiel steht. Nicht nur Pia und Eio.  Die Geschichte wirkt schön eigenständig. Das ist schon etwas Besonderes in der Zeit der Serien. Ich hoffe, es bleibt dabei.

Ich habe auch das Buch gelesen und mir dabei ein Bild von Pia und ihrem Charakter gemacht. Dabei kam sie mir zumindest am Anfang ganz schön eingebildet und arrogant vor. Umso überraschter war ich darüber, dass Jana Schulz ihr einen völlig anderen Klang verleiht. Hier wirkte Pia mir eher traurig und unzufrieden mit ihrem Leben. Auch ein interessanter Ansatz, nach dem das übrige Geschehen sehr schlüssig wirkt.

Felix Weigt steuert die Musik zum Hörbuch dabei. Sie vermittelt Dschungelatmosphäre, fängt aber genauso gut die Stimmung der jeweiligen Szenen ein. Ich höre immer gerne Musik in einem Hörbuch. Das muss auch gar nicht viel sein. Aber ich finde, es lockert das dauerhafte Zuhören auf.

Das Covermotiv habe ich noch nie so ganz verstanden. Der Dschungel spielt natürlich eine Rolle, aber wieso wird Pia als Lichtgestalt dargestellt? Da hätte  mir eher ein Bild eines außergewöhnlich hübschen Mädchens besser gefallen. So wirkt das fast wie ein Loch im sonstigen Motiv.

Fazit:  Mir hat “Die Einzige” gefallen. Eine spannende Geschichte, hinter der eine interessante und reizvolle Idee steckt. Was wäre wenn…? Die Lovestory fällt dagegen etwas blass aus, da fehlt oft das Kribbeln. Aber wer wie ich nicht gerade aus Kitsch steht, der wird das eher als Pluspunkt werten.

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