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Stadtgeschichten mit Harry und Waldemar – Frankfurt am Main

Titel: Stadtgeschichten mit Harry und Waldemar – Frankfurt am Main / Verlag: Eulenberg Verlag / Spielzeit: ca. 73 min / Sprecher: Bernd Schmitt, Bettina Zech, Gordon Piedesack ua

harryundwaldemarInhalt: Harry ist ganz aus dem Häuschen, Stupsi Stummelschwanz hat ihn nach Frankfurt eingeladen. Doch wie dorthin kommen? Sein Freund Waldemar, die weise Waldohreule, weiß sicher Rat. Und tatsächlich geht es kurze Zeit später, mit Hilfe eines Zauberspiegels, zu Stupsi in die Mainmetropole. Aber was wie ein harmloser Besuch bei Stupsi beginnt wird schnell zu einem turbulenten Abenteuer bei dem die beiden Freunde viele interessante Orte entdecken und sogar durch die Zeit reisen. Und so erfahren sie und ihre Hörer ganz nebenbei viel Wissenswertes über Frankfurt und seine Geschichte.


Bei diesem Hörspiel fand ich das Cover so niedlich, dass ich es einfach hören musste. Allerdings mit verhaltenen Erwartungen, weil ich einfach finde, dass es unheimlich schwer ist, Kindern Wissen zu vermitteln ohne quasi aus Schulbüchern vorzulesen.
Doch anfangs lernt man erstmal den unternehmungslustigen und pfiffigen Hasen Harry und seinen klugen und ruhigen Freund, die Eule Waldemar, kennen. Beide mochte ich schon nach wenigen Sätzen. Harry hat einen Brief von Hasenfreundin Stupsi Stummelschwanz bekommen, in dem sie ihn nach Frankfurt am Main einläst, wo sie bei einer netten Familie lebt. Doch wie soll Harry dorthin gelangen? Zum Glück hat Waldemar einen magischen Spiegel, womit ein schöner Schuss Phantastik und Magie in die Geschichte kommt.:
In Frankfurt angekommen sehen sich Harry und Stupsi mithilfe des Spiegels gründlich um und reisen sogar durch die Zeit. Dabei klappern sie bekannte Sehenswürdigkeiten ab und Stupsi, die von ihrer Familie bereits viel gehört hat, weiß Harry darüber viel zu erzählen. So lernt man gemeinsam mit Harry eine ganze Menge über die Stadt am Main. Und neugierig macht es natürlich auch. Da kann man sich einiges merken für den Fall, dass man mal nach Frankfurt kommt.
Besonders schön gemacht fand ich sie Szenen in der Vergangenheit, denn statt einfach davon zu erzählen, werden sie genauso gespielt wie die Handlung um Harry und Stupsi. Das bringt einem das Gehörte näher und nach Schule klingt es nicht eine Minute lang dabei. Trotzdem gibt es aber auch ein paar Szenen, in denen mir zu viel und zu lang erklärt wird. Zum Glück kehrt die Geschichte zwischen diesen informativen Passagen immer wieder mal zu Harry und Stupsi zurück, die neben ihrer Städtetour auch eine ganze Menge Spass haben. Vor allem, weil Harry in seiner Arglosigkeit oft spaßige Aktionen startet. Das lockert dann wieder auf.

Ich musste kurz überlegen bis ich wusste, an wen mich Harry -gesprochen von Bernd Schmitt- mit seiner hellen Stimme und dem Lispeln erinnert: an Faultier Sid aus “Ice Age”! Ich schätze, das werden auch Kinder raushören und ihn so schnell ins Herz schließen. Es vermittelt einem einfach ein sehr goldiges Bild vom Hasen.
Als Waldemar ist Gordon Piedesack zu hören, der der Eule eine angenehm tiefe und ruhige Stimme verleiht. Waldemar ist eben schon etwas älter, da passt dieses Gemächliche prima zu ihm. Stupsi Stummelschwanz dagegen hat von Ruhe bislang wohl wenig gehört. Bettina Zech verleiht ihr eine muntere Stimme und einen gewitzten Ton.

Begleitet wird die Geschichte von fröhlichen Musikstücken und vielen Geräuschen, die das Gehörte veranschaulichen. Auch das kommt den gespielten Szenen aus der Vergangenheit sehr gut Gute.

Das Cover zeigt Harry und Waldemar. Beide sehen ausgesprochen goldig aus, und die Bücher im Regal verraten ein bisschen, dass es auf der CD etwas zu lernen gibt. Auch der rückwärtige Deckel und der Innenteil der Hülle ist so schön und liebevoll gestaltet. Das macht was her! Im Booklet stellen sich die Freunde vor und zu einigen Sehenwürdigkeiten sind hier nochmal ein paar Fakten zusammengefasst.

Fazit:  Hier und da ging es für mich doch zu sehr in Richtung Schulbuch und Lehreransprache, aber diese Momente sind zum Glück wirklich selten. Sonst ist das Wissen um Frankfurt und seine Geschichte schön in eine lebhafte Handlung mit liebenswerten Charakteren verpackt. Da fällt es kaum auf. Mir hat die Stadtführung gefallen.

Abenteuer und Wissen – Carl Benz – Pionier des Automobils

Titel: Abenteuer und Wissen – Carl Benz – Pionier des Automobils / Verlag: Headroom / Spielzeit: ca. 78 min /Sprecher: Udo Schenk, Frauke Poolman, Norman Matt ua

benzInhalt: Der junge Erfinder Carl Benz hat einen Traum: Den selbstfahrenden Straßenwagen. In den 1870er Jahren eine ziemlich verwegene Idee, die niemand so recht ernst nimmt. Wer sollte so einen lauten, stinkenden Motorwagen haben wollen? Es gibt ja die Eisenbahn und außerdem genug Pferde. Einzig Bertha Benz glaubt an die Vision ihres Mannes. Mit vereinten Kraften und gegen jeden Widerstand verwirklichen sie den Traum vom Automobil, der die Welt für immer verändern wird. Wie sieht die Zukunft des Automobils aus?


Wie heißt es in diesem Wissensfeature so schön: “Das Auto ist von den Straßen nicht mehr wegzudenken!” Und deshalb geht man ihm hier gründlich auf den Grund. Im Mittelpunkt steht dabei zunächst Carl Benz. Man erfährt einiges über seine Kindheit, in der sich bereits die Begeisterung für Technik andeutet, und über seine Jugend, in der er alles daran setzt, an’s Polytechnikum zu gehen und seinem Traum von einem pferdelosen Gefährts näher zu kommen. Alles ist so schön menschlich beschrieben, dass es oft geradezu rührend ist und man kaum umhin kommt, den jungen Carl Benz zu bewundern. Da spürt man kaum, wieviel man doch in diesem Teil auch lernt. Später steht Carl Benz seine Frau Bertha zur Seite, deren Name hete ebenso bekannt ist wie seiner. Und gemeinsam unternehmen sie weiterhin alles, um ihren Traum wahr werden zu lassen. Ich denke, es gibt kaum eine Art Wissen zu vermitteln, die so gut funktioniert und so leicht daher kommt, wie sie dieser Hörspielreihe. Die gespielten Szenen machen Spass und klingen überhaupt nicht Lehrstoff. Und die Erzählerin Frauke Poolmann erzählt so frei weg, dass man sich auch bei ihr nie an eine Lehrerin erinnert fühlt. Gefallen hat mir bei dieser Folge vor allem der kleine Ausblick in die Zukunft des Automobils. Wie wird es in ein paar Jahren aussehen? Was wird es können? Wie weit ist die Entwicklung schon? Ich muss gestehen, mir würde es gefallen, wenn davon ein paar Dinge tatsächlich eintreffen würden.

Als Erzählerin führt -wie bereits erwähnt- Frauke Poolman durch die Geschichte. Ihrer warmen und lebendigen Stimme habe ich sehr gerne gelauscht. Als junger Carl Benz ist Norman Matt zu hören, dem es gelingt, dem Hörer ein gutes Bild von dem unternehmungslustigen und intelligenten Jungen zu vermitteln. Udo Schenk ist die Stimme des älteren Carl Benz, der ebenfalls einen gewissen Erzählerpart übernimmt. Ich fand es schön, ihn hier mal in einer sympathischen Rolle zu hören.

Zahlreiche Geräusch, vor allem natürlich von Maschinen und Motoren, veranschaulichen zahlreiche Szenen. Begleitet wird die Erzählung von verschiedenen Musikstücken, die meist sehr ruhig daherkommen. Sie verleihen der recht technischen Geschichte dann doch tatsächlich so etwas wie eine historischen Atmosphäre.

Im umfangreichen Booklet kann man sich nach dem Hören noch einmal eine Zusammenfassung des Gehörten zu Gemüte führen. hier findet man informative Texte, sowie zahlreiche Fotos und Illustrationen. Da macht es Spass, sich hindurchzublättern. Das Cover zeigt natürlich das Konterfei von Carl Benz und einen Teil eines Automobils nach seiner Idee.

Fazit: Einmal mehr ein Wissensfeature, das auf unterhaltsame Art und nahe an den historischen Personen eine Menge Wissen vermittelt. So macht es spass, etwas zu lernen.

Die kleine Schnecke Monika Häuschen (27) – Warum sind Raupen so verfressen?

Titel: Die kleine Schnecke Monika Häuschen (27) – Warum sind Raupen so verfressen? / Verlag: Karussell / Spielzeit: ca. 48 min / Sprecher: Kathrin Bachmann, Tobias Künzel, Marie Gruber ua

Inhalt: Ein Haustier ist es etwas sehr Nettes und Nützliches, das findet jedenfalls die kleine Schnirkelschnecke Monika Häuschen und beschließt, das hübsche Käferchen zu behalten, das sich auf ihrem Häuschen niedergelassen hat. Obwohl der gelehrte Ganter Günter davon abrät, will Monikas bester Freund, der Regenwurm Schorsch, natürlich auch ein Haustier haben, möglichst eins, das ihm ein wenig ähnlich sieht. Monika findet für ihn eine Raupe und Schorsch versucht sie zu zähmen und zu dressieren. Raupe Ramona hat aber ihren eigenen Kopf – und außerdem ist sie so verfressen, dass Schorsch gar nicht mit dem Füttern nachkommt.


Wenn in einem Hörspiel nur wenige Charaktere mitwirken, dann kann es  passieren, dass es daran scheitert. Das ist hier -ich muss es leider, leider sagen- für meinen Geschmack geschehen. Dabei beginnt die Geschichte eigentlich ganz vielversprechen und witzig. Und es kommt ein Thema auf den Tisch, das ich in einem Kinderhörspiel für absolut gerechtfertigt halte: Haustiere. Monika findet in einem Käfer eines, der Erzähler überlegt, seiner Enkelin eines zu schenken, und auch Schorsch hätte gerne eines. Er findet es schließlich in der Raupe Ramona. Und damit ist die Luft einfach raus. Ramona wirkte auf mich ausgesprochen träge, brummig und gar nicht so fröhlich und liebenswert wie die rätselhaften “Gäste” dieser Reihe sonst. Das ist speziell deshalb auch schade, weil ich finde, dass man in dieser Folge nicht ganz so viel lernt wie sonst. Sonst passt dann aber immer der Unterhaltungswert, was hier nicht der Fall ist. Es ist gerade so als bremse die Raupe auch die drei Freunde aus dem Beet aus.

Die Hauptsprecher liefern wie gewohnt einen klasse Job ab. Marie Gruber spricht die Raupe Ramona mit tiefer Stimme und behäbigem Tonfall, was vielleicht auf ihre Leibesfülle schließen lassen soll. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, es bremst die Geschichte aus und hat mir Ramona auch nicht besonders sympathisch gemacht.

Bei dieser Folge bleibt es beim beliebten Titellied, das auch am Ende jeder Folge noch mal zu hören ist. Eine Handvoll schöner Geräusche veranschaulichen die Handlung und sorgen für ein wenig Gartenstimmung.

Für das Rätsel im Booklet muss man dieses Mal Gemüse am Grün und Kräuter erkennen können. Das Motiv selber gefällt mir sehr gut. Es wirkt frisch und frühlingshaft, und die Raupe finde ich wirklich ausgesprochen goldig.

Fazit: Die erste Folge von “Monika Häuschen”, die mir nicht so recht gefallen hat. Gast Raupe Ramona zieht die Geschichte für mein Empfinden ganz gut runter.

Die kleine Schnecke Monika Häuschen (26) – Warum klopft der Specht?

Titel: Die kleine Schnecke Monika Häuschen (26) – Warum klopft der Specht? / Verlag: Karussell / Spielzeit: ca. 45 min / Sprecher: Tom Deininger, Kathrin Bachmann, Ulli Müller ua

Inhalt: An der alten Fichte im Garten, den die kleine Schnirkelschnecke Monika Häuschen zusammen mit dem Regenwurm Schorsch bewohnt, klopft schon seit den frühen Morgenstunden ein Specht. Der gelehrte Graugänserich Günter weiß natürlich, warum Specht Siggi der Einzige im Garten ist, der von dem Hämmern kein Kopfweh bekommt. Als er Siggi beweisen will, dass ein Gänseschnabel mindestens ebenso brauchbar ist wie der eines Spechts, zieht er sich eine schwerwiegende Schnabelverstauchung zu. Nun kann er kein Grünzeug mehr futtern – wie schrecklich für einen so verfressenen Gänserich.


In Monikas Garten taucht mal wieder ein interessanter Gast auf. Dieses Mal ist es Specht Siggi, der dem Erzähler mit seinem Klopfen bereits Kopfschmerzen bereitet hat. Selbstverständlich gibt es in dieser Episode wieder eine ganze Menge zu lernen. Nicht nur über den Specht, seinen Schnabel und wieso er bevorzugt morsches Holz klopft. Es werden auch Ausflüge zu anderen Tierarten unternommen. So werden beispielsweise der Spechtschnabel mit dem von Günter verglichen und erwähnt, dass zB auch gewisse Zikaden ein Klopfen erzeugen. Für mich war bei dieser Folge allerdings mal wieder der Spass wichtiger als das vermittelte Wissen. Es ist zum Totlachen, wenn Siggi den drei Helden erklärt, wie man ordentlich um eine Dame balzt. Was Monika natürlich nur zu gut gefällt mit ihrem Sinn für Romantik und der Vorliebe für Geschenke. Außerdem geht ihr mal wieder auf, dass Günter und Schorsch nie so wirklich um sie werben, und plötzlich strampeln die beiden sich fürchterlich ab. Da wird der Regenwurm auch mal zur Gitarrensaite, weil Siggi noch Instrumente für seine schlagzeuglastige Band braucht und Musik für eine gute Methode hält um die Damenwelt zu beeindrucken. Ich habe ja so gelacht!

Ulli Müller übernimmt die Rolle von Specht Siggi. Mit seiner klaren Stimme und dem energischen und selbstbewussten Ton vermittelt er einen guten Eindruck vom handwerklich talentierten Specht. Tom Deininger, Steffen Lukas, Kathrin Bachmann und Tobias Künzel sind durchweg wieder mal in Bestform. Und auch wenn ich für den sächsischen Dialekt nichts übrig habe, ich höre so gerne dem Hickhack zwischen Schorsch und Günter zu!

Musikalisch bleibt es beim eingängigen Titellied, bei dem ich jedes Mal wieder mitsinge. Das hat was! Aber gegen Ende der Geschichte gibt es nochmal “Musik”, wenn man denn Schorschs Gesang so nennen will. Bei den Geräuschen haben ich mir bei dieser Geschichte immer vorgestellt, wie ein Geräuschemacher auf alle möglichen Dinge einklopft. Eine witzige Vorstellung.

Auch Günters Eisbeutel auf dem Cover hat mich grinsen lassen, das sieht lustig aus. Den Specht finde ich wunderschön mit seinem Gefieder und dem stolzen, aber auch liebenswerten Blick. Im Booklet gibt es dieses Mal ein Fehlersuchspiel.

Fazit: Ja, es gibt auch in dieser Folge einiges zu lernen. Das ist ja auch der wesentliche Anspruch der Reihe. Aber deswegen habe ich die CD nicht gleich mehrmals gehört, sondern weil sie auch zum Totlachen witzig ist. So kann es weitergehen mit der Serie! *auf holz klopf* 😉

Karl Stülpner – Robin Hood der sächsischen Wälder

Titel: Karl Stülpner – Robin Hood der sächsischen Wälder / Verlag: Zeitbrücke / Spielzeit: ca. 72 min / Sprecher: Klaus Dieter Klebsch u.a.

Inhalt: Karl Stülpner (1762 bis 1841) ist für die Sachsen das, was Störtebecker für die Norddeutschen ist: ein Volksheld, dessen Geschichte von Generation zu Generation weitererzählt wurde. Als Wilderer brach er die Gesetze der Feudalherren. So wurde er vom Jäger zum Gejagten und zum Unterstützer der einfachen Menschen in den Kammwäldern des Erzgebirges. Deshalb nannte man ihn auch den Robin Hood der sächsischen Wälder . Sein abenteuerliches Leben liegt hiermit erstmals in einer spannenden Hörbuch-Dokumentation vor.


CD-Player frei für eine neue Hörbuch-Reihe, die den (jungen) Hörern auf unterhaltsame Weise Wissen vermitteln möchte. Beispielsweise über historische Personen. Historische Personen wie Karl Stülpner, von dem ich -das sei fairerweise gesagt- bis heute noch nie etwas gehört hatte. Und der Dank meiner Abneigung Historischem gegenüber auch nicht gerade oben auf meiner Möchte-ich-kennenlernen-Liste stand. Jetzt habe ich ihn mit diesem Hörbuch aber doch kennengelernt und ich muss sagen, es war eigentlich gar nicht so unintressant. Das Hörbuch bedient sich Methoden wie man sie bei Edutainment-Produktionen oft antrifft, und die in meinen Augen auch am besten funktionieren. Das Leben Karl Stülpners wird von seiner Geburt an begleitet. Mal bekommt man als Hörer Episoden erzählt, dann wieder gibt es hörspielartige Passagen zu hören, die einem Ereignisse quasi vorspielen. Das ist abwechslungsreich und interessant und hält auch über eine recht lange Spielzeit ganz gut bei Laune. Hier war es mir streckenweise aber dann doch zu viel “Jahreszahlen-Kunde” und ich habe so meine Bedenken, dass die angepeilte Altersgruppe ab 8 Jahren daran ihren Spass haben wird. Daher würde ich dieses Hörbuch eher der erwachsenen Hörerschaft ans Herz legen.

Es wirken mehrere Sprecher bei diesem Hörbuch mit, spzielle eben in der erwähnten hörspielartigen Szenen. Namentlich erwähnt wird aber nur Klaus Dieter Klebsch als Hauptsprecher. Damit hatte “Karl Stülpner” bei mir gleich zwei Steine im Brett, denn Klaus Dieter Klebsch gehört zu meinen Lieblingssprechern. Ich mag seine warme und dunkle Stimme, die trotz aller Ruhe darin mit Leichtigkeit für Atmosphäre sorgt und die Stimmungen der Szenen aufgreift. Der zweite Stein ist, dass mir mit ihm die Angst genommen wurde, ein “sächselndes Hörbuch” anhören zu müssen…;)

Was Musik und Effekte anbetrifft war ich von “Karl Stülpner” sehr überrascht, da kann man nur sagen: wow! Imposante und ausgefeilte Musikstücke begleiten die Erzählungen und gespielten Szenen und sorgen so für Atmosphäre. Eine Vielzahl an Geräuschen macht das Gehörte anschaulich. Mir gefällt außerdem der Klang der Interview-Passagen, der sich immer vom übrigen Hörbuch unterscheidet. Das macht es für mich ein Stück weit noch authentischer.

Karl Stülpner mit Flinte und ganz in waidmännischem Grün steht beim Covermtiv im Vordergrund. Dahinter farblich abgestimmt die Gegend, in der er sein (Un)wesen trieb. Das Booklet fällt sehr umfangreich aus. Es zeigt noch mal einzelne “Stationen” Stülpners auf, präsentiert aber auch Fotos von Orten, bei denen man bei Interesse auch heute noch auf seinen Spuren wandern kann. Alle sehr schön und detailreich aufgemacht, da macht das Durchblättern Spass.

Fazit: Stülpner-Fans oder solche, die es nun unbedingt werden möchten, machen mit diesem Hörbuch nichts falsch. Ich bleibe allerdings dabei, dass ich es eher in Händen erwachsener Hörer sehe. Einfach weil es relativ viele erzählende Passagen gibt, die mit Jahreszahlen nicht eben sparsam umgehen.

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