Winter

Zauberwelt der Märchen – Die schönsten Wintermärchen

Titel: Zauberwelt der Märchen – Die schönsten Wintermärchen / Verlag: Contendo Media / Spielzeit: ca. 80 min / gelesen von: Jürgen Thormann, Carla Becker, Tobias Schmidt ua

Inhalt: Die Winterzeit… Jahreszeit der Märchen und Zauber. Was gibt es da Schöneres, als sich in eine kuschelige Decke zu hüllen und magischen Geschichten zu lauschen? Geschichten aus vergangenen Zeiten, die auch heute nichts von ihrem Zauber verloren haben. Hans Christian Andersen, die Gebrüder Grimm, Paula Dehmel, Sophie Reinheimer und Manfred Kyber gelten als bedeutende Schriftsteller ihrer Zeit. Endlich gibt es liebevoll inszenierte Lesungen ihrer schönsten Winter-Märchen, die mit hochkarätigen Sprechern, lebendigen Geräuschen und orchestralem Soundtrack einfach begeistern!


Das Wetter der letzten Tage dürfte es auch den letzten Zweiflern deutlich gemacht haben: es ist Winter! Und was könnte an Winterabenden gemütlicher und schöner sein, als sich zur Jahreszeit passende Geschichten erzählen zu lassen?
Insgesamt neun Märchen sind auf dieser CD zu hören. Darunter solch bekannte wie “Frau Holle” und “Der standhafte Zinnsoldat”, aber auch einige, die ich bislang noch nicht kannte. Darunter beispielsweise “Weihnachten in der Speisekammer” und “Der Schnee”. Auf diese Geschichten war ich besonders neugierig und da ich sie nicht kannte, fand ich sie auch durchaus ganz spannend und interessant. Sie wirken im Vergleich zu den klassischen Märchen der Gebrüder Grimm und Hans Christian Andersen eine Spur moderner, was wohl auch daran liegt, dass die Autorinnen Sophie Reinheimer und Paula Dehmel ihre Erzählungen ein paar Jahrzente nach den Gebrüdern Grimm und Andersen verfasst haben.
Meine ganz persönlichen Favoriten dieser Sammlung sind “Der Schneemann”, “Weihnachten in der Speisekammer” und “Der Wegweiser”.
Alle gemeinsam spielen natürlich im Winter, teilweise auch in der Weihnachtszeit. Oder zumindest sind weihnachtliche  Elemente darin zu finden. Mal sind die Geschichten länger, mal kürzer, aber immer vermitteln sie ein heimeliges Gefühl, das wunderbar in die aktuelle Jahreszeit passt. Sie laden zum Träumen ein, manchmal auch zum Schmunzeln und dann wieder kommt es vor, dass einem eine Figur unendlich leid tut. Eine schöne Mischung, die sicher nicht nur Kinder begeistern dürfte.

Die einzelnen Erzählungen weden von je einem Sprecher gelesen. Darunter sind so bekannte Namen wie Jürgen Thormann, Jannik Endemann, Werner Wilkening und Dagmar Bittner. Sie alle finden genau die richtige Stimme und genau den richtigen Ton, was maßgeblich dazu beiträgt, dass man sich beim Hören so wohlig fühlt. Wenn es nötig ist, weil zB eine weitere Figur in der Geschichte auftaucht, werden die Stimmen mit einem feinen Effekt unterlegt. So klingt es trotz nur einem Sprecher ein bisschen abwechslungsreich.

Was darf bei einem märchenhaften Hörbuch in der Weihnachtszeit natürlich nicht fehlen? Genau, Musik! Und die präsentiert sich hier vom Allerfeinsten mit aufwendigen Orchesterstücken, die im Nu den Zauber der Winter- und Weihnachtszeit und märchenhaftes Flair aufkommen lassen.

Das aufgeschlagene Märchenbuch auf dem Cover passt ausgezeichnet zu der Sammlung auf der CD dahinter. Auf der linken Seite sind die enthaltenen Geschichten aufgeführt, die rechte Seite zeigt eine tief verschneite Landschaft mit einem einladend beleuchteten Haus. Vielleicht brennt dort ja gerade der Kamin und die Familie liest sich die Märchen vor?

Fazit:  Da ich nicht (mehr) so unbedingt ein Fan von Märchen bin (obwohl ich sie für wichtig halte!), kam es mir sehr gelegen, dass man hier auch Erzählungen zu hören bekommt, die nicht so populär sind wie die der Grimms oder Andersen. Sie haben mich dann eben doch neugierig gemacht. Und ja, ich gebe es schon zu: die klassischen Märchen konnten mich dann doch auch begeistern, so stimmungsvoll und schön sie hier zu Gehör gebracht werden. Eine feine Sammlung, sicher nicht nur für Kinder.

Pumuckl Wintergeschichten (Ellis Kaut / Stefan Kaminski)

Titel: Pumuckl – Wintergeschichten / Verlag: Kosmos Verlag / Spielzeit: ca. 138 min / Buch: Ellis Kaut / gelesen von: Stefan Kaminski

Inhalt: Der Pumuckl ist wieder da! In vier stimmungsvollen Abenteuern zur Winter- und Weihnachtszeit fällt Pumuckl jede Menge Schabernack ein, mit dem er Meister Eders Leben ordentlich durcheinander wirbeln kann und den Zuhörern viel Freude macht.


Wie lange habe ich keine Pumuckl-Geschichten mehr gehört?! Deshalb habe ich hier gleich zugegriffen. Denn die Winter- und Weihnachtsgeschichten mit dem kleinen Kobold sind wohl mit die schönsten Erzählungen.
Gleich vier Stück sind auf diesen beiden CDs zu finden. Zwei sind eher winterlich. Die Geschichte um den Winterpullover mochte ich immer schon, denn ich weiß, was Frieren bedeuet und so tat mir der kleine Kobold sofort leid. Und es ist spaßig zu verfolgen, wie er um seinen Pullover kämpft. Dass er dabei in seiner Unwissenheit Fehler macht, ist verständlich, aber eben auch sehr spaßig. Außerdem bekommen die jungen Hörer hier mit auf den Weg, dass Unzuverlässigkeit nicht geht. In der Geschichte um den Schnee tat mir Pumuckl auch leid, wie er so versucht, den schönen kalten Schnee zum Spielen in das schön warme Haus zu schaffen. Das geht natürlich schief und endet fast in einer Katastrophe, was dann schon wieder aufregend und ein bisschen spannend ist.
Auf CD Nr. 2 wird er (vor)weihnachtlicher. Als erstes bekommt Pumuckl es mit dem Nikolaus zu tun. So wie er sich zuvor aufgeführt hat, fand ich das nur fair. Andererseits ist es dann schon wieder witzig, wie der Niokolaus zu seiner Rolle kommt und im Kostüm aussieht. Die Vorstellung ist einfach zum Lachen. Die Erzählung um das Weihnachtsgeschenk ist gleichermaßen rührend wie turbulent. Da fiebert man mit dem Kobold mit und spürt, dass er bei aller Frechheit doch auch einen guten Kern hat. Und es ist rührend, wie er und Eder sich nach Eders Donnerwetter bemühen, wieder zusammenzukommen und eine Lösung suchen, mit der beide zufrieden sein können. Daraus kann man sich als Hörer dann wieder auch etwas mitnehmen.

Gelesen werden die Geschichten von Stefan Kaminski. So kenne ich das auch noch von den Pumuckl-Hörbüchern, die ich in sieben Jahren alten Artikeln hier auf der Seite gefunden habe. Ganz gleich ob Pumuckls vorwitzigen Ton und sein Krakeelen, oder Eders vernünftigen Ton, der auch mal polternd werden kann, wenn sein Kobold Unfug gebaut hat, Stefan Kaminski hat sie alle. Und das so gut und deutlich, dass es oft mehr nach einem Hörspiel klingt als nach einer Lesung.

Auf dem Cover ist natürlich der Kobold zu sehen, wie er im Schnee spielt und rodelt. Ein sehr passendes Motiv, das gleich verdeutlicht, mit welcher Art Geschichten man es auf den beiden CDs zu tun hat. Im inneren des Klappcovers findet man dann noch etwas Werbung für das Buch zu dem Hörbuch und einer Sammeledition mit 10 Geschichten um den rothaarigen Kobold.

Fazit:  Vier der schönsten Pumuckl-Geschichten, die ich kenne. Zweimal winterlich vergnüglich, zweimal ein bisschen stimmungsvoll und vorweihnachtlich. Für Fans des Kobolds ein Muss, das Stefan Kaminski einfach nur wunderbar zu Gehör bringt.

Kati & Azuro (11) – Gefangen im Schnee

Titel: Kati & Azuro (11) – Gefangen im Schnee/ Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 52 min / Sprecher: Katharina von Keller, Florentine Draeger, Merete Bretschneider ua

azuro11Titel: Kati und Cleo fahren mit ihren Vätern und den Pferden Azuro und Dave in eine einsam gelegene Blockhütte im Wald. Ein Väter-Töchter-Urlaub über die Weihnachtsfeiertage, für den sich Cleos Vater Heinrich wie für eine Nordpol-Expedition ausgerüstet hat. Dabei wollen die anderen es eher ruhig angehen lassen. Ausritte im Schnee, Bratäpfel und gemütliche Stunden vor dem Kaminfeuer stehen auf dem Plan.
Doch stattdessen werden die Mädchen bei einem Ritt von herabrutschenden Schneemassen erwischt und aus den Sätteln geworfen. Cleos Schimmel Dave stürzt im tiefen Schnee und braucht dringend Hilfe. Wo ist Azuro?


Der Winter ist da, auch bei Kati, Cleo und Azuro. Anfangs zog sich die Geschichte für mich etwas. Diesen Vorlauf beim Campingeinkauf hätte man ruhig kürzer fassen können. Somit fiel der erste Eindruck nicht allzu positiv aus.
Doch das weitere Geschehen machte das allemale wett. Denn kaum sind die Cousinen mit ihren Vätern und den Pferden unterwegs, erleben sie ein Abenteuer nach dem anderen. Die verschneite Berglandschaft birgt manche Gefahr und ehe man es sich versieht, steckt der nächste von ihnen in Schwierigkeiten. Dabei wird glücklichereise nicht übrtrieben. Die Zwischenfälle können sich in solcher Gegend leicht ereignen. Somit bleibt es glaubhaft.
Letztlich erwischt es dann auch Azuro und Cleos Pferd Dave. Besonders Dave. Ging es bis dahin eher nebensächlich um die Tiere, stehen sie etwa in der zweiten Hälfte im Mittelpunkt. Das Drama um Dave ist schlimm und ich konnte Cleos Ausraster nur zu gut nachvollziehen.
Einen Krimi bekommt man in dieser Folge also nicht geboten. Trotzdem ist die Handlung nach dem etwas zähen Auftakt spannend und langweilig wird es nie. Ich muss sagen, dass mir die Reihe in diesem Stil immer besser gefällt. Kein Ponyhofkitsch, sondern aufregende und abwechslungsreiche Geschichten, in denen eben auch Pferde eine Rolle spielen.

Florentine Draeger und Katharina von Keller sind inzwischen ein tolles Gespann, an das ich mich schnell gewöhnt habe. Jürgen Holdorf ist in der Rolle von Cleos Vater zu hören. Er lässt ihn zwar einen Hauch arrogant klingen, aber niemals so sehr, dass einem die Figur wirklich unsympathisch wird. Ich würde Cleos Vater gerne häufiger in der Serie begegnen.

Musikalisch bewegt man sich auf vertrauten Wegen, die man aus der Reihe kennt. Dazwischen klingen aber auch mal neue Klänge durch, die vor allem den spannenden und dramatischen Momenten gut stehen. Die Geräuschkulisse kann sich ebenfalls hören lassen, da fehlt es an nichts.

Das Covermotiv ist passig winterlich und mit der Deko sogar ein bisschen weihnachtlich. So würde die CD sich bei jungen Pferdefreunden bestimmt gut unter dem Weihnachtsbaum machen. Natürlich sind die Pferde, Cleo und Kati ebenfalls zu sehen. Und ihren Blicken kann man entnehmen, dass irgendetwas nicht stimmt. Das macht neugierig.

Fazit:  Nach einem etwas zähen Anfang eine zunehmend spannende Folge, die ich sicher nochmal wieder hören werde. Die Reihe beweist immer mehr, dass Geschichten, in denen Pferde eine Rolle spielen, nicht zwangsläufig im Kitsch enden müssen.

Die drei !!! Adventskalender – Geheimnis im Schnee (Mira Sol)

ddakalender Seltsame Lichter und geisterhafte Töne versetzen die Teilnehmerinnen des Nachtrodelrennens auf der neuen Bahn am Waldrand in Angst und Schrecken. Kim, Franzi und Marie haben 24 Tage Zeit das Rätsel zu lösen.

Allgemein mag ich solche Adventskalender-Bücher ganz gerne. Im Advent lese ich meistens einens einfach weil es Spass macht und zur Jahreszeit passt. Diesen Kalender habe ich nun wesentlich früher gelesen, weil für die Besprechung ein Termin ausgerufen wurde. Gestört hat mich das aber gar nicht. Was ist schon gegen etwas winterlich-weihnachtliche Stimmung einzuwenden? Die “Drei !!!” kenne ich außerdem von der Hörspielreihe her, die ich ganz gerne höre. Da war ich nun neugierig auf ein Buch aus dieser Reihe.
Eines muss man “Geheimnis im Schnee” klar lassen: die Geschichte lässt im Nullkommanichts die oben erwähnte Stimmung aufkommen, und das bereits im Oktober! Das dürfte im Advent dann umso besser wirken.
Gefallen hat mir außerdem, dass die Jungs dieses Mal keine solch große Rolle spielen. Sie werden hier und da erwähnt, aber äußerst selten. Und sie mischen nicht ein einziges Mal mit. So gibt es keine Ablenkungen für die drei Detektivinnen und der Blick bleibt durchgängig auf die Fälle gerichtet. Das sorgt für Spannung und miträtseln kann man so auch sehr gut!
Den einzigen Knackpunkt an der Story kenne ich von den “Drei !!!” bereits aus der Hörspielserie. Nämlich genau die eben erwähnten Fälle. Wieso konnte man es nicht einfach bei dem Rätsel um das Geschehen an der Rodelbahn und im Wald belassen? Es bietet ausreichend Potenzial um eine Geschichte spannend, leicht gruselig und detektivisch rüberkommen zu lassen. Wieso muss da noch den Fall um den Raub geben? Er wirkt wie ein Anhängsel an den Rest der Geschichte. Das kommt in der Serie leider häufiger vor und stört mich bei den Hörspielen auch jedes Mal. Ich hatte gedacht, dass es bei einem Buch vielleicht anders und passiger wirkt, doch das war leider nicht der Fall.
Der Auflösung des eigentlichen Falles liegt ein wichtiges und ernstes Thema zugrunde, was mir widerum prima gefallen hat. Es kann nicht schaden, die jungen Leserinnen in diese Richtung aufmerksam zu machen. Außerdem geht es beim Finale ordentlich rund und dramatisch zu. Die Mädels beweisen da auf ganzer Linie, dass sie mutig sind und ihren “Job” als Detektivinnen verstehen.

Die Geschichte ist -wie es sich für einen Adventskalender gehört- in 24 Kapitel unterteilt. So kann man im Advent (und auch vorher 😉 ) jeden Tag ein “Türchen” weiterlesen. Bei mir sorgt eine solche Aufteilung immer dafür, dass ich quasi durch die Seiten fliege. Zudem ist die Geschichte angenehm locker geschrieben und bringt durch zahlreiche Dialoge zusätzlich Schwung ins Lesetempo.

Das Besondere an diesem Adventskalender-Buch sind die zusammengehefteten Seiten. Man muss jeden Tag zwei Seiten trennen um weiterlesen zu können. So wie man an einem normalen Adventskalender täglich ein weiteres Türchen öffnet. Empfohlen wird dafür ein Brieföffner oder ein Lineal. Ich habe die Seiten mit dem Lineal geöffnet, aber selbst so sieht der seitliche Schnitt noch arg ausgefranst aus. Das finde ich extrem schade. Ich möchte kein Buch kaputtmachen, aber so ausgefranst sieht es für mich genauso aus.
Jedes Kapitel ist mit einem schönen bunten Bild von den drei Detektivinnen in (vor)weihnachtlichen Situationen ausgeschmückt. Dahinter befindet sich ein Rätsel für den Leser. Außerdem gibt es viele Rezepttipps, Ratschläge für Weihnachtsdeko und Listen, in die man zB seine Pläne für die Weihnachtszeit oder Ideen für Geschenke eintragen kann.

Das Covermotiv ist weniger weihnachtlich, eher winterlich. Aber es gefällt mir trotzdem sehr gut mit den kräftigen Farben vor dem nächtlich dunklen Hintergrund. Und so sehr ich Schnee auch hasse, so eine Rodelpartie macht sofort Lust, bei nächster Gelegenheit selber den Schlitten rauszuholen. Nach einem Krimi sieht das Motiv allerdings ganz klar nicht aus.

Fazit:  Hätte man sich auf einen einzigen Fall beschränkt, nämlich auf den um die seltsamen Vorkommnisse im Wald an der Rodelbahn, hätte ich an dieser Geschichte gar nichts azusetzen gehabt. Mit dem Raub wirkt sie dagegen leicht überladen und dieser Fall wie ein an sich unnötiges Anhängsel. Dafür kommt von Anfangs an winterlich-weihnachtliche Stimmung auf und zieht sich durch die gesamte Geschichte. So muss eine Adventskalendergeschichte wirken! Die Rätsel und Listen peppen das Buch zusätzlich auf. Nur das saubere Auftrennen der Seiten gelingt leider kaum.


Titel: Die drei !!! Adventskalender – Geheimnis im Schnee
Autor: Mira Sol
Seiten: 208
Verlag: Kosmos Verlag
ISBN: 978-3440145647
Preis: 9,99 (HC)

Dash & Lilys Winterwunder (Rachel Cohn, David Levithan)

dashundlilyKurz vor Weihnachten entdeckt Dash in einer Buchhandlung ein rotes Notizbuch, in dem ein Mädchen namens Lily den Finder zu einem geheimnisvollen Spiel auffordert. Bald schicken sich die beiden gegenseitig quer durch Manhattan. Über das Notizbuch tauschen sie ihre Gedanken und Träume aus und kommen sich dadurch näher – ohne sich jedoch zu begegnen. Immer größer wird der Wunsch, den anderen endlich kennenzulernen, und doch macht ihnen der Gedanke daran auch Angst. Und so zögern sie das erste Treffen hinaus, bis es fast zu spät ist.

Irgendwie war mir bereits vor dem Lesen dieses Buchs klar, dass ich es besser hätte sein lassen. Mit meiner aktuellen ich-will-hier-weg-Einstellung und dem Wissen, wie schön New York ist und dass es wohl vorläufig keine Gelegenheit geben wird, nochmal dorthin zu kommen, musste es einfach in zumindest einer Hinsicht für Tränen gut sein. Keine Tränen der Rührung allerdings.
Aber auch davon abgesehen konnte mich “Dash & Lilys Winterwunder” nicht richtig von sich überzeugen. Dabei fand ich die Idee mit dem Notizbuch, den Rätseln und der Schnitzeljagd durch die Stadt wirklich toll. Das versprach für mich einfach eine schöne, spannende und kribbelnd romantische Liebesgeschichte.
Eine Liebesgeschichte ist es tatsächlich, doch das Kribbeln wollte sich bei mir kaum mal einstellen. Das fand ich ausgesprochen schade. Es muss ja nicht gleich kitschig von der Decke tropfen, aber ein paar Schmetterlinge sollte man auch als Leser im Bauch fühlen bei einer solchen Lovestory.
Woran lag es nun, dass das bei mir nicht der Fall war?
Da kommen mehrere Faktoren zusammen. Beispielsweise mochte ich Dash und Lily zwar, aber ich habe mich ihnen nie so richtig nahe gefühlt. Lily fand ich cool mit ihrem schrägen Kleidungsstil, Dash mochte ich speziell für seine etwas eigenbrötlerische Art, aber so richtig warm wurde ich trotzdem nicht mit ihnen. Und ohne das kann ich mich nur schwer in Figuren einfinden und einfühlen. Das braucht es aber unbedingt, wenn ich wenigstens ein paar von ihren Schmetterlingen fühlen möchte.
Hinzu kam noch, dass die beiden mir für ihr Alter eine ganze Ecke zu vernünftig, ernsthaft und tiefsinnig waren . Dass sie einen zu erwachsenen Blick auf viele Dinge hatten. Bei ihren Erzählungen bin ich manchmal erst beim zweiten Lesen mitgekommen, und ich bin doppelt so alt wie sie. Das darf nun niemand falsch verstehen, ich mag vernünftige Kids, aber bei Dash und Lily war es mir doch zu viel um es glauben zu können. So sympathisch ich ihre Liebe zu Büchern, Wörtern und der Sprache auch fand.
Und dann gab es noch eine Reihe von Schilderungen, die schlichtweg kürzer hätten sein können. Dash und Lilly gingen mir auf einige Erlebnisse und Ereignisse in ihrem Leben zu ausführlich ein. Das hätte es für die eigentliche Story aber überhaupt nicht gebraucht. So etwas nimmt bei mir immer Fahrt aus einer Geschichte und lenkt vom eigentlichen Gefühl ab, das ein Buch hervorrufen soll.
Ein weiterer Knackpunkt hat nicht direkt etwas mit Dash und Lily zu tun. Auf dem rückwärtigen Cover steht “New York im Schnee und eine hinreißende Liebesgeschichte – mehr braucht es nicht für die perfekte Weihnachtslektüre”. Allerdings schneit es bis fast zu Ende hin überhaupt nicht in der Geschichte. Nennt mich kleinlich, aber wenn so etwas auf ein Cover gedruckt wird, dann sollte es auch stimmen. In echt mag ich Schnee nämlich zwar gar nicht, finde aber Liebesgeschichten in solch winterlicher Szenerie durchaus schön und romantisch. Und auch für echtes weihnachtliches Flair gehört Schnee dazu. Somit wollte sich bei mir ebenso wenig weihnachtliche Stimmung einstellen. Und die kriege ich sonst -wenn es ein Buch geschickt macht- auch mitten im Sommer hin.

Ich habe das Buch an einem Abend gelesen, das funtkioniert trotz stattlicher 320 Seiten. Aber es war ein langer Abend, denn wie schon geschrieben, musste ich einige Sätze zweimal lesen bis ich sie völlig erfasst und verstanden hatte. Das Buch ist nichts, was man einfach mal so locker weg liest. Es fordert Zeit, Ruhe und Konzentration ein. Für ein wenig Auflockerung sorgt, dass die Geschichte abwechselnd von Dash und Lily erzählt wird.

Wer auf eine solche Szene wie auf dem Cover in der Geschichte hofft und danach sucht, der wird enttäuscht werden. Dabei ist das Motiv doch wirklich wunderschön winterlich, romantisch und fröhlich. Solch eine Geschichte hätte ich gerne gelesen. Die Skyline im Hintergrund verdeutlicht sofort, wo die Handlung spielt.

Fazit:  Die Idee mit dem Notizbuch, den Rätseln und der Schnitzeljagd gefiel mir außerordentlich gut. Das sorgte anfangs für Spannung und ließ mich auf eine kribbelig-aufregende Lovestory hoffen. Doch leider wurde daraus nichts. Es stellte sich kaum mal ein solches Kribbeln ein, Dash und Lily waren mir für zwei Teenie viel zu ernsthaft und tiefsinnig, mit ihnen wurde ich nie so richtig warm. Das brauche ich aber, wenn ich das eben erwähnte Kribbeln spüren will. Es gab einige zu ausführliche Abschnitte, die die Handlung nicht weiterbrachten, und obendrein kam kein winterlich-weihnachtliches Gefühl auf, weil es erst zum Ende hin schneit und weder Dash, noch Lily ein richtig schönes Weihnachten erleben.


Titel: Dash & Lilys Winterwunder
Autor: Rachel Cohn, David Levithan
Seiten: 320
Verlag: cbt
ISBN: 978-3570308868
Preis: € 7,99 (TB)

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