Vampire

Rezension – Lilith Parker (03) – …und das Blutstein-Amulett (Janine Wilk)

lilith03Nichtsahnend sitzen Lilith, Matt und Rebekka in einem gemütlichen Kaffee, als sie plötzlich ein Hilferuf aus Chavaleen, dem Reich der Vampire erreicht. Ihr Anführer Vadim Alexandrescu liegt im Sterben. Lilith soll sofort nach Rumänien reisen, um mit ihren Banshee-Kräften seinen Tod zu verhindern. Angekommen in der unterirdischen Vampirstadt kann Lilith nicht glauben, was sie durch ihre Banshee-Kräfte erfährt – es hat sich ein Verräter eingeschlichen in die Gemeinschaft der Vampire. Lilith muss verhindern, dass das Schattenportal wieder geöffnet wird und Bonesdale und die gesamte Menschenwelt von Dämonen bedroht werden.

Nachdem ich die beiden ersten Lilith-Bände als Hörbuch gehört habe, hatte ich nun Lust darauf, diesen dritten Band zu lesen. Einfach so zum Vergleich.
Der Anfang war gleich ganz schön witzig mit Liliths Schwimmtraining und spannend mit Rebekkas Hexenprüfung. Langeweile hatte da sofort keinerlei Chancen mehr. Außerdem hat man zunächst Gelegenheit, sich in Liliths Welt und Leben und unter den Charakteren neu zu orientieren. Das finde ich bei Reihen immer ganz wichtig, denn die Abstände zwischen den Bänden sind mitunter ganz schön lang. Da ist es praktisch, wenn einem zu Beginn eines jeden Bandes die Erinnerung ein wenig aufgefrischt wird.
Die eigentliche Geschichte startet mit dem Besuch von Lilith und ihren Freunden bei den Vampiren in Chavaleen.
Obwohl man sie dort überwiegend herzlich aufnimmt, wird auch schnell klar, dass in Chavaleen etwas nicht stimmt.
Wieso liegt das Vampiroberhaupt im Sterben? Gibt es einen Verräter in den Reihen des Vampire, und falls ja, wer könnte es sein? Und welche Rolle spielen bei alldem Liliths Bernstein-Amulett und das Blutstein-Amulett der Vampire?
Ich fand es spannend, gemeinsam mit Lilith all diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Zudem werden Liliths Banshee-Kräfte  mehr gefordert und auch gefährliche Proben gestellt. Da macht man sich einerseits Sorgen um Lilith, andererseits lässt es sie aber auch reifer und eine Spur erwachsener wirken. In diesem Zusammenhang ist es beruhigend zu wissen, dass auch die Leser(innen) der Reihe im Laufe der drei Bände unweigerlich äter geworden sind. Einige Szenen haben es nämlich ganz schön in sich, und an schaurigen Kreaturen mangelt es ebenfalls nicht.
Gegen Ende geht es dann für Lilith wortwörtlich um ihr Leben, und am Ende selbst wartet -anders kann ich es nicht sagen- schlichtweg ein echter Hammer auf Lilith und damit auch auf den Leser.  So tragisch, das hätte ich einem Kinder- bzw Jugendbuch nicht zugetraut. Da kann man für den nächsten Band in gewissen Belangen nur noch auf ein Wunder hoffen.
Vor dieser Tatsache mag es unglaublich klingen, aber auch dieser dritte Band hat wieder den vertrauten Funken Humor im Gepäck. Vor allem Strychnin und seine Tagebucheinträge haben mich manches Mal grinsen lassen. Aber auch sonst gibt es immer mal Dialoge oder Erläuterungen und Beschreibungen, die einen schmunzeln lassen. Ich mag diesen listigen Humor sehr

Ich war überrascht, dass ich für das buch tatsächlich ein paar Tage gebraucht habe. Es gibt aber eben auch viele beschreibende Passagen, die sich von Natur aus nicht so zügig lesen lassen wie beispielsweise Dialoge. Normalerweise bin ich von solchen Passagen ab einer gewissen Menge und Länge überhaupt kein Fan. Da hat mir erwähnter Schuss Humor sehr geholfen, denn er lockert diese Abschnitte schön auf. Es macht mir das Lesen einfach leichter, wenn ich dabei ab und zu mal grinsen kann.

Die Cover dieser Reihe sind für mich immer ein Hingucker. Ich mag solche kräftigen Farben einfach. Vor allem, wenn sie mit einer ordentlichen Portion Düsternis kombiniert werden wie hier. Zusammen mit den leuchtenden Augen sieht das schön schaurig aus. Und ja, so könnte ein Haus in Chavaleen wohl aussehen. Jedenfalls stelle ich es mir so vor.

Fazit: Lilith Parker wächst mit ihren Aufgaben, das merkt man in diesem Band ganz deutlich. Ich fand ihr neues Abenteuer sehr spannend. Für ein Buch, das Lesern ab 10 Jahren empfohlen wird, gar nicht ohne! Ich denke aber, dass kaum jemand mit diesem Band in die Reihe einsteigen wird. Die meisten jungen Leser dürften auch Liliths vorige Geschichten kennen und so mit ihr älter gworden sein. Und zum Glück ist auch noch der vertraute Humor erhalten geblieben. Das lockert auf uns dämpft eventuellen Schrecken.


Titel: Lilith Parker (03) – …und das Blutstein-Amulett
Autor: Janine Wilk
Seiten: 416
Verlag: Planet Girl / Thienemann Verlag
ISBN: 978-3522503259
Preis: € 14,99 (HC)

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Die drei !!! (27) – Vampire in der Nacht

Titel: Die drei !! (27) – Vampire in der Nacht / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 60 min / Sprecher: Kerstin Draeger, Anton Wilms, Flemming Stein, Ela Nitzsche ua

dda27Inhalt: Als in der Zeitung etwas von einer toten Kuh steht, der Vampire das Blut ausgesaugt haben sollen, glauben die Detektivinnen zunächst an einen Scherz. Als sich dann aber herausstellt, dass das Rind wirklich von blutdürstenden Saugern heimgesucht wurde, nehmen die drei !!! ihre Ermittlungen auf. Und schon bald finden sie heraus, was es mit diesen Vampiren auf sich hat: Es muss sich um die einzigen Säugetiere handeln, die ausschließlich von Blut leben. Und das sind Fledermäuse, die es nur in Amerika gibt. Aber wer hat sie nach Europa geholt? Und vor allem, wo sind diese nachtaktiven Flügel-Tiere zu finden? Das sind die Fragen, die Kim, Franzi und Marie beantworten müssen, wenn sie auch diesen mysteriösen Fall schnell aufklären wollen.


Auf diese Folge hatte ich mich sehr gefreut, denn der Titel versprach mal wieder einen gruselig angehauchten Fall für die drei Detektivinnen.
Im Nachhinein jetzt muss ich aber leider sagen, dass die Geschichte weder gruselig ist, noch überhaupt ein Fall für Detektive.
Zudem dauert es geraume Zeit bis die Handlung um die Vampire überhaupt ins Rollen kommt. Natürlich wird der Vampirglaube angesprochen, der plötzlich in der Stadt ausgebrochen ist, mehr aber nicht. Das kommt nicht gegen das Drum und Dran an, das den ersten Teil des Hörspiels bestimmt. Nun ist man es ja gewöhnt, dass es in dieser Reihe auch um Themen wie Freundschaft geht, aber anfangs ist überhaupt kein Thema wirklich greifbar. Etwas Eifersüchtelei wegen der neuen Freundin des Vaters, eine kranke Mutter im Krankenhaus, ein interessanter Praktikant im Krankenhaus, aber nichts Handfestes.
Und alleine eine Suche nach Vampirfledermäusen und demjenigen, der sie eingeschleppt hat, das ist für mich kein Kriminalfall. Zumal für niemanden eine Gefahr besteht, außer für ein paar Kühe. So bleibt es eigentlich bei einer Suche nach den Tieren und dem, der sie ausgesetzt hat. Davor wirkt die Szene im Stollen ganz schön bemüht. So als hätte man versucht, wenigstens noch etwas Krimi rauszuschinden. Und mit der Auflösung bin ich ebenfalls nicht zufrieden. Die Erklärung, wie die Fledermäuse herkamen, ist sowas von schlicht und im Nu abgehandelt. Und hinter dem finalen Geständnis eines Verdächtigen, steckt nicht mehr als Gedankenlosigkeit. Das kann die Reihe eindeutig besser

Ich hätte es niemals erwartet, aber so wie Dagmar Dreke hier die Kostümverleiherin spricht, so könnte ich sie mir als echten Ersatz für Gisela Fritsch als Karla Kolumna vorstellen. Toll, diese schräbbelige Stimme und die hektische Redeweise. Flemming Stein ist als Robin zu hören. Er klingt mir etwas zu jung um in der Altersklasse der Detektivinnen mitzumischen. Aber vermutlich wird man nochmal von ihm hören. Ela Nitzsche gibt einen tollen Drachen von Krankenschwester.

Begleitet wird die Geschichte von den bereits vertrauten munteren Stücken, die man in der Reihe immer mal wieder antrifft. Ich würde mir wünschen, dieses „Californiaaaaa…“ würde man ersetzt. Wenigstens ab und zu. Die drei Freundinnen gehen auf eine Party. Dadurch geht es hier etwas abwechslungsreicher zu. Über die Geräuschkulisse kann man nichts Schlechtes sagen. Außer, dass ich auf dieses Geklimper vom Windspiel immer noch bestens verzichten könnte.

Das Cover ähnelt stark dem von „Tanz der Hexen“. Im ersten Moment dachte ich, es wäre das gleiche. Trotzdem mag ich es mit dem nächtlichen Hintergrund und den Fledermäusen, die über den Köpfen der Mädchen flattern.

Fazit: Das war leider nichts. Die Story um die Vampire kommt erst spät in die Puschen, ist aber kein echter Kriminalfall. Und die Auflösung kommt so unspektakulär daher, dass ich mir sicher war, dass das nicht alles sein konnte. War es aber.

The Vampire Journals (02) – Geliebt (Morgan Rice / Nana Spier)

Titel: The Vampire Journals (02) – Geliebt / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: 158 min / Buch: Morgan Rice / gelesen von: Nana Spier

vampirejournals02Inhalt: »Caitlin hob die Hand und fuhr ihm durch die Haare, und ihre Küsse wurden immer leidenschaftlicher. Von diesem Augenblick hatte sie geträumt, seit sie ihn zum ersten Mal gesehen hatte. Noch nie hatte sie jemanden so sehr geliebt.« Caitlin und Caleb machen sich gemeinsam auf die Suche nach dem einzigen Gegenstand, der den drohenden Krieg der Vampire und der Menschheit noch abwenden kann: das verlorene Schwert. Sie sind aber nicht die Einzigen: Auch die Vampire des Blacktide Clans wollen das alte Schwert ausfindig machen und sind dem Paar dicht auf den Fersen. Trotz der Gefahren wächst die Liebe zwischen Caitlin und Caleb. Doch ihre verbotene Romanze könnte alles zerstören.


Am ersten Teil dieser Reihe habe ich vor einigen Monaten ja kein gutes Haar gelassen. Da es aber zumindest nett anzuhören war, habe ich der Reihe noch eine Chance eingeräumt. Zu meiner eigenen Verblüffung -ich hatte es nicht erwartet- geht es mit „Geliebt“ tatsächlich spürbar bergauf. Erstens habe ich nach diesem zweiten Teil endlich das Gefühl, mich mit Caitlin und Caleb angefreundet zu haben. Sie gewinnen hier merklich an Profil und Charakter. In solche Figuren kann ich mich besser hineinversetzen als in die noch recht fadenscheinigen Gestalten, die sie im ersten Teil noch waren. Und mit so angelegten Figuren begebe ich mich auch gerne auf Abenteuertour. Die steht Caitlin und Caleb hier sehr schnell bevor. Das verlorene Schwert muss gefunden werden ehe ein Krieg zwischen den Menschen und Vampiren ausbrechen kann. Und diese Suche gestaltet sich alles andere als einfach und ungefährlich. Somit kam hier druchaus Spannung auf und ich war stets neugierig, was als nächstes auf die beiden wartet. Auch die wechselnde Erzählperspektive hat mir gefallen, zumal man so auch andere Charaktere besser kennenlernt als wenn Caitlin über sie erzählt. Natürlich bringt es ganz nebenbei auch Abwechslung in das Hörerlebnis. Ich zumindest horche immer automatisch auf, wenn die Perspektive wechselt. Erzählt nur eine Person droht dagegen manches an mir vorbeizuschwappen. Soweit, so gut. Wie ich finde, ist das schon ein großer Schritt nach vorne in der Reihe.

Erneut ist Nana Spier als Sprecherin zu hören, deren Stimme ich für diese Geschichte noch immer gerne mag. Sie klingt schön jung, was speziell zu Caitlin gut passt. Und sie hat mich ein weiteres Mal damit überrascht, wie gut sie auch für die männlichen Charaktere den passenden Tonfall findet. Langweilig wird es dabei nicht.

Das Cover ist ganz dem Stil des Motivs vom ersten Teil treu geblieben. Das gleiche Vampirgesicht, nur mit einem anderen Blick und halbiert. Und schön finster. Cover eine Serie sollten sich ähneln, und das tun diese beiden ersten Cover auf jeden Fall.

Fazit: Es bleibt dabei, dass die Story nicht sonderlich innovativ wirkt. Vampirstorys dieser Art gibt es reichlich: mit einem drohenden Krieg, der Suche nach mystischen Gegenständen, einer Liebe zwischen Mensch und Vampir, ein junger Vampir, der den Blutsauger in sich erst entdeckt und damit klarzukommen versucht… Wer aber genau auf solche Vampirgeschichten steht, dem kann ich die Reihe nach diesem zweiten Teil guten Gewissens empfehlen! Es geht aufwärts!

Rezension – Die Nacht (Guillermo del Toro / Chuck Hogan)

Die Nacht von Guillermo Del ToroDie Menschheit am Abgrund. Eine geheimnisvolle Seuche hat den Planeten befallen und die meisten Menschen in blutrünstige Vampire verwandelt. Tief unter der Erde hat eine kleine Gruppe von Menschen überlebt, doch ihr Kampf gegen die Vampire scheint aussichtslos. Nur ein Mythos aus uralter Zeit birgt die letzte Hoffnung für unsere Zivilisation. Aber dieser Mythos birgt auch den völligen Untergang.

Diese Reihe ist für mich eine reine Achterbahnfahrt. Band 1 fand ich richtig klasse. Band 2 hat mich mit dem ganzen Mythologiekrams tierisch gelangweilt. Mit Band 3 geht es jetzt glücklicherweise wieder etwas bergauf.
Inzwischen ist die ganze Welt den Vampiren zum Opfer gefallen, der Himmel ist nahezu ständig schwarz und wer kein Vampir geworden ist oder ihnen dient, der schwebt in ständiger Lebensgefahr. So wie die kleine Gruppe um Ephraim Goodweather, die nachwievor versucht, den Vampiren ihr Ende zu bereiten, und Ephraims Sohn zurückzubekommen.
Zu meiner Erleichterung ist der mythologische Hintergrund der Vampirinvasion hier nur noch in gelegentlichen Andeutungen ein Thema. Stattdessen konzentriert die Handlung sich ganz darauf, die Vampire zu vernichten und Ephraims Sohn Zack zurückzuholen. Die Frage, ob und wie ihnen beides gelingen wird, sorgt für die meiste Spannung in diesem Teil. Und auch wenn ich fand, dass ihnen so Manches etwas zu leicht gelingt, so haben mich diese Fragen bis zum Schluss gut bei der Stange gehalten.
Neugierig war ich auch auf Zacks Entwicklung, der unter der Fuchtel des Meisters steht. Viele seiner Handlungen (zB das Töten eines Tieres) haben mir den Bengel zwar alles andere als sympathisch gemacht, aber ich war doch gespannt, was der Meister mit ihm vor hat bzw aus ihm machen würde.
Hinzu kommt, dass ich die Darstellung der Vampire hier noch immer besonders schaurig und vor allem auch eklig finde. Solche Vampire sind mir noch in keinem Buch oder Film begegnet und ich freue mich immer, wenn in dieser Hinsicht etwas Neues aufgeboten wird. Alleine aus diesem Grund würde ich mir ja wünschen, jemand würde diese Trilogie auf die Leinwand bringen.
Was die Charaktere anbetrifft, haben sich mein Interesse und auch meine Symapthien ziemlich gedreht. Stand für mich bisher Ephraim im Vordergrund, so konnte ich mit ihm hier kaum noch etwas anfangen. Klar, gelegentlich habe ich seinen Mut schon bewundert, doch leider ist er inzwischen zu einem von Selbstzweifeln zerfressenen Junkie geworden. Mit seinem ständigen Lamento über den Verlust von Zack und seinem alten Leben ging er mir manchmal gut auf die Nerven. Natürlich ist seine Situation schrecklich! Die der anderen aus seiner Truppe aber ebenfalls! Und von denen tröstet sich auch niemand ständig mit Prinz Valium und Konsorten!
Überraschend, dass Ephraim am Ende doch noch so beherrscht und berechnend vorgeht, aber das musste wohl so sein um das Ende so zu gestalten wie es nun mal ist. Sonderlich glaubhaft fand ich es allerdings nicht, dass jemand, der so drauf ist wie er, so etwas noch über die Bühne kriegt.

Dieser Band las sich vergleichsweise leicht. Es sind druchweg recht kurze Kapitel, immer mal wieder wechselt auch das Schauplatz und die Charaktere, die gerade im Mittelpunkt stehen. Das sorgt für Abwechslung und so hat man schnell ein paar Kapitel geschafft und ist ein gutes Stück vorangekommen. Über die paar Szenen, die sich etwas ziehen, konnte ich so gut hinwesehen.

Der Look orientiert sich an den Vorgängern. Die Farbe entspricht wieder ganz dem Titel und spätestens mit diesem Schwarz dürfte schon vor der ersten Seite klar sein, dass es die Menschheit nun endgültig erwischt hat und die Aussicht auf Rettung gering ist. Das Blutrot bildet einen schönen Kontrast und noch immer mag ich den geprägten Schriftzug. Da habe ich gerne mal drübergestrichen.

Fazit:  Ein in verschiedener Hinsicht spannender und düsterer Abschluss der Trilogie. So bin ich mit der Reihe nun doch wieder ganz versöhnt, auch wenn das nach Teil 2 nicht danach aussah. Wem es also ebenso geht: durchhalten. Es lohnt sich für Teil 3, da geht’s wieder aufwärts.


Titel: Die Saat
Autor: Guilleromo del Toro / Chuck Hogan
Seiten:  432
Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 978-3453266506
Preis:  € 19,99 (HC)

Rezension – Department 19 – Die Mission (Will Hill)

department19Jamies Leben wird nie wieder dasselbe sein. Sein Vater tot, seine Mutter vermisst und er selbst von einem Hünen namens Frankenstein entführt – an einen Ort wie aus einem Science-Fiction-Film. Hier residiert die geheimste Organisation der britischen Regierung: das Department 19. Verantwortlich für die Bekämpfung des Übernatürlichen. Gegründet vor über einem Jahrhundert von niemand Geringerem als Abraham van Helsing, dem Erzfeind des Grafen Dracula.  Mit der Hilfe von Frankensteins Monster, einem schaurig-schönen Vampirmädchen mit ganz eigenen Absichten und den Mitgliedern der Organisation muss Jamie nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch seine Mutter vor einem grauenvollen, übermächtigen Vampir retten – während etwas viel Älteres sich regt, das selbst das Department 19 nicht bezwingen kann.

Bei diesem Buch war es ganz klar die Optik, die mich sofort aufmerksam werden ließ. Die Passage „vor über einem Jahrhundert“ habe ich da geflissentlich verdrängt, denn eigentlich hätte sie das Buch gleich wieder disqualifiziert.
Ich bin inzwischen aber froh, dass die Verdrängung in dem Moment so gut funktionert hat. Mir hat das Buch zwar nicht so richtig gefallen, aber daran ist ganz klar nicht die Geschichte an sich Schuld!
Die steckt durchaus voller sehr reizvoller, interessanter und heutzutage erfrischend anmutender Ideen. In erster Linie war das für mich diese Mischung der Charaktere. Hier sind mit zB Jamie und seiner Mutter ganz normale Menschen mit von der Partie, es mischen aber ebenso viele erdachte Gestalten mit wie Frankenstein und Abraham van Helsing, und man stößt auch auf reale historische Personen wie Bram Stoker, und natürlich auf Vampire! Erfreulicherweise Vampire vom alten Schlag, die auf’s Morden und Bluttrinken aus sind, und die ein Pflock im Herz ganz gut kleidet.
Durch diese Kombination aus so vielen verschiedenen Charakteren und Wesen ergibt sich recht zwangsläufig auch eine Mischung der Zeiten. Sicher, die Story spielt zum größten Teil im Hier und Heute, aber Gestalten aus solch alten Geschichten bringen eben auch das Flair ihrer Zeit mit ein. Das ist leicht exotisch, passt aber erstaunlich gut. Und hat es mir leichter gemacht, mich mit dieser Spur Altertümlichkeit abzufinden.
Gefallen hat mir auch, dass man hier trotz jugendlicher Hauptperson einen Roman vor der Nase hat, der sich ganz klar an ältere bzw erwachsene Leser richtet. Jedenfalls mal Gewalt und Brutalität angeht. Hier wird mit modernsten Waffen gekämpft, hier werden Vampire gepfählt, hier spritzt alle paar Seiten literweise das Blut und gerade Hauptperson Jamie wird ganz, ganz übel mitgespielt. Das führt zudem unweigerlich zu einer düsteren und bedrohlich Atmosphäre, die über der gesamten Handlung liegt.
Soweit, so gut! Sollte jemand mal auf die Idee kommen, dieses Buch zu verfilmen, dann stehe ich ganz sicher in der Schlange an der Kinokassen. Denn auf der Leinwand gibt es den größten Haken, den das Buch für mich hatte, ganz klar nicht. Denn da sehe ich sofort alles: wer wie aussieht, wo es wie aussieht, wie die Waffen funktionieren und wirken…eben alles, was ich mir im Buch erstmal schildern und erklären lassen muss. Durch diese beschreibenden und erklärenden Passagen habe ich mich immer wieder ganz schön gequält und hätte sie eigentlich liebend gern übersprungen. Ab einem gewissen Maß langweilt und nervt mich das einfach, und nimmt oft auch das Tempo aus der jeweiligen Passage.
Und vielleicht wäre mir sogar Jamie im Film einen Zacken sympathischer. Im Buch konnte ich mit ihm nicht viel anfangen. Da kehrte er mir zu oft den gerade mal Verzehnjährigen Großkotz raus, während er ein paar Seiten später wieder typisch teeniebockig und kindisch ist.

Ich habe vergleichsweise lange für das Buch gebraucht, weil mich gewisse Teile ganz ordentlich gequält haben. Das ist schade, denn sonst steckt die Geschichte wirklich voller Tempo und Action. Dafür lockern die „Kapitel“ ein wenig auf, die vor über einhundert Jahren spielen. Und dadurch, dass die Kapitel nicht gerade kurz sind, hat man mit einem Kapitel schon einen guten Schritt voran in der Geschichte geschafft.

Wie erwähnt war ich vom Look der Buchs sofort angetan. Obwohl solch altmodische Darstellung sonst ganz und gar nicht mein Ding sind. Aber daurch, dass man die Gestalten auf dem vorderen und hinteren Deckel nur von hinten sieht, wirkt es schon geheimnisvoll. Die Kapitel, die im vorigen Jahrhundert spielen, fallen durch einen besonderen Druck auf. Sie sehen aus wie auf altem Pergamnt gedruckt.

Fazit: Eine spannende Geschichte voller Ideen, die eine innovative Mischung ergeben. Daran gibt es keinen Zweifel. Die Mischung aus Moderne, Historischem und Fiktionalem geht hier völlig auf. Im Kino wäre das genau mein Ding! Mich haben die zahlreichen schildernden Passagen aber ganz schön genervt und gelangweilt, so dass das Buch trotzdem nicht den besten Eindruck hinterlassen hat. Ich werde Teil 2 aber sicher lesen. Alleine in der Hoffnung, Vieles ja nun schon zu kennen und mir nicht mehr alles lang und breit erklären lassen zu müssen. Mal schauen!

Vielen Dank an den Lübbe Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Department 19 – Die Mission
Autor: Will Hill
Seiten: 490
Verlag: Lübbe Verlag
ISBN: 978-3785760802
Preis: € 14,99 (HC)

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