Wissensdetektei

Faust Jr. – Die Wissensdetektei (12) – Verschwörung gegen Rom

Titel: Faust Jr. – Die Wissensdetektei (12) – Verschwörung gegen Rom / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca 71 min / Sprecher: Ingo Naujoks, Bodo Primus, Jochen Malmsheimer ua

faust12Inhalt: Es war der Albtraum Roms: Im Jahre 9 nach Christus wurden in den Wäldern Germaniens drei römische Legionen vernichtet, Feldherr Varus stürzte sich verzweifelt in sein Schwert. Diese Niederlage war das Ende des römischen Vormarsches im Norden. Über 2000 Jahre später rätseln Wissenschaftler, auf welche Weise und an welchem Ort die beste Armee der Welt besiegt wurde. Ein Fall für Privatdetektiv Frank Faust, der wieder einmal tiefer in die Geschichte gezogen wird als ihm lieb sein kann: Er erlebt die berühmte Varus-Schlacht hautnah!


Es war für mich eine der traurigsten Nachrichten in Sachen Hörspiel. Mit diesem 12. Folge wird diese grandiose Reihe leider eingestellt. Eine Reihe, in der so viel Arbeit, Aufwand, Engagement und Liebe zum Hörspiel stecken, bei der man auf super amüsante und spannende Art so viel lernen kann. Einfach weg aus den Regalen. Wenn ich bedenke, was dagegen für ein Kraut und Rüben vermutlich bis zum Sankt Nimmerleinstag fortgesetzt werden wird, fällt mir ehrlich nichts mehr ein.
Nun aber genug gejammert, ich möchte mit dieser Besprechung unebdingt nochmal darauf aufmerksam machen, wie großartig Fausts Fälle sind. Dieses Mal dreht sich alles um römisch-germanische Geschichte. Wie so ziemlich alle Geschichtsthemen grundsätzlich überhaupt nicht mein Fall. Doch auf Fausts Art und Weise ganz unbedingt mein Fall!
Einmal mehr eine durchweg spannende Geschichte. Sowhl inhaltlich was das Verschwinden von Fausts Vater anbetrifft, wie auch im Bezug auf das Geschehen damals im Jahre 9 nach Christus. Davon wird so anschaulich und lebendig erzählt, dass es nicht eine Sekunde lang an langweiligen Geschichtsunterricht erinnert. Wie immer helfen dabei ausgewisene Experten kräftig mit.
Außerdem fand ich diese Folge besonders witzig. Ich habe manches Mal lachen müssen und bei jedem neuerlichen Hören etwas anderes Witziges entdeckt. Mal sind es gewisse Dialoge, dann wieder ein gehöriger Schuss Situationskomik.
So geht es auf -wie von Faust nicht anders gewöhnt- auf höchst turbulente Art und Weise auf die Suche nach seinem Vater.

Dass die Hauptsprecher nichts anbrennen lassen, versteht sich von selbst. Sie sind überwiegend seit Anfang der Reihe mit dabei und leisten einen rundum großartigen Job. Speziell über Ingo Naujoks’ und Luna Jahrreiss’ Dialoge könnte ich mich manches Mal totlachen. Bei den Experten hat mir besonders Mark Schrader gefallen, dem man den Spass an der Sache unverkennbar anhört. Einfach toll!

In Sachen Musik und Geräusch lässt sich das Hörspiel ebenso wenig lumpen. Es sind sowohl Krimimelodien zu hören, als auch imposante Stücke, wenn es zB in eine Schlacht geht. Geräuschmäßig ist ebenfalls alles vom Feinsten, sodass es ganz leicht fällt, sich alles vorzustellen und sich in die Geschichte hineinzuversetzen.

Auf dem Cover ist Arminius zu sehen und natürlich ein kleiner Teil eines Heeres. Das passt beides einwandfrei zur Story.

Fazit: Genau wie alle Vorgänger ist auch Folge 12 wieder rundum absolut gelungen. Interessant, spannend, witzig, ganz so wie es sein sollte, wenn man lernen soll bzw zum Lernen angespornt werden soll. Es ist eine Schande, dass diese Reihe eingestellt wurde. Und ich möche mich lieber nicht dazu äußern, welches Licht das auf die Ansprüche und Vorlieben der Hörer in der angepeilten Altersgruppe wirft.

Faust Jr. – Die Wissensdetektei (11) – Frankensteins Erben

Titel: Faust Jr. – Die Wissensdetektei (11) – Frankensteins Erben / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 75 min / Sprecher: Ingo Naujoks, Luna Jahrreiss, Benjamin Armbruster ua

faust11Inhalt: Eines hasst Privatdetektiv Frank Faust besonders: aufräumen. Doch genau das hat er seinem Papa versprochen. Zusammen mit seiner Nichte Luna soll er das geheime Labor von Kilanowski auf Vordermann bringen. Dabei wartet auf die beiden eine böse Überraschung. Sie finden Spuren, die auf die gruseligste Geschichte der Welt hinweisen: Frankenstein. Doch was hat Kilanowski damit zu tun? Hat er als Wissenschaftler tatsächlich einen Menschen erschaffen? Faust schwant Übles.


Ach ja, sie werden ja so schnell groß! So auch Luna! Und deshalb darf sie in diesem neuen Fall ganz alleine ermitteln. Entsprechend verläuft die Handlung nach dem unseligen Fund im Labor von Fausts Vater erstmal geraume Zeit getrennt.
Faust begibt sich in Ingolstadt auf Frankensteins Spuren und geht dem Thema dort eher historisch und realistisch auf den Grund. Das ist einmal mehr wirklich interessant und zum ich weiß nicht wie vielten Male habe ich nach einer “Faust”-Folge beschlossen, irgendwann mal in Ingolstadt in seine Fußstapfen zu treten. Ich möchte sehr gerne mal in den alten Seziersaal und den Eimer sehen ;)! Und auch diese Stadtführung bei Nacht und Nebel mit Frankenstein und seinem Igor persönlich hat mir sehr zugesagt. Das wird in echt sicher noch etwas schauriger sein als es hier rüberkommt, und hier ist es schon für eine dicke Gänsehaut gut. Selbstverständlich darf aber auch bei diesem Folge wieder gelacht werden. Der liebenswerte, etwas trottelige Faust hat so manchen Spruch in petto. Ich bin bei jeder Folge aufs Neue gespannt, was er darin so raushaut.
Luna dagegen ist in der Gegend nahe Darmstadt unterwegs, wo die Burg Frankenstein steht. Bei ihr geht es auf Anhieb ziemlich gruselig zu mit dem Unfalls und der unheimlichen Begegnung am Wegesrand. Auch später in der Ruine gibt es einige solche Momente.
Am Ende finden Faust und Luna natürlich wieder zusammen! Luna schwebt in höchster Gefahr, da macht sich der besorgte Onkel natürlich sofort auf die Socken. Das Ende ist zum einen ausgesprochen dramatisch, zum anderen hat es aber auch eine dicke Überraschung in petto. Damit hätte ich im Leben nicht gerechnet! Ich bin sehr gespannt, wie die Reihe unter diesen neuen Erkentnissen weitergeht.

Luna Jahrreiss mausert sich mit jedem neuen Fall. Sie und Ingo Naujoks ergänzen sich wunderbar. Sie jugendlich pfiffig, gewitzt und schlagfertig, er eher etwas trottelig, brummelig, aber ebenfalls nicht auf den Mund gefallen. Wenn Benjamin Armbruster alias Vlad Moroi mitmischt, dann hat eine “Faust”-Folge bei mir per se schon gewonnen. Ich mag den Akzent und die dunkle Stimme mit dem bedrohlichen Ton einfach richtig gerne! Selbstverständlich sind wieder einige Leute “vom Fach” zu hören. Beispielsweise der Burgschreiber von Burg Frankenstein oder auch Prof. Dr. Marion Maria Ruisinger.

Der Soundtrack präsentiert sich erneut sehr abwechslungsreich und stimmungsvoll. Das verleiht vor allem den schaurigen Szenen das gewisse Etwas und erinnert an manchen Gruselfilm. Die Geräuschkulisse ist wie immer vom Feinsten. Es gibt einfach keinen Punkt, in dem diese Reihe sich etwas vorwerfen lassen müsste.

Außer vielleicht beim neuen Cover, denn das sagte mir auf den ersten frühen Blick so gar nicht zu. Inzwischen habe ich es aber in einer Reihe mit seinen Kollegen gesehen und dort gefällt es mir sehr! die verschiedenen Farben sind stimmig und es ist unübersehbar, dass man eine Reihe vor sich hat. In diesem Falle ist natürlich Frankenstein zu sehen wie man ihn aus den Verfilmungen kennt und die Burg Frankenstein. Ein gut gewählter Gegensatz zwischen Fiktion und Wirklichkeit.

Fazit: Himmel hilf, was soll ich hier schreiben? Außer vielleicht: anhören! Unbedingt anhören. Nicht nur diese neue tolle, interessante und spannende Folge, sondern die ganze Serie!

Faust Jr. – Die Wissensdetektei (09) – Der unsterbliche Artus

Titel: Faust Jr. – Die Wissensdetektei (09) – Der unsterbliche Artus / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 79 min / Sprecher: Ingo Naujoks, Luna Jahrreiss, Ralph Erdenberger, Jochen Malmsheimer, Bodo Primus ua

faust09Inhalt: Privatdetektiv Frank Faust ist aufgeregt! Zum ersten Mal macht er Urlaub mit seinem Vater in England. Dort wollen sie das große Rätsel lösen: Wer war Artus? Wo liegt die Burg Camelot? Gibt es die Tafelrunde, den heiligen Gral, Merlin und Excalibur wirklich? Doch nach einem Streit ist Fausts Vater auf einmal verschwunden und schwebt in größter Gefahr.


Mein Wissen über Artus und Excalibur beschränkte sich bislang auf den Disneyfilm “Die Hexe und der Zauberer”. Das ist nicht viel, das gebe ich frank und frei zu.
Frank? Genau! Detektiv Frank Faust nämlich sollte nun meinem Wissen mal ordentlich auf die Sprünge helfen. Dank seiner manchmal etwas trotteligen, aber immer liebenswerten und humorvollen Art könnte ich mir niemand Besseren dafür vorstellen. Als Faust begreift, dass die Reise mit seinem erst kürzlich gefundenen Vater nicht nur dazu dient, einander besser kennenzulernen, da nimmt das neue Abenteuer auch schon seinen Lauf. Ehe Faust es sich versieht, steckt er mitten drin in den Legenden um Artus, seine Herkunft, die berühmte Tafelrunde, Merlin, Avalon und das sagenumwobene Schwert Excalibur.
Ich hätte nicht gedacht, dass die Geschichte um Artus so umfassend ist und habe entsprechend ganz schön gestaunt. Bei Fausts Nachforschungen stehen ihm wie von der Reihe gewohnt wieder einige Experten zur Seite. Das Besondere hier ist, dass es unweigerlich überwiegend englischsprachige Experten sind. Etwas anderes hatte ich allerdings auch gar nicht erwartet. Das bedeutet aber auch, dass ihre Texte übersetzt werden müssen. Das gelingt hier aber ganz prima und schön locker. Stumpfe Übersetzungsparts hat man nicht zu befürchten. Trotzdem kamen mir diese “doppelten” Erzählparts manchmal ganz schön wuchtig vor. Daran musste ich mich erst gewöhnen. Es gibt also einmal mehr eine Menge zu lernen. Ich bin wie immer beeindruckt davon, wie leicht es dieser Reihe gelingt unaufdringlich so viel Wissen zu vermitteln.
Dazu trägt natürlich wesentlich bei, dass es hier nicht nur um’s Lernen geht. Stets wird dabei auch ein spannendes Abenteuer erzählt. Das um Artus hat mir besonders gefallen. Ich finde, die regenerische Szenerie steht der Geschichte um Artus, Höhlen und Burgen ganz prima und sie ist ideal für einen Kriminalfall. Außerdem beweist Luna hier, dass sie ihrem Onkel selbst auf Entfernung eine klasse Assistentin ist, und ein alter Bekannter hat ebenfalls wieder seine Finger mit ihm Spiel.

Die Sprecher liefern auch bei dieser Folge einen tollen Job ab. Mir gefällt es immer wieder, wie Ingo Naujoks den Detektiv zwar oft ein wenig trottelig klingen lässt, aber sofort auf listig und gewitzt umschaltet, wenn Faust eine Entdeckung gemacht hat. Luna Jahrreiss sorgt dafür, dass ihre Figur sich mit jeder Folge hörbar mausert und cooler wird. Und Jochen Malmsheimer gibt einen wunderbar schrägen Erfinder Heinrich Kilanowski, der mit der Vaterrolle noch so seine Problemchen hat. Bodo Primus darf dieses Mal nicht nur erzählen und sich gelegentlich mit Faust unterhalten, er muss hier oft auch übersetzen. Doch auch das meistert er ohne Schwierigkeiten. Ralph Erdenberger ist wieder als aufmüpfiger und manchmal zickiger Pipi mit von der Partie. Und auch die Experten in dieser Folge fügen sich wunderbar ein. Man hört ihnen an, dass ihnen ihr Job und die Mitarbeit an dem Hörspiel Spass macht.

Einige stimmungsvolle Musikstücke verleihen der Geschichte die nötige Atmosphäre. Das klingt mal krimimäßig, dann wieder phantastisch und in der nächsten Szene kribbelig-spannend. Eine feine und sehr passende Mischung.

Das Cover finde ich etwas zu historisch mit dem Torbogen, dem Kopf der Artus-Statue und dem Stein mit Excalibur. Ob das so reizvoll auf Kinder / Jugendliche wirkt? So ganz überzeugt bin ich davon nicht. Aber es sind natürlich wesentliche Elemente der Legende um Artus. Im Booklet findet man viele Fotos von den Orten, die im Hörspiel erwähnt und besucht werden. Außerdem gibt es eine Karte, auf der man sich Fausts Reiseroute ansehen kann.

Fazit:  Faust ist und bleibt für mich das Paradebeispiel dafür, wie gut man auf spannende und witzig-unterhaltsame Art Wissen vermitteln kann. Das Abenteuer um Artus ist spannend, interessant und wirkt manchmal geradezu phantastisch. Da macht das Lernen einfach Spass!

naseneu

Faust Jr. – Die Wissensdetektei (08) – Der erste Mensch

Titel: Faust Jr. – Die Wissensdetektei (08) – Der erste Mensch / Verlag: Igel Records / Spielzeit: ca. 77 min / Sprecher: Ingo Naujoks, Marie-Luise Marjan, Luna Jahrreiss ua

faust08Inhalt: Wer war der erste Mensch? Was unterschied ihn vom Affen? Frank Faust interessiert sich brennend für diese existentiellen Fragen. Vor allem, als er ein Foto seines unbekannten Vaters findet. Wer ist sein direkter Vorfahr? Weiß sein Vater überhaupt, dass er sein Sohn ist? Fausts achter Fall wird zu einer Reise zu den eigenen Wurzeln und den Anfängen der Menschheit.


Es ist immer wieder eine Freude für mich, wenn eine neue Folge dieser Reihe erscheint. Sie schafft es wie keine andere, mich für Themen zu begeistern, die mich sonst maximal minimal interessieren. Dieses Mal begibt sich Faust auf die Spuren der Menschheit. Dabei wirft er einen genaueren Blick sowohl auf die tatsächlich ersten Menschen und deren Leben, als auch auf die heutigen, modernen Methoden um zB verwandtschaftliche Beziehungen bestimmen zu können. Der Grund für Letzteres ist vor allem die Frage nach Fausts Vater, die ihm beim Anblick eines Fotos in den Kopf kommt. Natürlich muss auch ihr nachgegangen werden. Und damit ist er nicht mehr nur außenstehender Ermittler, sondern selbst eingebunden. Damit wird das vermittelte Wissen für den Hörer greifbarer. Man kann sich gut in ihn hineinversetzen und empfindet dieses Wissen nicht abstrakt wie es eine Lehrstunde oft ist, sondern als etwas, das die Hauptperson selbst betrifft. Das Aushängeschild dieser Serie ist für mich aber immer noch dieser sagenhafte Humor. Der steckt in Fausts flapsiger Art, einer Menge Situationskomik, gewitzten Dialogen und einer Reihe witziger Details. Ich habe so oft wirklich lachen müssen und bitte, bitte, liebe Macher haltet das unbedingt so bei! Und auch diese speziellen Gags, die durchblicken lassen, dass man durchaus auch erwachsene Hörer amüsieren möchte 😉
Am Ende hat man dann auf höchst witzige und interessante Art wieder eine ganze Menge gelernt. Außerdem hält das Ende eine Antwort bereit auf die anfängliche Frage nach Fausts Vater. Die hatte ich so zwar nicht erwartet, aber sie lässt doch sehr für weitere Folgen hoffen!

Ingo Naujoks gibt auch hier wieder einen unnachahmlichen Frank Faust. Ich mag diesen schnodderigen Ton sehr gerne und er vermittelt mir stets ein klares Bild dieses ungewöhnlichen Detektivs. Marie-Luise Marjan ist ebenfalls wieder mit von der Partie. Klar irgendwie, dass die Mutter nötig ist, wenn der Vater gesucht wird. Sie lässt Fausts Mutter symapthisch und gluckenmäßig klingen, kann aber auch äußerst resolut werden. Luna Jahrreiss hat mich in einer Szene zu Tränen des Mitgefühls gerührt. Natürlich ist auch wieder eine Reihe Experten mit am Werk, die mir hier durchweg gut gefallen haben.

Der Soundtrack ist gut gemischt. Er klingt überwiegend typisch krimimäßig, aber in bestimmten Szenen fühlt man sich Dank der Untermalung zB auch mal in einen James Bond – Film versetzt. Das mag jetzt so klingen als könne das nicht wirklich passen, aber ich verspreche es: es passt!

Mit dem Totenschädel und der Auge ist der Cover ein Blickfang. Schön düster wie es sich für einen Krimi gehört, aber eben auch mit Elementen ausgestattet, die  zu dr Frage nach dem ersten Menschen passen. Wer selber mal in das Neandertal-Museum nach Mettmann möchte um dort auf den Spuren von Faust und den ersten Menschen zu wandeln, der findet im Booklet die Kontakdaten des Museums.

Fazit: Interessant, spannend und zum Kaputtlachen komisch ohne dabei je platt daherzukommen. Wenn mir ein Hörspiel Wissen vermitteln möchte, dann bitte nur so und nicht anders!

Faust Jr. – Die Wissensdetektei (01) – Die letzten Dinosaurier

Titel: Faust Jr. – Die Wissensdetektei (01) – Die letzten Dinosaurier / Verlag: Igel Records / Laufzeit: ca. 63 min / Sprecher: Ingo Naujoks, Bodo Primus, Luna Jahrreiss, Ralf Erdenberger u.a.

InhaltSie haben unsere Welt Millionen Jahre lang beherrscht. Sie waren die Giganten der Erde. Doch warum verschwanden sie plötzlich? Wer hat die Dinosaurier umgebracht? Ein kompliziertes und geheimnisvolles Rätsel, das besondere Fähigkeiten verlangt. Privat-Detektiv Frank Faust hat sich auf die letzen großen Fragen der Wissenschaft spezialisiert und taucht ein in die Welt der Riesenechsen. Er trifft Forscher, besucht Museen und ist auf einmal selbst Teil einer Welt, die eigentlich ausgestorben sein sollte. Zum Glück ist Luna an seiner Seite, die ihn zur rechten Zeit aus dieser gefährlichen Welt retten kann. Doch dem Duo läuft die Zeit davon, denn schon in wenigen Tagen muss das Rätsel gelöst sein. Dann muss Luna in die Nachprüfung. Es geht um ihre Versetzung! Ihr Prüfungs-Thema: das Aussterben der Dinosaurier! Um den Fall zu lösen, müssen sich Frank Faust und Luna in die Keller von Museen begeben, in geheime Labore und in eine Zeit, die 65 Millionen Jahre zurück liegt.


So sehr ich diese Serie mag, vor dieser Folge habe ich mich lange gedrückt. Daher kommt die Rezi auch nach der zu Folge 02 😉 Warum gedrückt? Weil Dinos eine Zeit lang DAS Thema war und ich der Meinung, das Nötigste über diese Urzeittiere zu wissen. Nach dieser Folge jetzt muss ich zugeben, dass ich so gut wie gar nichts gewusst habe, höchstens oberflächlich. Auf gewohnt gelungene und abwechslungsreiche Art vermittelt “Die letzten Dinosaurier” eine Fülle an Informationen zum Thema. Faust ist in Museen unterwegs, wenn die Experten ihm etwas über die Dinosaurier erzählen, stellt er es sich vor und der Hörer bekommt Einblick in diese Gedanken und somit quasi eine Reise in die Urzeit, was die Fakten veranschaulicht, und auch Faust Personal Pott und seine Nichte Luna wissen so einiges zu erzählen. Der vertraute Schuss Humor fehlt selbstverständlich ebenfalls nicht. Im Wesentlichen besteht er aus der frechen Erzählweise von Erzähler Bodo Primus, aber auch aus Faust flapsigem Ruhrpott-Charme und seinem gestörten Verhältnis zu Kanarienvogel Pucki.

Luna Jahrreiss ist als Fausts Nichte zu hören. Sie klingt jugendlich frisch, gewitzt und ist ihrem chaotischen Onkel unüberhörbar gewachsen. Erzähler Bodo Primus hat auch in dieser Folge recht viele Einsätze, die er aber mit Bravour meistert. Von Erzählen kann hier oft gar keine Rede sein, es klingt viel eher so als stände er neben Faust und erlebe dessen Abenteuer mit, weshalb es nicht unangenehm auffällt, dass er so oft zu Worte kommt. Die Experten Katja Waskow, Daniela Szymanski, Dr. Peter Schulte, Prof. Dr. Wolfgang Stinnesbeck, Dr. Bernd Herkner und Dr. Eva Gebauer liefern insgesamt einen ordentlichen Job ab, auch wenn man natürlich hört, dass sie keine Sprecher sind. Ich empfinde dies aber in jeder Folge wieder als erfrischend. Es gibt der Reihe etwas Spezielles.

Die Musik fällt wieder sehr abwechslungsreich aus. Da sind düstere Melodien mit dabei, dann wieder eher fröhliche und auch mal traurige Stücke, und selbstverständlich bekommt man auch typische Detektiv-Melodien zu hören. Besonders gelungen finde ich die Geräusche in dieser Folge, speziell die der Dinosaurier, die dröhnend und bemerkenswert authentisch klingen.

Das Cover macht mit dem “realistischen” Dinokopf auf sich aufmerksam, lässt aber andererseits mit dem Skelett-Kopf auch durchblicken, dass das Thema in diesem Hörspiel wissenschaftlich in Angriff genommen wird. Der Mix passt gut zu dieser “Faust”-Folge.

Fazit:  Der Dino-Hype vor einiger Zeit hat uns quasi nur am Urschlamm des Thema knabbern lassen, Faust dagegen geht in die Tiefe. Unterhaltsam und spannend wie ein echtes Krimi-Hörspiel lernt man hier eine ganze Menge über die Riesenechsen. Erneut eine tolle Folge!

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