Wald

Schweigend steht der Wald (Wolfram Fleischhauer)

Es ist kein Zufall, dass es die Forststudentin Anja Grimm zu einem Praktikum in den tiefsten Wald Deutschlands verschlägt: Dort hat sie als Kind Urlaub gemacht, und dort verschwand vor zwanzig Jahren ihr Vater auf einer Wanderung. Bei den Dorfbewohnern läuten die Alarmglocken: Was hat die junge Frau hier zu suchen, nach so langer Zeit? Und was, wenn sie etwas findet – etwas Dunkleres, als jeder Fremde ahnen kann?

Lange wusste ich nicht, was ich von diesem Buch halten sollte und genauso lange bin ich drumherum geschlichen ehe es dann doch ins Regal einzog. Was mich unsicher gemacht hatte, war das „Roman“ auf dem Cover. Der Inhalt klang für mich eher nach einem Krimi, vielleicht sogar mit einem übersinnlichen bis gruseligen Einschlag. Einfach nur ein Roman? Was kann man davon ableiten?
Nachdem ich es gelesen habe, habe ich es für mich unter „Krimi“ einsortiert. Mit einem dezenten Einschlag in Richtung Regionalkrimi, denn die Geschichte spielt in einem bestimmten Landstrich in und nahe eines kleinen Dorfes. Die Menschen dort wirken teilweise seltsam, verschroben, eigenbrötlerisch und man hat die ganze Zeit das Gefühl, dass sie unter diesem „Filz“ etwas verbergen wollen. Mit allen Mitteln.
Diese Erkenntnis trifft auch die Hauptfigur Anja, eine junge Fortstudentin, die in den Wäldern der Gegend ein Praktikum absolviert. Dass sie ausgerechnet dort eingesetzt ist, hängt damit zusammen, dass in eben diesen Wäldern vor zwanzig Jahren ihr Vater verschwand. Damit hat man direkt eines der Rätsel bei der Hand, die es in der Geschichte zu lösen gilt. Anja macht einige interessante Entdeckungen, die Dorfbewohner machen Bemerkungen und / oder verhalten sich seltsam, sodass man knobeln kann, was damals passiert sein könnte. Mir hat dabei besonders gefallen, wie geheimnisvoll so ein ganz normaler Wald sein kann, wenn er entsprechend gut beschrieben wird. Und wie unheimlich das Dorf und seine Bewohner wirken.
Nach und nach tauchen weitere Hinweise darauf auf, was damals geschah. Viele davon sind einfach nur erschreckend, weil es eben grausame Vorfälle waren. Andere wiederum weisen auf ganz bestimmte Zusammenhänge, Themen und Zeiten hin. Und da war es bei mir kurz vor knapp und nahe dran, das Buch aufzugeben. Es gibt einfach Themen, die habe ich in der Schulzeit bis zum Umfallen immer wieder aufs Brot geschmiert bekommen, über ganze Schuljahre hinweg. Mit diesen Themen kann man mich deshalb bis heute jagen.
Dass ich trotzdem weitergelesen habe, lag vor allem daran, weil ich es unglaublich spannend fand, wie Anja den Sachen auf den Grund geht und kommt. Manches Mal habe ich sie für ihren Mut bewundert und auch dafür, was sie aus der Natur im Wald ableiten kann. Und sie ist hartnäckig und nimmt es mit den verbohrten Dörflern auf. Das fand ich bemerkenswert. Mehr aber auch nicht, das muss ich dazu sagen. Richtig Freund bin ich mit Anja nicht geworden. Schon lange nicht ab dem Punkt, an dem sie jagen geht und Freude daran hat. Tut mir leid, aber solche Menschen sind bei mir unten durch.
Zweitens hat mich die ganze Atmosphäre bei Laune gehalten. So geheimnisvoll, so rätselhaft und oft auch richtig schön finster. Gruselig war es zwar nicht, zumindest nicht im übersinnlichen Sinne, aber ab und zu schaudert man doch.
Ein wenig Interesse an den Themen Wald, Natur, Pflanzen, Forstwirtschaft und dem Kartieren sollte man für das Buch mitbringen. Vor allem für das Kartieren! Das ist scheinbar das Lieblingswort des Autors, so oft wie er es verwendet. Bei mir ist das Interesse nicht allzu ausgeprägt gewesen, vieles kannte ich nicht mal, aber das Buch hat mir diese Themen doch schnell schmackhaft gemacht.

Die Geschichte hat viele Passagen ohne jeden Dialog. Das ist regulär nicht mein Fall, denn das wirkt schon optisch so massiv, dass mir jede Lust darauf vergeht. Hier ging es damit aber zum Glück ganz gut, denn die Erzählweise ist angenehm locker. Locker im Sinne von leicht zu lesen. Und wenn wieder ein längerer Abschnitt mit Dialogen kam, habe ich mich gefreut, denn dann ging es noch fixer mit dem Lesen. Die Kapitel sind nicht kurz, aber auch nicht zu lang. Eben eine gute Mitte, mit der man je Kapitel ein gutes Stück in der Geschichte voran kommt.

Irgendwie mag ich das Cover. Es hat mich sofort auf das Buch aufmerksam gemacht. Ich habe übrigens tatsächlich die oben gezeigte Version, das Hardcover. Das Taschenbuch hat ein sehr ähnliches Cover, wirkt aber in Schwarzweiß nicht so gut, wie ich finde. Das Türkis lenkt sofort den Blick auf sich und auch wenn man es im oberen Teil nicht erkennt, im unteren wird doch deutlich, dass ein Wald gezeigt wird.

Fazit: Für mich ist „Schweigend steht der Wald“ ein Krimi mit leichtem Einschlag Richtung Regionalkrimi. Ich fand die Geschichte spannend mit einem wunderbar düsteren Touch, der einen schon mal schaudern lässt.  Vor allem dieses Verschworene im Dorf, diese „Filz“. Sowas ist mir immer unheimlich. Die Hintergründe des Geschehens waren -von der Zeit her, in der sie sich abspielen- allerdings nicht mein Fall und mit Anja bin ich nicht sonderlich gut Freund geworden. Es reichte aber um sie gerne bei ihren Nachforschungen zu begleiten. Ein wenig Interesse am Wald, der Natur usw kann für das Buch nicht schaden.

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Titel:  Schweigend steht der Wald
Autor: Wolfram Fleischhauer
Seiten:  384
Verlag: Droemer-Knaur
ISBN: 978-3-426-19854-4 (HC) / 978-3426304105 (TB)
Preis:  € 9,99 (TB)

 

Fünf Freunde (121) – …und die verlassene Jagdhütte

Titel: Fünf Freunde (121) – …und die verlassene Jagdhütte / Verlag: Europa / Spielzeit: ca.62 min  / Sprecher: Lutz Mackensy, Maud Ackermann, Till Demtröder ua

Inhalt: In einem abgelegenen Wald hat George geheimnisvolle Zeichen entdeckt. Schon am ersten Ferientag ziehen die Fünf Freunde los, um deren Bedeutung zu erkunden. Als sie am Abend in ein Gewitter geraten, schlüpfen sie gerade noch rechtzeitig in einer alten Jagdhütte unter. Und dort machen sie eine Entdeckung, die ihnen ganz neue Rätsel aufgibt. Doch die erste Frage lautet: Wie finden sie mitten in der Nacht aus diesem Wald heraus? Aber auch diesmal bringen die Fünf Freunde wieder einmal auf ihre ganz eigene Weise Licht ins Dunkel.


Mit dem Verlauf dieser Geschichte geht man etwas andere Wege als bisher bekannt. Die Freunde sind nämlich niemals einem richtigen Gauner auf der Spur. Es dauert überhaupt eine ganze Weile, ehe sich so eine Art Fall ankündigt. Langweilig ist es bis dahin nicht, da die Freunde sich im Wald verlaufen und aus der Richtung für Spannung gesorgt ist, aber es dauert doch ungewöhnlich lange bis es losgeht.
Mit einer Entdeckung in der Jagdhütte aus dem Titel geht es dann los. Im Wald finden die Freunde sich im Kugelhagel von Jägern wieder und die frisch gemachte Entdeckung ist plötzlich verschwunden. Sie muss unbedingt wieder gefunden werden, doch wer steckt hinter dem Diebstahl? Leider ist die Antwort auf diese Frage relativ vorhersehbar. Nicht im Ganzen, aber doch in einem ganz wichtigen Punkt. Letztlich wäre also eigentlch nur das „Warum“ zu klären, aber die Freunde rätlseln natürlich erstmal was das „Wer“ angeht. Wenn man also nicht sofort wittert, wer dahinter steckt, geht es recht spannend zu.
Nur eines darf man bei dieser Folge nicht: nach dem Logik hinter vielen Details fragen.
Die sonst so super schlaue George kann mit gewissen Zeichen an Bäumen nichts anfangen? Und selbst Julian muss erstmal raten? Als sie sich verlaufen haben, macht sich erstmal keine allzu große Unruhe breit, stattdessen wird genau erläutert, woran man im Wald die Himmelsrichtungen erkennen kann. Was ein Gemüt! Ausgerechnet George sieht die Falle nicht kommen, die wirklich direkt vor ihr steht? Ein Neunjähriger, der sich so verhält? Ein dermaßen leichtsinniger Fahrer eines Werttransportes? Nein, das kann man an sich alles einfach nicht glauben. Also muss man darüber hinwegsehen, sonst funktioniert die Story nicht. Ach, und Anne hat mich hier mit ihrem Gejammer ernsthaft genervt.

Bei den Sprechern tut sich hier vor allem Malon Stahlhut hervor, er hat eine ganze Menge zu sagen und seine Stimme passt auch zu dem neunjährigen Luke. Leider hört man bei jedem einzelnen Satz, dass er wohl durchweg abliest. Als Entschuldigung kann man allenfalls vorbringen, dass ihm Sätze in den Mund gelegt werden, die jemand seines Alters einfach nicht sagen würde. Trotzdem stört es auf Dauer. Claus Wilcke gibt einen sympathischen, kauzigen Mr. Sottleby. Und auch die Hauptsprecher sind wie immer fit dabei.

Die eingesetzten Musikstücke fallen weiter nicht auf. Mir sind sie jedenfalls nicht sonderlich im Kopf geblieben. Sie kommen nicht anders daher als man es von der Reihe kennt. Und das will ja nichts Schlechtes heißen.

Auf dem Cover rätseln die Freunde gerade an den seltsamen Zeichen auf den Bäumen herum. Damit beginnt die Geschichte und das Motiv verrät auch nicht allzu viel darüber. Somit kann es durchaus neugierig stimmen. Allerdings hätte ich mir schon etwas von der Jagdhütte gewünscht. Und wenn es nur ein Stück Dachüberhang im Rand gewesen wäre.

Fazit:  Ein ungewohnter Verlauf, eine Geschichte der anderen Art und auch ziemlich vorhersehbar. Am meisten stört hier aber das Unlogische daran. Die Fans kennen die Reihe seit so vielen Folgen, die werden ihr das wohl kaum abnehmen.

Rezension – Kiss me, kill me (Lucy Christopher)

kissmeDas kann nicht sein! Niemals hat Emilys Vater das Mädchen umgebracht, auch wenn alles gegen ihn spricht. Emily ist von seiner Unschuld überzeugt, aber sie weiß nicht, was wirklich im Wald passiert ist. Der Wald, in dem ihr Vater die tote Ashlee gefunden hat. Der Wald, in dem es dunkle Pfade und verbotene Spiele gibt. Der Wald, in dem Damon sich plötzlich mit ihr treffen will, obwohl er sie bisher keines Blickes gewürdigt hat. Emily muss vorsichtig sein, denn Damon war Ashlees Freund. Vielleicht will er sich rächen. Vielleicht ist da aber auch tatsächlich etwas – zwischen ihm und ihr. Und vielleicht kann Emily sogar herausfinden, was wirklich geschehen ist.

Auf dieses Buch hatte ich mich riesig gefreut. Der Klappentext klang genau nach meinem Geschmack und das Cover lockte mich ebenfalls ganz ordentlich.
Der Anfang ließ dann auch hoffen. Man wird sofort in eine dramatische Situation hineingestoßen, die den Grundstein für die weitere Geschichte legt. Auf den ersten Blick ist mit diesem Prolog eigentlich bereits alles ganz klar. Doch das Buch hätte nicht 372 weitere Seiten, wenn nicht doch mehr dahinterstecken würde, ganz klar.
Leider hielt die Geschichte für mich dann doch nicht, was Cover, Klappentext und der Anfang versprachen. Natürlich war ich neugierig, was da im Wald vorgefallen ist. Wer Ashlee umgebracht hat. Ob es tatsächlich Emilys Vater war, oder doch jemand anderer? Denn so recht glauben kann man es nicht. Schon alleine, weil Emily es nicht glaubt. Doch wer soll es dann gewesen sein, und wieso? Das hätte tatsächlich richtig spannend sein können, wenn es nicht so dermaßen „zerredet“ werden würde.
Die Kapitel werden abwechselnd von Emily und von Damon erzählt und ergehen sich förmlich in ihren Schilderungen zum Geschehen und ihren Gefühlen. Ganz ehrlich, die beiden sind sechzehn Jahre alt! Figuren dieses Alters nehme ich solch tiefgründige, weitreichenden Gedanken schlichtweg nicht ab! Sicher ist die Situation für beide nicht leicht, das sie klingen mir über weite Teile schlichtweg zu erwachsen. Das haben ich zwei Teenies nicht abgenommen, was mich schnell geärgert hat. Außerdem erzählen sie häufig das gleiche, nur mit anderen Worten. Beispielsweise Emily von ihrer Liebe zum Wald oder von ihren zerrissenen Gefühlen für ihren Vater, und Damon von seinen Gefühlen nach Ashlees Tod oder den Ereignisse im Wald ehe sie starb. Mit solchen Wiederholungen kann man mich leicht langweilen.
Ein wenig konnte ich mich damit ablenken zu überlegen, wer tatsächlich Ashlees Mörder war. Es gibt einige Kandidaten und auch wenn das Motiv bis zum Schluss nicht zu erraten ist, man ja mal ein paar Theorien anstellen. Mit meiner lag ich dann auch prompt richtig. Und ich muss zugeben, von so etwas wie diesem „Spiel“ (es wird bis zum Schluss nicht aufgelöst, um was es dabei geht) hatte ich bis dahin noch nichts gehört. Eine schaurige Vorstellung, dass es solche „Spiele“ wirklich gibt.
Zuletzt frage ich mich einmal mehr bei einem Jugendbuch von Chicken House, ob es hier bei den Geschichten Bedingung ist, dass die Hauptfiguren aus schwierigen Familien- und Lebensverhältnissen stammen? Ehrlich, inzwischen verdrehe ich schon die Augen, wenn sich das nur andeutet. Sicher können nicht alle Geschichten in Friede-Freude-Eierkuchen-Familien spielen. Und natürlich ist es wichtig, jungen Lesern zu vermitteln, dass nicht jedes Kinder / jeder Teenager aus einer heilen Familie stammt, dass es Schicksalsschläge gibt, die alles verändern, aber ungelogen in allen Bücher von Chicken House, die ich bisher gelesen habe, gibt es solche schwierigen Familiensituationen. Ich denke, so langsam haben es die jungen Leser begriffen, oder?

Ich habe sehr lange für „Kiss me, kill me“ gebraucht, obwohl die Kapitel abwechselnd von Emily und Damon erzählt werden. So etwas lockert eine Geschichte für mich normalerweise auf. Hier allerdings kein Stück. Einfach, weil Emily und Damon -wie schon gesagt- mich über weite Teile hinweg mit ihren oft gleichen, nur anders formulierten, und tiefschürfenden Gedanken gelangweilt und geärgert haben. Das war für mich unheimlich anstrengend zu lesen.

Das Cover gefällt mir immer noch. So schön düster und mit den blutroten Schemen von Blättern und Sträuchern verspricht es eine spannende und gruselige Story. Da der Wald eine große Rolle spielt, passt das bestens zur Handlung.

Fazit: Mich hat „Kiss me, kill me“ leider enttäuscht, geärgert und schnell auch gelangweilt. Dabei macht einen die Story schon anfangs neugierig darauf, was tatsächlich im Wald passiert ist. Aber Emily und Damon erzählen mir einfach zu langatmig und tiefgründig. Ja, sie stecken in eine schwierigen Situation, aber so viel Tiefgang nehme ich zwei Teenagern nicht ab. Nicht mal, wenn er so breit ausgewalzt wird wie hier. Immerhin überrascht die Auflösung mit einer schaurigen Idee.

Vielen Dank an den Chicken House Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Kiss me, kill me
Autor: Lucy Christopher
Seiten: 376
Verlag: Chicken House
ISBN: 978-3551520333
Preis: € 14,99 (Broschiert)

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Rezension – Gänsehaut (35) – Das verwunschene Wolfsfell (R.L. Stine)

gaense35Alex verbringt einige Wochen bei Verwandten in Wolfs Creek. Als er sich nach der Herkunft des Ortsnamens erkundigt, tun die Verwandten geheimnisvoll. Außerdem verbieten sie ihm strengstens, sich dem Haus der Marlings zu nähern. Merkwürdigerweise scheinen sich alle, fast alle Bewohner des Ortes vor ihnen zu fürchten. Ob Alex seiner neuen Freundin Hannah glauben soll, dass diese Marlings Werwölfe sind, die nachts in den nahe gelegenen Wäldern jagen ?

Kürzlich war es mal wieder an der Zeit, mir ein „Gänsehaut“-Häppchen zu genehmigen. Also flugs zum Flohmarktstapel gegriffen und eines der Büchlein herausgepickt. Wegen des gruseligen Covers wurde es „Das verwunschene Wolfsfell“.
Alex verbringt ein paar Woche bei Verwandten in dem Örtchen Wolfs Creek. Alleine bei diesem Namen wird schon ein Zusammenhang mit dem Titel deutlich und man ahnt, in welche Richtung es geht. Zudem dauert es nur wenige Seiten und schon erlebt man gemeinsam mit Alex den ersten Schreckmoment. Das stimmt doch wunderbar auf eine schaurige Geschichte um Werwölfe ein.
Für mich ist „Das verwunschene Wolfsfell“ einer der besten „Gänsehaut“-Romane, die ich bisher gelesen habe. Warum? Zunächst mal fand ich ihn von Anfang an spannend. Erst der erwähnte Schrecken am Anfang, später dann der unheimliche Wald, in den Alex keinesfalls gehen soll, und die gruseligen Erzählungen seiner Tante und seines Onkels über das seltsame Nachbarhaus. Überhaupt geht in dem gesamten Städtchen das Gerücht um, im Wald würden Werwölfe ihr Unwesen treiben. Da lässt man sich einfach leicht dazu verleiten, selbst daran zu glauben. Doch ein Funken Zweifel bleibt natürlich, schließlich weiß man eigentlich, dass es keine Werwölfe gibt. Und diese Uneinigkeit mit sich selber hat mich das ganze Buch über bei Laune gehalten.
Außerdem fand ich Alex und seine neue Freundin Hannah sofort sympathisch. Alex wirkt anfangs etwas ängstlich und zurückhaltend, mausert sich aber schnell und legt dann doch einiges an Mut an den Tag. Hannah dagegen kommt vom ersten Moment an mutig, selbstbewusst und cool rüber. So ergeben die beiden ein tolles Gespann, mit dem ich gerne unterwegs war.
Der größte Pluspunkt für mich war aber das Ende, das mich ehrlich üebrrascht hat. Und das bei einem Kinderbuch! Richtig klasse

Das Büchlein liest sich mit seinen gerade mal 122 Seiten flugs weg. Soweit ich mich erinnere, ist Alex 12 Jahre alt und die Geschichte ist genauso geschrieben, wie ein Zwölfjähriger sie erzählen würde. Locker und unkompliziert.

Für das Buch habe ich mich auf dem Trödel vor allem wegen des Covers entschieden. Ich finde nämlich, dass der Werwolf durchaus schauerlich aussieht. Außerdem mag ich die kräftigen Farben.

Fazit:  Bislang einer meiner Favoriten dieser Reihe. Vor allem deshalb, weil mich die Geschichte am Ende wirklich üebrraschen konnte. In die Richtung, in die sie sich entwickelt, hatte ich die ganze Zeit nicht ein einziges Mal gedacht. Toll!


Titel: Gänsehaut (35) – Das verwunschene Wolfsfell
Autor: R.L. Stine
Seiten: 122
Verlag: cbj / Random House
ISBN: 978-3570206041
Preis: gebraucht ab € 0,01

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Sternenschweif (28) – Schatz der Sterne

Titel: Sternenschweif (28) – Schatz der Sterne / Verlag: USM Audio / Spielzeit: ca. 69 min / Sprecher: Anita Hopt, Henry Dahlke, Luca Kron, Thordis Howe ua

sternenschweif28Inhalt: Laura und Sternenschweif lieben es, durch den Winterwald zu reiten – oder zu fliegen. Doch eines Abends verlaufen sich Laura und ihr Bruder Max im Wald – und Sternenschweif ist nicht da. Wie kann Laura nur Kontakt zu ihrem Einhorn aufnehmen, damit es ihnen helfen kann?


Ich muss es einfach gleich im ersten Satz sagen: auch wenn auch diese Folge wieder eine Weile Anlauf braucht, so führt sie nun meine Favoritenliste dieser Serie an.
Warum ist das so? Vor allem, weil hier deutlich wird, dass auch in Lauras Familie nicht immer alles eitel Sonnenschein ist. So stöhnt nicht nur Laura über die vielen Schulprüfungen vor der Ferien, sondern auch ihr kleiner Bruder Max, der so gar keine Lust aufs Lernen hat. Das sorgt naürlich für gewisse Unstimmigkeiten in der Familie. Die Mutter will ihn zwar nicht zum Lernen zwingen, macht aber klar, dass es ohne Lernen nun mal nicht geht. Und dass es da auch keine Diskussionen geben kann. Laura und ihr Vater versuchen zu vermitteln. So kommen Vorschläge auf den Tisch wie man Max motivieren kann, und es wird herausgestellt, dass auch ein gewisses Vertrauen zwischen Eltern und Kindern da sein sollte, damit man sich auf eine Lösung einigen kann. Gut, es klingt einige Male wie aus dem Lehrbuch, aber ich denke doch, dass sich die jungen Hörer und auch die Eltern etwas aus der Geschichte mitnehmen.
Sternenschweif spielt dagegen keine so große Rolle wie von vorigen Folgen gewohnt. Aber als Laura und Max in Gefahr geraten, da ist er natürlich sofort zur Stelle. Dabei kommt ein neuer magischer Gegenstand ins Spiel, der sicher noch in weiteren Abenteuern nützlich sein wird. Außerdem fand ich es interessant, dass Max und die Eltern erstmals darauf aufmerksam werden, welch außergewöhnliche Fähigkeiten Sternenschweif hat (ohne dass sie dabei aber dem Einhorngeheimnis auf die Spur kommen). Es hat seinen Reiz, dass sie dem großen Geheimnis um Sternenschweif unwissentlich so nahe kommen.

Die Sprecherliste fällt dieses Mal sehr kurz aus. Das kennt man aus der Reihe so gar nicht. Es ist schön, mal soviel von Lauras Eltern -speziell ihrer Mutter- zu hören. Thordis Howe verleiht ihr mit ruhiger und warmer Stimme und Redeweise ein sympathisches Wesen. Erik Borner übernimmt den Part von Lauras Vater. Auch ihn habe ich gerne gehört. Luca Kron kann in der Rolle vom kleinen Max glänzen.

Einmal mehr begleiten verträumte und märchenhafte Melodien die Geschichte. Und sie kleiden auch diese eher bodenständige und alltägliche Handlung sehr gut.

Mal ein Covermotiv mit einer nächtlichen bzw abendlichen Szene. So etwas mag ich immer sehr gerne, weil dann der Kontrast zwischen den Farben noch stärker ist als bei den vorigen Motiven. Das Motiv verrät außerdem bereits, dass in der Geschichte ein neues Element auftaucht, das ebenfalls magisch ist.

Fazit:  Eine sehr schöne Folge, die aufzeigt, dass es auch in Lauras Familie Probleme gibt. Das räumt ein wenig mit der Bilderbuchidylle auf. Später wird es dann spannend und Sternenschweif kann einmal mehr als Held auftrumpfen.

 

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