Voodoo

Pollution Police (10) – Voodoo in der Geisterstadt

Titel: Pollution Police (10) – Voodoo in der Geisterstadt / Verlag: Pollution Police EV. / Spielzeit: ca. 50 min  / Sprecher: Julia Fölster, Sky Dumont, Tom Gerhardt, Martin Rütter ua

pp10Inhalt: Die Suche nach einem mysteriösen Tierdieb führt Niklas, Linus und Melissa in die Geisterstadt Holzrath. Der kleine Ort, der kürzlich einem Braunkohletagebau weichen musste, ist eigentlich schon unheimlich genug, doch dann entdecken die Freunde in einem der leerstehenden Gebäude einen Voodoo-Schrein. Hat das Verschwinden der zahlreichen Haustiere tatsächlich etwas mit schwarzer Magie zu tun? Um dem Geheimnis auf den Grund zu gehen, verbünden sich Niklas & Co. sogar mit ihrer Intimfeindin Meike. Als dann jedoch ihr treues Maskottchen, der clevere Waschbär Einstein, dem Tierdieb in die Hände fällt, beginnt für die kleinen Pfadfinder ein Wettlauf mit der Zeit.


Ich muss gestehen, dass mich der Titel nicht unbedingt gelockt hat. Mit Voodoo kann ich gar nichts anfangen und bei “Geisterstadt” denke ich automatisch an langweilige, wüstensandverstaubte Städte. Umso mehr hat mich die Folge überraschen können. Der Fall dreht sich zunächst um verschwundene Tiere, zieht dann aber bald weitere Kreise. Tiere bleiben aber das Thema insgesamt und damit kann man mich eben immer begeistern. Entsprechend neugierig und gespannt habe ich die Nachforschungen der Pfadfinder begleitet. Voodoo ist nur relativ kurz ein Thema, was mir entgegenkam.
Weiterhin geht es hier natürlich nicht um ein ödes Wüstenstädtchen, sondern um die Geisterstadt Holzrath mitten in Deutschland. Es gibt tatsächlich eine solche Stadt mit ähnlichem Namen und ja, ich würde sonstwas dafür geben, mal dort (oder in eine andere solche Stadt) zu gehen. So beschlich mich leichter Neid als Niklas, Melissa und Linus sich in Holzrath umschauen. Es wird auch thematisiert, wie es zu solchen Geisterstädten in Deutschland gekommen ist, was ich wichtig finde. Das gibt einem dann schon zu denken. Alleine, wenn man sich vorstellt, man würde selber einfach so aus seinem Haus und Ort vertrieben, schaudert man.
Einen weiteren Pluspunkt hat die Folge bei mir mit der jugendlich lockeren Ausdrucksweise der Hauptfiguren gewonnen. Schön, dass auch mal ein unfeineres Wort fällt. Und dass man mal was von Facebook und Wikipedia hört. So redet man heute nun mal, wieso sollte das nicht auch in einem Hörspiel seine Berechtigung haben? Nur diese Anspielung auf TKKG hätte ich nicht gebraucht. Ist das gerade Mode, dass eine Hörspielreihe eine andere erwähnt? Ich finde das nervig und auch irgendwie peinlich.

Daniel Käser, Patrick Bartsch und Julia Fölster mausern sich von Folge zu Folge. Vor allem Julias Fölster klang für mich hier erheblich lockerer als in vorigen Folgen. Sehr schön! Spass hat es gemacht, Theresa Underberg als Rowdy Meike zu hören. Die brave Anne aus “Fünf Freunde” mal ganz anders! Sky Dumot könnte ich sowieso stundenlang zuhören. Auch er ist mit von der Partie. Tom Gerhardt dagegen ertrage ich absolut gar nicht. Gut, dass seine Rolle recht klein ist. Toll fand ich, dass Martin Rütter eine Rolle hat. Ich bin großer Fan von ihm als “Hundeprofi”, doch als Hörspielsprecher hat er mich weit weniger beeindruckt. Er klingt sehr bemüht.

Musikalisch und in Sachen Geräusche muss die Folge sich nichts vorwerfen lassen. Hier passt alles. Stimmungsvolle und passige Stücke begleiten die Szenen und sorgen für Atmosphäre. Eine ganze Reihe Geräusche veranschaulichen das Geschehen, sodass man sich alles jederzeit gut vorstellen kann.

Das Covermotiv gefällt mir mit dem Voodoo-Altar wirklich prima, allerdings verspricht es mehr Grusel als die Geschichte in petto hat. Aber es sieht cool aus und macht ganz bestimmt neugierig auf das Hörspiel.

Fazit: Meine Bedenken wurden im Nullkommanichts weggewischt. Eine spannende Folge mit interessanten und ernsten Themen an Bord, die ich sicher nochmal hören werde. Voodoo spielt allerdings nicht lange ein Rolle. Wer darauf hofft, dass sich alles darum drehen wird, wird enttäuscht sein. Mir kam das so ganz entgegen.

Fabula Obscura – Das McCready Erbe

Titel: Fabula Obscura – Das McCready Erbe / Verlag: Rubikon Hörspiele / Spielzeit: ca. 76 min / Sprecher: Michael Ojake, Wolfgang Rüter, Torsten Münchow, Jochen Langner ua

fabulaobscuraInhalt: 1924 – Der Engländer William Campbell erbt die Plantage eines ihm völlig unbekannten Verwandten in New Orleans.
Traumatisiert von den Wirren des großen Krieges, der in Europa tobte, nimmt er diese Erbschaft mit Freuden an, um ein neues Leben zu beginnen.
Seine Euphorie über das unerwartete Erbe und den damit verbundenen Reichtum wird jedoch schnell getrübt, als es auf der Plantage zu merkwürdigen Todesfällen kommt und William beinahe selbst Opfer eines Anschlages wird. Wer zieht im Hintergrund die Fäden? Wurde auch sein Erbonkel Opfer eines Anschlages?
Und was hat es mit den seltsamen nächtlichen Ritualen der Plantagenarbeiter auf sich? Als William den Geschehnissen auf die Spur kommt, muss er feststellen, dass sein Gegner bereits ein tödliches Schicksal für ihn bereit hält.


Wenn irgendwo etwas von Lovecraft draufsteht, bin ich ja immer automatisch schon skeptisch. So langsam habe ich ihn samt seiner Geschichten ziemlich über. Dieses Hörspiel sollte aber nur von ihm “inspiriert” sein, deshalb bekam es seine Chance.
Es beginnt bereits mit einem unheilvollen Prolog. Der gruselerfahrene Hörer wird allerdings bereits beim Klappentext 1 und 1 zusammengezählt haben (New Orleans, Plantage usw) und wissen, wohin hier letztlich der Hase läuft. So ging es mir -in aller Bescheidenheit- jedenfalls. Aber ich mag diese Art Gruselgeschichten (solange die Hintergründe des Grauens nicht allzu genau beleuchtet werden). Deshalb war ich guter Dinge.
Das bin ich dann auch geblieben. Auch wenn ich ahnte, was da auf der Plantage los ist, war ich dort gerne zu Gast. Die Atmosphäre dort kommt schön rüber, sodass man sich schnell dorthin versetzt fühlt. Und ich bin neugierig den Geschehnissen gefolgt, die durchaus ihre schaurigen Momente hat. Es ist halt Grusel der sehr klassischen Art. Wer echten Horror sucht, der ist hier falsch. Ein wenig Nostalgiker sollte man schon sein. Spannend fand ich es, wie William, Edward und Violet dem Unheil auf die Spur kommen und es ausschalten würden. Ob es ihnen überhaupt gelingen würde. Am Ende geht es dann schon etwas mehr rund als zuvor in der Geschichte. Das gehört sich für mich auch so und deshalb ist es ein würdiges Finale.
Der Epilog letztlich macht Hoffnung, dass es vielleicht noch mal eine Nachfolgegeschichte geben wird. Das Böse lässt sich halt nicht so leicht vom Erdboden vertreiben.

Die Sprechergarde kann sich durchweg hören lassen. Torsten Münchow hat mir ein sympathisches Bild von William Campbell vermittelt, der sich der Verantwortung seiner neuen Aufgabe bewusst ist. Jochen Langner gibt einen oft eher skeptischen Anwalt. Er versteht es, bei Bedarf die Würde einer Person dieses Berufs herauszukehren, wenig später aber auch flott auf locker umzuschalten. Bert Stevens bekommt eine solche Wandlung ebenso spielend hin. Von anfangs harmlos auf ziemlich irre zum Ende hin.

Auch die Untermalung wandelt sich im Laufe des Hörspiels. Anfangs sind etwas altmodische, muntere Stücke zu hören, die gut das Flair des Schauplatzes an den Hörer vermitteln. Als das Geschehen auf der Plantage sich zuspitzt und es zu unheimlichen Vorfällen kommt, nimmt sich die Musik dann zurück. Wird leiser, eindringlicher und unterstreicht die unheimliche Athmosphäre. Mit viel Vogelgezwitscher hat mir das Hörspiel ein schönes Bild von der Planatage vermittelt. So eine Plantage könnte mir auch gefallen.

Das Cover verrät bereits einiges über die Geschichte, was ich aber gut finde. So weiß man wenigstens in etwa, was einen auf der CD erwartet. Mit den knorrigen Bäumen, der düsteren Plantage und der Mischung aus dunklen und leuchtenden Farben wird auch sofort klar, dass es hier gruselig zugeht. Mir gefällt das Motiv speziell wegen der Farben.

Fazit:   Eine unterhaltsame, sehr klassische Gruselgeschichte, für die man wenigstens ein kleines bisschen Nostalgiker sein sollte. Dann kommt man hier voll auf seine Kosten. Mir hat das Hörspiel prima gefallen. In diesem Stil darf es gerne noch eine Folge geben.

Dark Mysteries (05) – Narbenherz

Titel: Dark Mysteries (05) – Narbenherz / Verlag: Winterzeit: / Spielzeit: ca. 56 min / Sprecher: Tanya Kahana, Corinna Dorenkamp, Michael Lott, Bert Stevens ua

dm05Inhalt: 13. Januar 1993: Er hat mir sein Herz geschenkt – wie schon sechs vor ihm. Jetzt brauche ich nur noch drei – dann erfüllt sich mein Schicksal.


Das nenne ich doch mal einen kurzen Klappentext. Da ich mich aber gefragt habe, wie man Herzen tatsächlich als Gegenstand sammeln kann und welches Schicksal gemeint ist, habe ich doch mal ein Ohr riskiert.
Grundsätzlich ist hier alles ganz nach meinem Geschmack. Ich mag gruselige Geschichten, die in amerikanischen Kleinstädten spielen. Ich mag es, wenn dort seltsame Morde geschehen und Teenager quasi im Mittelpunkt stehen und die wichtigsten Rollen einnehmen. All das ist hier gegeben und so hat mir “Narbenherz” auch ganz gut gefallen. Es ist spannend, vor allem Dank einiger “Zwischenspiele” zB in der Vergangenheit, und ein paar nette Schreckmomente gibt es ebenfalls. Außerdem habe ich hier und da durchaus selber gegrübelt, was hinter den Ereignissen stecken könnte und dabei auf eine angemessen blutige Auflösung gehofft. Der Wunsch wurde mir dann auch erfüllt. Ich hätte mir nur irgendeinen anderen Aufhänger gewünscht als Voodoo. Es ist schwer, mich mit diesem Thema noch zu begeistern. Das gibt also einen ganz persönlichen Punkt Abzug.

Die Sprecherriege hat mich positiv überrascht. Bei den bisherigen Folgen war ja immer mal einer oder eine dabei, die mich nicht überzeugen konnte. Hier war das durch die Bank nicht der Fall! Tanja Kahana und Corinna Dorenkamp geben ein aufgewecktes Teenager-Duo ab. Vor allem Tanja Kahana hat mir gefallen. Sie erinnerte mich stellenweise sehr an Dorette Hugo, die der Nancy in “A Nightmare on El Street” ihre Stimme leiht. Und das passte wegen der Kleinstadt und den Morden so prima in dieses Hörspiel. Helgo Liebig trifft für den Sheriff den passenden, brummigen und herrischen Ton. Und die Rolle des fast ständig besoffenen Vaters war mal etwas, in der ich Michael Lott sicher nicht erwartet hatte.

Die Untermalung leistet sich so gut wie nie eine Pause. Fast immer sind Klänge zu hören, die für Atmosphäre sorgen. Mal dezent und leise, aber eindringlich aus dem Hintergrund, zwischendurch aber auch laut und effektheischend. Die Geräusche sind sorgfältig eingesetzt und klingen durchweg authentisch.

Das Cover gibt auch nicht gerade viel über den Inhalt des Hörspiels preis. Aber immerhin wirkt es mit der kindlichen Gestalt und dem Messer in deren Hand schön gruselig.

Fazit:  Mit Voodoo lockt man mich nur noch ganz schwer hinter dem Ofen vor, da hätte ich mir eine andere Idee gewünscht. Ansonsten aber eine feine, spannenden und blutige Folge, die für mich eine der besten der Reihe ist.

[eBook] Ondragon – Totenernte (Anette Strohmeyer)

ondragonPaul Ondragon löst Probleme aller Art. Aber ist er auch bereit, an Voodoo-Magie zu glauben? Sein zweiter mysteriöser Fall führt ihn von L.A. über New Orleans nach Haiti, das gerade von einem schweren Jahrhundertbeben getroffen wurde. Dort stößt er mit seinem kleinen Team auf ein erschütterndes Geheimnis, das weit größere Kreise zieht, als er zuvor angenommen hatte.

“Ondragon” war -wenn man von einem Mystery Thriller Romanheft absieht- mein erstes richtiges eBook. Sprich, eines mit mehr als 100 Seiten!Anfangs stand ich ihm skeptisch gegenüber. Ich bin zwar Zombie-Fan (damit hatte man mir das eBook schmackhaft gemacht ;)), aber mit den Wurzeln des Zombieglaubens und mit Voodoo kann man mich normalerweise ganz schnell und weit jagen. Ich mag die modernen Zombies, die ohne seltsame Rituale aus ihren Gräbern kriechen und Menschenfleisch erbeuten wollen.
Wobei ich zugeben muss, dass Anette Strohmeyer in Sachen haitianischer Zombieglauben und Voodoo offenbar sehr gut recherchiert hat. Ich habe einige Begriffe mal von google prüfen lassen 😉 und war beeindruckt, hier keineswegs von Phantasieideen zu lesen.
Dennoch fiel mir der Einstieg in die Geschichte gerade wegen dieser Abneigung recht schwer, denn gleich zu Beginn ist man auf Haiti zu Gast, wo die Handlung ihren Anfang nimmt und so der Grundstein für den weiteren Verlauf gelegt wird. Hatte ich erwähnt, dass ich auch für die französische Sprache nicht viel übrig habe? Ebenfalls keine gute Voraussetzung!
Doch nun genug gemeckert, denn als die Handlung zu Ondragon wechselte, da fühlte ich mich schon gleich viel wohler. An ihn und seine teilweise sonderbaren Ansichten und Vorgehen musste ich mich zwar erst gewöhnen, doch das wurde mir durch einen Schuss Humor und Ironie ziemlich leicht gemacht.
Das Buch unterteilt sich für mich klar in zwei Teile. Durch den regelmäßigen Schauplatzwechsel nach Haiti zog sich die erste Hälfte für mich immer mal wieder und ich hätte diese Passagen oft gerne übersprungen. Mich hielt aber stets die Aussicht bei Laune, bald wieder bei Ondragon und seinen Ermittlungen zu sein. Die fand ich nämlich ganz spannend und abwechslungsreich. Er kommt während seiner Nachforschungen gut herum und es hat mir gefallen, mir ein Bild von seiner “Firma” und befreundeten “Unternehmen” zu machen. Die haben etwas ausgesprochen Geheimnisvolles an sich, und ja, ich mag es auch, wenn jemand nicht lange fackelt und bei Bedarf mal flott zur Waffe greift um eine Situation zu klären. Da war ich bei Ondragon an der richtigen Adresse.
Schon in dieser ersten Hälfte habe ich angefangen, selber Überlegungen anzustellen, was da auf Haiti vor sich geht und was das mit den Ereignissen bei Ondragon zu tun hat. Durch den erwähnten Schauplatzwechsel wird man quasi zum Mitermitteln eingeladen.
Die zweite Hälfte des Buches hat mich dann so sehr umgehauen, dass ich sie in einer Nacht gelesen habe. Ich konnte den Reader nicht beiseite legen. Denn auch wenn die Handlung -einschließlich Ondragon und seinem bunt zusammengewürfelten Team- sich hier komplett nach Haiti verlegt, förderte die Geschichte plötzlich alles zu Tage, womit man mich begeistern kann.
Ich stehe total auf Geschichten um geheime und verlassene Labore, in denen Experimente an Menschen durchgeführt wurden. Noch besser, wenn die Hauptpersonen sich genau in ein solches verlassenes Labor wagen! Das ist gruselig und auf eine irgendwie kaputte Art unglaublich faszinierend für mich! Müsste ich das Highlight dieses Buches benennen, dann wohl Ondragons Inspektionstour in dieses Labor! Gänsehaut pur!
Genauso cool finde ich es aber auch, wenn Exeprimente ein Thema sind, die die Natur betreffen. Auch das wird hier geboten. Denn im Zusammenhang mit dem Labor stehen auch Experimente, die beispielsweise das Saatgut für Getreide betreffen. Da kommt man doch mal ins Grübeln, wenn man sich vorstellt, dass diese Ideen womöglich gar nicht so abwegig sind. Auch das verursacht einem durchaus mal ein Schaudern.
Und dann gibt es da natürlich noch die Szenen, in denen Ondragon und Co. leibhaftigen Zombies gegenüberstehen. Endlich mal Zombie nach meinem Geschmack: ohne Ritualbrimborium und Eigenheiten des Glaubens drum herum, dafür offenkundig ganz auf Menschenfleisch aus.
Kurz und gut: ich fand die zweite Hälfte einfach nur super spannend und gruselig, und sie hat für mich den holprigen Einstieg locker wieder gut gemacht.
Ich bin übrigens mit diesem zweiten Teil in die Serie eingestiegen, hatte aber keine Probleme mich einzufinden. Es gibt zwar immer mal wieder Andeutungen auf das Geschehen im ersten Band, aber sie man braucht diese Kenntnisse nicht um bei “Totenernte” durchzusteigen. Das ist gerade bei einer Serie auch etwas Feines!

Mit Anette Strohmeyers Schreibstil bin ich prima klargekommen. Sie erzählt meist locker, weiß aber bei entsprechenden Szenen auch Eindruck beim Leser zu hinterlassen. Auch wenn ich häufig mal über witzige Sprüche und Formulierungen gelacht habe, waren andere Passagen so eindringlich geschrieben, dass ich vom Lachen weit entfernt war. Dennoch, ich mag es einfach, wenn eine  Geschichte Humor mit an Bord hat, deshalb gibt’s dafür einen besonderen Bonuspunkt von mir.

Das schöne dunkelgrüne und finstere Cover konnte ich auf meinem Paperwhite zwar nicht gänzlich bewundern, aber ich kann es mir ja im Internet anschauen, und da gefällt es mir prima.

Fazit:   Wer mit den Wurzeln des Voodoo und Zombieglaubens, mit Ritualen usw mehr anfangen kann als ich, der wird “Totenernte” sicher von Anfang an in vollen Zügen genießen können. Mir fiel der Start dadurch etwas schwer. Die Kapitel abseits von Haiti haben mich da bei der Stange gehalten.In der zweiten Hälfte wurde dann aber alles geboten, wofür ich mich begeistern kann, und ich habe die halbe Nacht durchgelesen. Das hat mich mit dem Anfang absolut versöhnt und ich kann “Totenernte” guten Gewissens empfehlen! Wer es mysteriös, gruselig, spannend und actionreich mag, macht hier nichts falsch!


Titel: Ondragon – Totenerte
Autor: Anette Strohmeyer
Seiten: 418 Seiten (geschätzt)
Format: Psychothriller GmbH
Preis: € 6,99

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Vollmond über den Moor (Laurie Bridges / Paul Alexander)

Linda, deren Mutter schon lange tot ist, freut sich wahnsinnig, dass sie für die Monate, die ihre Vater in Südafrika arbeiten wird, bei ihrer Freundin Hetty Clark leben darf. Doch kaum ist sie bei den Clarks eingezogen, da beginnt für Linda ein nicht endenwollender Albtraum. Sie erhält keine Briefe mehr von ihrem Vater, ihre liebsten Sachen werden zerstört, und sie wird von schrecklichen Visionen heimgesucht. Als dann auch noch ihre Freundin Hetty ins Krankenhaus muss, glaubt Linda, das alles nicht mehr aushalten zu können, und spricht mit ihrem Freund Ron. Der widerum vertraut sich Ben Davis an.  Doch Ben, der sehr wohl weiß, wem diese Dinge – und schlimmere- zuzutrauen wären, schweigt. Bis zu jeder verhängsnisvollen Vollmondnacht, die alles entscheidet.

Als dieses Heft erschien, war ich gerade mal zehn Jahre alt. Ich weiß noch, wie gut mir diese Reihe damals gefallen hat. Allerdings schätze ich, dass ich damals recht kritiklos war. Da war mir vermutlich jede Story recht, Hauptsache sie versprach gruselig zu sein und ich durfte sie lesen.
Nun habe ich einen kleinen Stapel alter Hefte ergattert und möchte mal schauen, ob mir die Geschichten immer noch so gut gefallen.
Scheinbar habe ich aber mit dem falschen Heft losgelegt, denn an dieser Geschichte ist -für meinen Geschmack- so gar nichts dran. Natürlich, Voodoo ist ein beliebtes Thema für gruselige Geschichten, und genau darum dreht sich auch “Vollmond über dem Moor”. Leider wird das Thema hier nur ganz, ganz nahe an der Oberfläche behandelt. Die Leute aus den Sümpfen (genauere Bezeichnungen finden sich nicht) praktizieren seit Jahren diese Kunst, und die kann nicht nur Gutes bewirken, sondern auch Böses. Dafür benötigt man lediglich besagte Herkunft und allerlei obskure Zutaten, dann kann man viele verschiedene Zauber wirken. Und jemandem wie Linda damit Angst einjagen. Fertig.
Da es so oberflächlich zugeht, fehlt es es den Szenen auch durchweg an Atmosphäre. Ich wusste zwar, wann der Moment gewesen wäre, mich zu gruseln…aber es ging nicht. Weshalb hätte ich mich bei so schnell abgehandelten Passagen bitte gruseln sollen? Und ehe nun jemand fragt, was ich an Grusel von diesen Groschenromanen erwarte: ich kann mich gut an Hefte erinnern, die mich tatsächlich das Gruseln gelehrt haben! Solche gibt es in der “Mystery”-Reihe also auch!
Das zweite große Manko sind die Charaktere, denen es durchweg an Tiefe fehlt. Die unschuldige Linda, die selbstlose Hetti, der nette Ron…keiner hier hat auch nur irgendeine kleine Ecke, die für Persönlichkeit sorgen könnte. Und unter uns: über den Namen “Hetti” kann ich nur den Kopf schütteln. Eventuelle “Hettis”, die diese Rezi lesen, mögen es mir verzeihen. Ich würde das sicher anders sehen, wenn ich diese Hetti hier gemocht hätte.
Das Ende hat mir dann aber doch noch einigermaßen gefallen. Denn das spielt tatsächlich mal in den Sümpfen, und ich mag gruselige Storys, die in Sümpfen spielen. Außerdem wird es hier schon ein wenig spannend, jedenfalls im Vergleich zum vorigen Geschehen. Aus der Idee mit dem Sumpfmonster, dem Fin Critter, hätte man aber gerne mehr machen dürfen. Dem wäre ich gerne noch begegnet! Auch wenn ich nicht weiß, was das genau sein soll. Ich habe den Begriff bei google eingegeben und in der Bildersuche kommen da teilweise echt niedliche Bilder bei heraus. Aber so ein Fin Critter als beißwütiges, schuppiges Wesen…doch, das hätte mir gefallen.

Wenn man sich zwei, drei Stunden wirklich zum Lesen hinsetzt, hat man solch ein Heft normalerweise ausgelesen. Jedenfalls weiß ich, dass das so mein Schnitt ist, wenn mir ein Heft wirklich gefällt. Bei diesem hat es länger gedauert und ich habe oft Pausen gemacht. Erstens wegen der dünnen Story und zweitens, weil es sich auch sprachlich irgendwie holprig liest. Die Dialoge sind meilenweit vom Teenie-Style entfernt. Selbst von dem vor 24 Jahren. Eventuell liegt das aber auch an der Übersetzung. Der Titel wurde ja auch alles andere als originalgetreu übersetzt.

Das auf dem Cover sollen wohl Linda und Ron sein. Das wäre zumindest logisch. Nur zu wem gehört bloß diese Krallenhand? Egal, mit der Handlung hat dieses Motiv ohnehin nichts zu tun. Es ist nur reißerisch. Und auch hier gilt: ich weiß, dass die Serie das besser kann! Das ist so ebenfalls nicht typisch Groschenroman! Wenigstens ist man nahe am Original geblieben.

Fazit: Leider eine ausgsprochen dünne Story, die nicht einen einzigen wirklich gruseligen Moment bietet. Dafür aber eine ganze Reihe dürftiger Charaktere. Die Idee mit dem Fin Critter hätte noch was rausreißen können, dafür hätte sie aber weiter ausgereizt werden müssen, und das ist so gar nicht der Fall.


Titel:  Mystery – Wenn es dunkel wird (08/88) – Vollmond über dem Moor (Original-Titel “Dark Forces Swamp Witch”)
Autor: Laurie Bridges / Paul Alexander
Seiten:  96
Verlag: Cora Verlag
Preis 1988:  € DM 2,30

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