van Dusen

Professor van Dusen (19) – …legt einen Köder aus

Titel: Professor van Dusen (19) – …legt einen Köder aus / Verlag: Allscore / Spielzeit: ca. 69 min / Sprecher: Nicolai Tegeler, Marko Bräutigam, Lutz Harder, Fabian Oscar Wien ua

Das Grauen schleicht auf vier Pfoten durch das Gefängnis von Berlin Moabit. Nacheinander werden drei Insassen tot aufgefunden. In ihren Nacken befinden sich deutliche Bissspuren und in den verschlossenen Zellen wird jeweils eine tote Ratte gefunden. Der Aufschrei des Entsetzens ist groß und erreicht Professor van Dusen im Hotel Kaiserhof. Die Denkmaschine eilt zu Hilfe und wird in einen haarsträubenden Fall verwickelt. Wie sich schnell zeigt, kam der Hilferuf keine Sekunde zu früh, denn ein weiterer Mord kündigt sich bereits an. Können Professor van Dusen und Hutchinson Hatch den tödlichen Bissen ein Ende setzen?


Ich könnte es ganz kurz machen, wieso mir dieser Fall so wahnsinnig gut gefallen hat: weil ich mich dabei wirklich kaputtgelacht habe. Es gab bislang noch keinen van Dusen-Fall, den ich als so witzig empfunden habe. Gewisse Szenen sind -wenn man sie sich vorstellt- einfach urkomisch. Und lustige Dialoge gibt es noch mal mehr.
Dabei ist das Gefängnis von Moabit sicher kein Ort für eine Komödie. Doch die Insassen und auch die Angestellten wecken oft genau diesen Eindruck, weshalb ich sie auch durchweg total gerne mochte. Ich fand es so schade, wenn van Dusen mal nicht im Gefängnis ermittelte.
Zu ermitteln gibt es hier einiges. Eine Rattenplage hält das Gefängnis in Atem. Die Tiere sollen für den Tod einiger Insassen verantwortlich sein. Man muss schon zugeben, diese Idee hat etwas sehr Schräges an sich. Genau deshalb gefiel sie mir aber. Sie passt wunderbar zu den skurrilen Leuten, auf die van Dusen und Hatch bei ihren Nachforschungen treffen. An sich ist einem sofort klar, dass die Ratten die Menschen nicht auf den Gewissen haben können, doch eine andere, vernünftigere Erklärung findet sich hier auch nicht so schnell. Da grübelt man schon ganz ordentlich und als van Dusen behauptet, ihm sei der Fall mindestens zur Hälfte bereits klar, kann man als Hörer eigentlich nur staunen.
Die Auflösung kommt überraschend, jedenfalls was die Mordmethode angeht. Darauf muss man erstmal kommen. Noch überraschender fand ich es aber, dass auch eine bereits bekannte Figur einen weiteren Auftritt hat. Ich habe den Auftritt dieser Figur hier leider als nicht sonderlich passend empfunden. Und gewisse Dinge, die sie tut, erschienen mir selbst für diese Episode zu weit hergeholt. Insgesamt war das jedoch nur ein winziger Wermutstropfen.

Marko Bräutigam hat mir als Gefängnisdirektor Albert Zweck besonders gut gefallen. Ich mag seine tiefe, dröhnende Stimme, vor allem aber den überaus bissigen Ton an vielen Stellen. Nicht gerade die typische Autoritätsperson, aber sympathisch macht es den Direktor auf jeden Fall. Bernd Vollbrecht geht in dieser Folge absolut auf in seiner Rolle als van Dusen. Immerhin klingt der bei ihm schon immer sehr gewitzt und amüsant. Darin läuft er hier zur Höchstform auf.

Die Musik zeigt sich erneut eher zurückhaltend, dann und wann sind aber auch mal dezent militärisch angehauchte Stücke zu hören. Und anfangs bringt uns Hatch sogar ein kleines Ständchen mit einem bekannten Berliner Gassenhauer. Was die Geräusche angeht, ich habe trotz jahrelanger Rattenhaltung noch keine Ratten fauchen gehört, aber irgendwie musste man die Tierchen wohl in Szene setzen. Ansonsten ist geräuschmäßig einmal mehr alles in bester Ordnung.

van Dusen in einer Gefängniszelle, ein lebloser Insasse auf einer Pritsche und eine ebenso leblose Ratte am Boden. Damit fasst das Cover alles Wichtige dieser Folge in einem Bild zusammen. Durch den Stil einer Bleistifzeichnung wirkt das Motiv passig düster.

Fazit:  Ein kreativer neuer Fall für den Professor und Hatschi Halef…äh…Hutchinson Hatch, bei dem ich Tränen gelacht und den ich deshalb gleich mehrmals gehört habe. Eine tolle Idee, überraschende Ermittlungen und eine ganze Reihe skurriler Figuren machen die Geschichte zum echten Hörvergnügen. Nur eine Figur hätte ich nicht unbedingt gebraucht…

Professor van Dusen (18) – …und der lachende Mörder

Titel: Professor van Dusen (18) – …und der lachende Mörder / Verlag: Allscore / Spielzeit: ca. 56 min / Sprecher: Nicolai Tegeler, Vera Bunk, Bernd Vollbrecht, Peter Flechtner ua

Hutchinson Hatch wird ein wichtiges Beweisstück in einem laufenden Mordprozess zugespielt. Sofort begibt er sich damit an den Gerichtshof, wo der des Mordes angeklagte Marvin Costello allerdings freigesprochen wird. Hatch wird von diesem ausgelacht und verhöhnt. Doch damit nicht genug: Nicht einmal Professor van Dusen scheint sich für diesen Fall zu interessieren. Hatch und seine Freundin Penny sind entschlossen, den Fall aufzuklären und ermitteln auf eigene Faust. Schnell stellen sie fest, dass Costello und dessen neue Freundin Estelle von Geheimnissen umgeben sind, die für Hatch und Penny nur einen Schluss zulassen: Marvin Costello steht kurz davor, einen weiteren Mord zu begehen. Kann Professor van Dusen Schlimmeres verhindern?


Das ist mal ein Start in einen Fall, wie er einem selten begegnet. Selbst in einer Serie wie dieser. Die Geschichte beginnt direkt vor Gericht, wo ein Mordprozess verhandelt wird. Wohlgemerkt einer, bei dem es bis dahin noch nicht einmal eine Leiche gibt. Nachdem der Angeklagte freigesprochen wurde, stürmt Hatch in den Gerichtssaal. Mit einem Dokument, dass den Angeklagten klar schuldig gesprochen hätte. Damit beginnt die Story schon mit einem ordentlichen Paukenschlag.
Selbstverständlich will Hatch diese Demütigung nicht auf sich sitzen lassen. Doch zu seinem -und sicher auch zum Erstaunen vieler Hörer- zeigt van Dusen wenig bis gar kein Interesse an dem Fall. Von ihm hört man in dieser Folge insgesamt ungewöhnlich wenig. Stattdessen stellen Hatch und seine Kollegin und Freundin Penny Nachforschungen an und so begleitet man zur Abwechslung die beiden. Das ist mal eine nette Abwechslung, allerdings hat mit der Professor schon gefehlt. Penny ist kein Ersatz für ihn. Ich muss sogar sagen, ich brauche sie nicht nochmal in einer solche großen Rolle. Die Fälle dieser Reihe werden von Hatch und van Dusen bestritten, und das möge bitte weiterhin so bleiben.
Trotzdem sind die Ermittlungen von Hatch und Penny nicht uninteressant. Im Gegensatz zu van Dusen habe ich ihre Rückschlüsse durchaus als logisch empfunden und Mut kann man ihnen ebenfalls nicht absprechen. So gibt es manche spannende und brenzlige Szene. Außerdem fällt es bei Hatch und Penny leicht, mitzuknobeln. Das ist bei den Gedankengängen des Professors nicht so leicht. Mir macht sowas immer Spass und so hat mir das hier gefallen.
Die Szenen mit van Dusen bergen aber dennoch die gewohnte Komik, so kurz sie auch sind. Dieses Weckerklingeln ständig, fast nervig, aber eben auch witzig. Man fragt sich jedes Mal, was der Professor da eigentlich treibt. Und irgendwie spürt man auch, dass er den Fall durchaus im Blick hat. Es kann doch nicht sein, dass er einen Fall ignoriert und seinen Assistenten im Stich lässt! So kommt van Dusen am Ende dann natürlich doch noch zu seinem ganz großen Auftritt. Pünktlich zum Weckerklingeln quasi.

Vera Bunk gibt eine ausgesprochen selbstbewusste und energische Penny De Witt und so ist vom ersten Satz an  klar, dass Hatch dieser Kollegin nicht wirklich gewachsen ist. Geschlagen gibt dieser sich allerdings nicht. Nicolai Tegeler lässt ihn ebenso engagiert und eifrig klingen wie eh und je. Stefan Gossler gelingt es gut, Costello nie so wirklich fies und hinterhältig wirken zu lassen. Man hört ihm den typischen Verbrecher nie an. Lediglich ein feiner Unterton hier und da zeigt auf, von welchem Schlag seine Figur wirklich ist. Erst beim Finale wird das so richtig deutlich.

Musik und Geräusche verstehen ihren Job einmal mehr ganz hervorragend. Die Stücke sind einwandfrei eingefügt und sorgen für Atmosphäre. Die Effekte gestalten das Geschehen lebhaft und vorstellbar.

Das Covermotiv zeigt den Professor bei seinen rätselhaften Experimenten mit den Uhren, während Hatch wild gestikulierend auf ihn einredet. Das verrät zwar nichts über den Fall, stellt aber dennoch ein wesentliches Element der Geschichte dar.

Fazit:  Eine Story mit wenig van Dusen. Den Löwenanteil der Geschichte bestreiten Hatch und Penny, was aber ebenfalls ganz spannend und unterhaltsam ist. Vor allem, weil der Fall quasi von hinten aufgerollt wird. Das ist mal ein anderer Verlauf und sorgt für Abwechslung. Aber nicht verzagen, auch wenn es lange nicht so ausieht, zum Ende hin wird es doch noch ein waschechter van Dusen – Fall.

Professor van Dusen (17) – …setzt die Segel

Titel: Professor van Dusen (17) – …setzt die Segel / Verlag: Allscore / Spielzeit: ca. 61 min / Sprecher: Nicolai Tegeler, Liane Rudolph, Peter Weis, Niels Rieke, Peter Kirchberger ua

Professor van Dusen verschlägt es in das niederländische Seebad Zandvoort. Dort will er Ahnenforschung betreiben, jedoch verlaufen seine Recherchen alles andere als glücklich. Noch dazu geschehen im Hotel Zee Paleis seltsame Dinge und nicht jeder ist, wer er vorgibt, zu sein. Als kurz darauf am Strand ein Mord geschieht, muss der Professor nicht nur einen kühlen Kopf bewahren, sondern sich zudem einem altbekannten Gegner stellen. Dieser hat nichts von seiner Gefährlichkeit eingebüßt.


van Dusen und Hatch machen auf ihrer Reise einen Abstecher in das niederländische Seebad Zandvoort. Dort möchte der Professor Näheres zu seinen Vorfahren erfahren. Allerdings verlaufen diese Nachforschungen für ihn wenig erfreulich. Ich musste wirklich über seine Reaktionen lachen als er erfährt, wie normal bis gewöhnlich seine Ahnen geraten sind. Da kann er einem beinahe leid tun.
Im weiteren Verlauf lernt man die übrigen Bewohner des Hotels kennen und am Strand ereignet sich etwas sehr Skurriles. Das ist alles schön unterhaltsam erzählt und zeichnet ein herrliches Bild vom Schauplatz und den Akteuren. Es dauert dadurch aber auch eine Weile, ehe eine Leiche aufgefunden wird und so ein neuer Fall für den Amateurkriminologen und seinen Chronisten Hatch startet.
Als Hörer hat man genau wie van Dusen eine ganze Reihe Personen an der Hand, zu denen man Theorien und Verdächtigungen anstellen kann. Die Geschichte steuert dann eins nach dem anderen immer weitere kleine Details rund um das Geschehen bei und so macht es wirklich Spass, sie zu einem großen Ganzen zusammenzupuzzeln. Gegen Ende hin erwartet einen aber dennoch die eine oder andere Überraschung.
Außerdem bringt das letzte Drittel einen neuen Widersacher für van Dusen ins Spiel. Ich denke, von ihm werden wir in der Reihe sicher noch einmal hören, und ich freue mich sogar darauf. Er scheint ein würdiger Gegenspieler zu sein.

Cornelia Waibel hat mir als Sina Waterboer sehr gut gefallen. Sie lässt Sina liebenswert und jung klingen. So ist Sina die Figur, die einen Funken Schwung in die Story bringt. Liane Rudolph hält für Greetje Vandermeer eine markante Stimme bereit, die einem auf Anhieb eine Vorstellung dieser Person liefert. Peter Weis gibt einen sympathischen Antonius Waterboer und ich musste immer ein bisschen grinsen, wenn der leicht einfältige Antonius das Wort ergreift.

Musik hält sich auch in dieser Folge wieder sehr zurück. Am häufigsten hört man sie noch zwischen den Szenen oder während Hatchs Erzählpassagen. Dort dann aber wieder dezent im Hintergrund. Dafür gilt der Geräuschkulisse ein besonderes Lob. Sie setzt den Schauplatz ausgesprochen anschaulich in Szene.

Das Covermotiv zeigt Hatch dabei, wie er mit einem kräftigen Tritt die Strandkabinentür öffnet, hinter der die Leiche liegt. Dass die Kabine die Unglückszahl 13 hat, ist ein nettes Detail. Damit zeigt das Cover den Moment, in dem der Fall seinen Anfang nimmt.

Fazit:  Nach einem ausführlichen und sehr unterhaltsamen Einstieg, gilt es dann doch noch, einen waschechten Mord aufzuklären. Das gelingt van Dusen in seiner gewohnten unnachahlichen Art einmal mehr mit Bravour. Doch wird dieses Mal  nicht jeder Bösewicht zur Strecke gebracht. Stattdessen geht ein Widersacher für van Dusen neu ins Rennen, von dem man sicher noch hören wird.

Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen (20) – Hatch will heiraten

Titel: Professor Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen (20) – Hatch will heiraten / Verlag: Highscore Music / Spielzeit: ca. 57 min / Sprecher: Klaus Herm, Karin Grüger, Heinz Rabe ua

Ihre Reise um die Welt setzen Professor van Dusen und Hutchinson Hatch auf einem Passagierdampfer fort, wo der Reporter einen heftigen Streit zwischen zwei Männern in einer fremden Sprache beobachtet. Sofort berichtet er auch dem kriminalistischen Gelehrten von seiner Beobachtung. Auch am nächsten Tag hat Hatch wieder eine ähnlich unangenehme Begegnung, bei der er jedoch auch der zauberhaften Miss Apex begegnet, die in dunkle Machenschaften verwickelt zu sein scheint.


Auf ihrer Weltreise sind van Dusen und Hatch in dieser Episode auf dem Passagierdampfer Ormuz unterwegs, was eine schöne Abwechslung darstellt. Auch sonst hat die Geschichte ein paar nette Überraschungen in petto. So steht hier bespielsweise gar nicht van Dusen im Mittelpunkt. Die Story dreht sich vielmehr um Hatch, der auf dem Schiff ein paar finsteren Gestalten auf die Spur kommt und so unversehens in eine höchst gefähliche Lage gerät. Da ich Hatch genauso gerne mag wie van Dusen hat mir das wirklich gut gefallen. Vor allem erfährt man so auch noch ein paar interessante Details über van Dusens Freund und Chronisten.
Im Vorgeplänkel am Anfang des Hörspiels äußert Hatch Bedenken, die Geschichte überhaupt zu erzählen. Unter anderem, weil er sie nicht für eine richtige Kriminalgeschichte hält. Jedenfalls wenn man davon immer Mord und Totschlag erwartet. Das stimmt so sogar. Legt man einzig diesen Maßstab an, ist es wirklich kein echter Krimi. Doch auch hier sind echte Gauner am Werke. Es muss nicht immer eine Leiche geben, es gibt noch genug anderen Arten des Verbrechens. Auch wenn man hier schnell ahnt, dass Hatch geradewegs ins Unglück läuft und man den Leuten aus dem fernen Ruritanien keinen Meter über den Weg trauen sollte, so bleibt es doch spannend. Alleine schon durch die Sorge um Hatch und die Frage, ob und wie van Dusen das Unheil von seinem Chronisten abwenden kann.
Am Ende beim großen Finale in allerletzter Sekunde steht dann wieder er im Mittelpunkt. Während man zuvor oft auf sein geistreichen Bemerkungen und intelligenten Gedankenspiele verzichten muss, kann er an dieser Stelle wie gewohnt brillieren.

Wenn sich eine Story vornehmlich um Hatch dreht, ist logischerweise von Klaus Herm am meisten zu hören. Er liefert hier einen wirklich genialen Job ab. Hatch klingt geradezu besorgniserregend naiv, verliebt und manchmal sogar irgendwie trottelig. Da darf gerne mal geschmunzelt werden. Mit Karin Grüger alias Miss Apex hatte ich dagegen meine Schwierigkeiten. Sie übertreibt mir zu oft und so klingt die junge Dame keinweswegs geheimnisvoll oder verzweifelt. Alleine dadurch weiß man als Hörer schon, was man von ihr zu halten hat und in welche Richtung es mit der Story geht.

Stimmige Musikstücke und eine ganze Reihe passiger Geräusche verleihen der Folge ihr Flair. Man wähnt sich schnell in van Dusens Zeit und der Schauplatz Passagierschiff wird ebenso gut in Szene gesetzt wie der Part mit Hatch und Miss Apex auf ihrem Kamelritt.

Wenn es ein Motiv gibt, das den Stand der Ehe bestens beschreibt, dann dieses hier: die Hände zweier Menschen, die durch den Ehering aneinenadergekettet sind, Großartig!

Fazit:  In dieser Episode steht mal Hatch im Mittelpunkt, was eine schöne Abwechslung ist und genauso gut funktioniert wie die anderen Geschichten. Auch wenn der Hörer schnell weiß, wo der Hase hier langläuft, so ist es doch spannend zu verfolgen, wie Hatch in sein Unheil rennt. Und natürlich, wie van Dusen dem Spuk letztlich ein Ende setzt.

Professor van Dusen (16) – …nimmt die Beichte ab

Titel: Professor van Dusen (16) – …nimmt die Beichte ab / Verlag: Allscore / Spielzeit: ca. 70 min / Sprecher: Nicolai Tegeler, Luise Lunow, Franziska Endres, Ilka Teichmüller ua

Eine anfangs noch harmlose Reise nach Florida entwickelt sich für Professor van Dusen und seinen treuen Begleiter Hutchinson Hatch zu einem gefährlichen Abenteuer. Durch einen Hurricane vom Weg abgekommen, landen die beiden Männer ausgerechnet in einem Nonnenkloster. Dort geht es den Bewohnerinnen zufolge nicht mit rechten Dingen zu: Geheime Zeichen an der Wand versetzen die Nonnen in Aufruhr! Auch die erste Leiche lässt nicht lange auf sich warten. Die Denkmaschine nimmt daraufhin die Herausforderung eines Parapsychologen an, in einem Wettstreit die Lösung des Falls zu finden.


Dieser Folge ist zu Beginn noch nicht viel von einem neuen Fall für die Denkmaschine anzumerken. Für ihn und natürlich auch Hatch geht es dieses Mal per Automobil nach Florida. Jedenfalls soll er dorthin gehen, doch das Wetter und auch das Automobil erschweren die Reise sehr. Allerdings auf höchst vergnügliche Art und Weise. Ich habe manches Mal grinsen müssen als die beiden das Auto anmieten und auch bei ihren Wortgefechten auf der brenzligen Fahrt, die schließlich unter einem umgestürzten Baum ein jähes Ende findet.
Von nun an ist es auch mit dem Vergnügen vorbei. van Dusen und der verletzte Hatch landen in einem einsam gelegenen Kloster, in dem es zu spuken scheint. Die kleine Gruppe Nonnen dort lebt mehr oder minder verängstigt mit den seltsamen Vorkommnissen, denen ein Parapsychologe auf die Spur zu kommen versucht. Jedenfalls bis van Dusen Wind von der Sache bekommt, denn von da an wirkt der “Geisterjäger” vor allem albern.
Als eine der Schwestern tot aufgefunden wird, nimmt van Dusen die Spur des vemeintlichen Spuks auf und tritt damit in Konkurrenz zu dem Parapsychologen, was diesem natürlich gar nicht passt.
Mir hat diese Folge wirklich sehr gut gefallen, denn ich mag es, wenn man es mit einer überschaubaren Anzahl an Figuren zu tun hat. So kann man sich für jede ein bisschen Zeit nehmen und Überlegungen anstellen, ob und inwiefern sie mit den Ereignissen zu tun haben könnte. Auch der leicht uneheimlich anmutende Schauplatz, das alte, verwinkelte, schiefe Kloster war ganz nach meinem Geschmack. Das hat einfach seinen ganz speziellen Charme und sorgt für ein bisschen Gänsehautfeeling.
Das Rätsels Lösung dagegen ist im übersinnlichen Verständnis überhaupt nicht schaurig, grausig aber auf alle Fälle und es ist einmal mehr ein reines Vergnügen, van Dusen bei seinen aufklärenden Erläuterungen zu lauschen. Es bleibt bis zur letzten Minuten spannend, wer der- oder diejenige mörderische Welche ist…

Luise Lunow glänzt mit ihrer markanten Stimme als Mutter Ignazia. Man nimmt ihr diese Rolle auf Anhieb ab und hat auch gleich ein entsprechendes Bild von dieser Figur vor Augen. Dirk Müller gelingt es ebenfalls sehr gut, einem einen Eindruck von dem Parapsychologen zu vermitteln. In den Rollen der Schwestern sind Franziska Endres, Nicole Hannak, Ilka Teichmüller und Jenny Maria Meyer zu hören, die man dank ganz verschiedener Stimmen und Tonfälle prima unterscheiden kann. Dadurch werden auch die verschiedenen Charaktere dieser Figuren schnell deutlich.

Diese Folge lebt zu einem großen Teil von ihrer genialen Atmosphäre, welche sie unter Anderem auch der musikalischen Untermalung verdankt. Die fällt sehr stimmig aus und man fühlt sich schnell in dieses seltsame Kloster versetzt. Eine ganze Reihe Geräusche veranschaulicht das Geschehen.

Das düstere Klostergwölbe auf dem Cover vermittelt einen Eindruck davon, wo diese Geschichte spielt. Ein bisschen unheimlich wirkt es auch. Witzig finde ich den Kontrast zwischen der ehrwürdigen Mutter Ignazia und dem Trio hinter ihr, dass vor allem neugierig und im Vergleich deutlich lockerer wirkt.

Fazit:  Eine spannende Geschichte mit unheimlichen Einschlägen und so genau mein Fall!

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