Wrack

Die Nordseedetektive (05) – Der versunkene Piratenschatz (Bettina Göschl, Klaus Peter Wolf / Robert Missler)

Titel: Die Nordseedetektive (05) – Der versunkene Piratenschatz / Verlag: Jumbo Verlag / Spielzeit: ca. 90 min / Buch: Bettina Göschl, Klaus Peter Wolf / gelesen von: Robert Missler

Inhalt: Bei einer Wattwanderung finden Emma und Lukas eine geheimnisvolle Flaschenpost. Sie enthält den Hinweis auf einen uralten Piratenschatz. Ob er in dem Schiffswrack versteckt ist, das der Sturm am Strand von Norddeich freigelegt hat? Die Nordseedetektive nehmen die Ermittlungen auf. Doch sie sind nicht die einzigen Schatzsucher. Eine Diebesbande jagt das Piratengold. Und nicht nur das: Sie ist im Besitz der Schatzkarte.


Diese Folge der Reihe beginnt schon gleich sehr spannend mit einer Sturmnacht, die dem Haus von Lukas und Emma arg zusetzt. Da darf man schon mal ein kleines bisschen schaudern. Der Sturm legt allerdings auch ein altes Schwiffswrack frei und als die Geschwister am nächsten Tag im Watt unterwegs sind, finden sie dort eine Flaschenpost. Darin befindet sich der Hinweis auf einen alten Piratenschatz. Piratenfans kommen hier also durchaus auch auf ihre Kosten. Sofort machen Emma und Lukas sich daran, das Rätsel um den Schatz zu lösen. Dabei beweisen sie einmal mehr, dass sie waschechte Detektive sind!
Der Sturm hat aber noch andersnorts für Probleme gesorgt, beim Gefängnis nämlich. Dort hat er einem Ganovenduo zur Flucht verholfen und -wie sollt es anders sein- auch die sind hinter dem Schatz her. Dieser Wettlauf zwischen den Nordseedetektiven und den Gaunern sorgt für weitere Spannung. Und auch wenn die beiden Verbrecher ein bisschen dusselig dargestellt werden, so bringen sie die Geschwister doch auch in manche wirklich brenzlige Situation, in der man um die beiden bangen darf.
So bleibt es wieder einmal spannend und aufregend bis zur letzten Minute. In der dann auch geklärt wird, ob es den Piratenschatz tatsächlich gibt. Denn diese Frage bleibt ebenso lange offen.

Dank Robert Missler kann man sich leicht ein Bild von den Figuren machen. Mit zahlreichen unverwechselbaren Stimmen haucht er den Figuren Leben ein, sodass man sie leicht vor sich sieht. Er erzählt sehr lebendig und man kann ihm problemlos über längere Zeit zuhören, ohne dass es langweilig oder eintönig wird. Und das ganz ohne Übertreibungen bei den Stimmen. Das ist für mich zB immer ganz wichtig, weil es für mich sonst leicht ins Alberne rutscht. Hier allerdings nicht eine Sekunde lang!

Das Titellied lässt sofort die zur Geschichte passende Stimmung aufkommen und gibt dem Hörer auch direkt einige Informationen über die Nordseedetektive an die Hand.

Auf dem Cover ist natürlich das Wrack zu sehen, ebenso die Geschwister Emma und Lukas. Das Wrack stimmt einen sofort neugierig und verspricht eine piratig spannende Geschichte.

Fazit: Ein weiteres richtig schön detektivisches Abenteuer mit Lukas und Emma. Hier kommt piratige Stimmung auf und man ist schnell mit dabei bei der Jagd nach dem Schatz. Das macht so richtig Spass!

Fünf Freunde (119) – …und das versunkene Schiff

Titel: Fünf Freunde (119) – …und das versunkene Schiff / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 66 min / Sprecher: Ben Hecker, Maud Ackermann, Theresa Underberg, Laura Preiss ua

ff119Inhalt: In Bogna Bay soll es Bernstein geben! Die Fünf Freunde machen sich gleich auf die Suche nach dem Gold der Meere . Doch was sie auf dem Kiesstrand finden, könnte eher zu einem versunkenen Schiff gehören. Als sie der Sache auf den Grund gehen wollen, geraten sie in Streit. Und dann sind plötzlich zwei von ihnen wie vom Erdboden verschluckt. In ihrem neuen Abenteuer stellen Julian, Dick, Anne und George ihre tiefe Freundschaft unter Beweis und lösen gemeinsam mit Spürnase Timmy ein fast vergessenes Rätsel.


Mir gefällt es ja immer, wenn die Geschichten dieser Reihe mit Abenteuern daher kommen, in denen das Meer, Schiffe usw eine wichtige Rolle spielen. Deshalb verhieß der Titel für mich schon vor dem Hören eine Story nach meinem Geschmack. Anfangs führte sie mich kurz aufs Glatteis, denn den ersten Minuten nach könnte es auch um einen Bernsteinschatz gehen. Doch der spielt dann keine so große Rolle mehr.
Stattdessen machen die Freunde einen interessanten Fund, der sie auf die Spur eines Schiffwracks führt. Und so etwas ruft natürlich auch oft zwielichtige Gestalten auf den Plan. Und so geht es sehr bald sehr spannend zu und es macht Spass die Freude bei ihren Nachforschungen zu begleiten. Dabei kommt es auch immer mal wieder zu gewissen Szenen, die ihrerseits nochmal für sich spannend sind. Beispielsweise eine bestimmte Tauchszene.
Gefallen hat es mir außerdem, dass die Freunde hier beweisen, wie gut sie auch getrennt noch zusammenarbeiten können. Zudem war es mal eine Abwechslung quasi zwei “Teams” für sich in gefährlichen und rätselhaften Situationen zu erleben. Dabei wird deutlich, wie unterschiedlich sie jeweils damit umgehen. Und trotzdem gelingt es ihnen insgesamt, das Rätsel um das Wrack aufzuklären.
Das einzige, was mich schnell genervt hat, war das ewige “unser Brett” oder auch “das Brett”. Ja, zum Kuckuck, es geht um ein Brett. Aber das klingt hier einfach so unangemessen geheimnisvoll und so super wichtig, dass es schnell total albern rüberkommt.

Ben Hecker hat mir mit seiner markanten Stimme hier gut gefallen und mir ein gutes Bild von seiner Figur vermittelt. Es ist ihm so auch gelungen, dass ich diese Figur erstmal ein bisschen im Verdacht hatte, etwas mit dem Rätsel zu tun zu haben. Maud Ackermann alias Tante Fanny ist hier mal mehr zu hören als in den meisten anderen Fällen, was für mich auch gerne häufiger mal vorkommen könnte. Denn so lernt man Tante Fanny auch mal von einer etwas anderen Seite kennen.

In Sachen Geräusche sind viele passende maritime Klänge zu hören. Wie das Rauschen des Meeres oder Möwengeschrei. Das veranschaulicht die Szenerie sehr schön. In Sachen Musik geht es eher verhalten zu und neue Stücke sind mir nicht aufgefallen. Es klingt durchweg wie diese Reihe eben klingt. Und das vermittelt ein heimeliges Gefühl, was ich angenehm finde.

Das so häufig in den Mittelpunkt gestellte Brett ist auch auf dem Cover zu sehen. So weiß man gleich, dass damit wohl das neue Abenteuer zu tun haben wird. Strand und Küste sehen schön aus und für mich ist das so eben ein Titelbild, wie ich es bei dieser Reihe liebe. Klippen, das Meer, Strand…das macht die “Fünf Freunde” für mich irgendwie aus.

Fazit:  Eine spannende Geschichte mit einigen Momenten, in denen man richtig mit den Freunden mitfiebern und sich um sie sorgen kann. So gehört ein Abenteuer! Mir hat außerdem besonders gut gefallen, dass hier gezeigt wird, wie die Freunde auch getrennt dennoch gut zusammenarbeiten können.

Die drei ??? Kids (54) – Zombie-Alarm

Titel: Die drei ??? Kids (54) – Zombie-Alarm / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 61 min / Sprecher: Jannik Schürmann, Achim Schülke, Ingo Abel, Jürgen Heimüller ua

ddfkids54Inhalt: Justus, Bob und Peter haben ein Wochenende auf Sandy Island gewonnen! Dort können sie das Geisterwrack der gesunkenen Antonia Five ganz genau unter die Lupe nehmen. Angeblich treibt sich dort ein Zombie herum und sucht seine Verlobte. Und tatsächlich finden die drei Detektive im Wrack eine geheime Botschaft. Können die drei Freunde das Geheimnis des Zombies lösen?


Zombies sind ja gerade so in Mode, da kommt auch diese Serie nicht daran vorbei wie es scheint. Natürlich im Rahmen und auf das Alter der jungen Hörerschaft zugeschnitten. Ein bisschen gruselig geht es schon zu, klar, aber Albträume sind nicht zu befürchten. Da wurde ein gutes Maß gefunden.
Ansonsten konnte die Folge alleine schon damit dick punkten, dass sie nicht so ewig lang ist. Viele Folgen dieser Serie sind mir einfach zu lang. Diese hier kommt mit einer guten Stunde hin. Und die ist mit der Reise, dem Geschehen am und im Wrack und den späteren Ermittlungen in Rocky Beach spannend und wunderbar abwechslungsreich gefüllt. Keine einzige Länge, keine unnötigen Abschweifungen, alles geradewegs auf den Punkt: auf das Rätsel um das Wrack, den Zombie und ein gewisses Auto.
Einzig dieses dauernde “Die Legende” ab einem gewissen Punkt hat mich gestört bzw genervt. Man kann es eben auch übertreiben. Aber das ist im Verhältnis wirklich nur eine Kleinigkeit, über die ich gut hinwegsehen kann.

Der Sprechercast fällt recht übersichtlich aus, was mir wie fast immer sehr gut gefällt. Achim Schülke und Ingrid Capelle sind erfreulich viel zu hören und geben wie immer ein uriges  und liebenswertes Pärchen Jonas. Thomas Dehler klingt angemessen raubeinig. Und Stephan Baumecker lässt den Autohändler schon eine gute Ecke schräg und verschroben rüberkommen. Das steht dieser Figur.

In Sachen Musik und Geräusche ist alles in Ordnung. Besonders hat es mir gefallen, dass man den Szenen im Wrack auch anhört, dass sie eben dort spielen. Der Klang ist ganz anders, eben dem Schauplatz angemessen. Feine Artbeit für ein Hörspiel für so junge Hörer. Und eine Reihe von Melodien begleiten das Geschehen und sorgen für den Wiedererkennungsfaktor. So klingt diese Reihe eben, und das ist gut so!

Auf dem Cover ist natürlich das Wrack zu sehen und der Zombie auch. Das trägt dem Titel Rechnung und passt tadellos zur Geschichte. Ein bisschen unheimlich wirkt das alles auch. So macht das Cover direkt auf sich aufmerksam und neugierig.

Fazit: Eine spannende und abwechslungsreiche Folge, die sich nicht unnötig in die Länge zieht. Mir hat das so knackig wirklich gut gefallen. Und außerdem mag ich einen gewissen Gruselfaktor immer ganz gerne.

Seefeuer (Elisabeth Herrmann)

seefeuerklMarie Vosskamp kann nicht fassen, welchen Freund sich ihre Mutter nach dem Tod ihres Vaters zugelegt hat! Kein Stück traut sie Magnus, der in Windeseile das Kommando über das Vosskamp´sche Familienunternehmen übernimmt – und ihre Mutter auch noch heiraten will! Marie haut ab, um endlich ihre Träume zu verwirklichen, nach Friedrichskoog an die Nordsee, wo sie mit einem begehrten Praktikum ihrem Wunsch, Meeresbiologin zu werden, ein bisschen näher kommt. Dort lernt sie auch den attraktiven Vince kennen, der sich als Schatzsucher für das alte Schiffswrack der Trinity interessiert, das vor der Küste aufgetaucht ist. Mit der Trinity, die in den 50er Jahren in einem schrecklichen Unglück gesunken ist, heben sich dunkle Geheimnisse, die viel mehr mit Marie zu tun haben, als sie sich je hätte vorstellen können. Geheimnisse, die manche lüften und andere um jeden Preis verbergen wollen.

Auf diesen neuen Jugendthriller hatte ich mich riesig gefreut. Elisabeth Herrmann ist es noch mit jedem ihrer Jugendthriller gelungen, dass ich nach dem Lesen an die Schauplätze reisen wollte. Da war ich gespannt, ob das auch “Seefeuer” gelingen würde.
Anfangs sah es ganz danach aus. Die burschikose Marie mochte ich sehr schnell und ich habe sie für ihre Arbeit auf der Seehundstation bewundert. Dabei bleibt es natürlich nicht aus, dass man auch auf die Nordsee hinausschippert. Außerdem klingt oft heraus, wie sehr Marie die See liebt. Da hat man beim Lesen quasi den salzigen Geruch der Nordsee in der Nase und spürt den Seewind im Gesicht. Genau so wünsche ich es mir von Elisabeth Herrmanns Jugendthrillern. Entsprechend zufrieden war ich zunächst. Und ja, ein Ausflug an die See könnte mir in nicht allzu ferner Zukunft gefallen.
Als das Schiff der Seehundstation mit einem Metallteil eines vor mehreren Jahrzehnten Frachters kollidiert, kommt nicht nur dieses Teil an die Wasseroberfläche, sondern auch einige Rätsel und Geheimnisse aus Maries Familienleben. Das fordert Marie schon deshalb besonders, weil mit ihrer Familie so manches im Argen liegt. Ihr Vater ist vor Jahren verstorben, die Mutter ist Künstlerin, die die Realität meistens ausblendet, und ihr neuer Freund scheint nichts Gutes im Schilde zu führen. Maries geliebte Großmutter liegt nach einem Schlaganfall im Koma. So kann Marie sich bei ihr keinen Rat holen, und das, obwohl ausgerechnet die Großmutter eine wichtige Rolle zu spielen scheint. Als Marie sich plötzlich Übergriffen auf sich, das Haus und ihre Familie ausgesetzt sieht, geht die der Frage nach, in welchem Zusammenhang sie bzw ihre Familie mit dem gesunkenen Frachter steht.
Ich habe dabei geraume Zeit gerne mitgerätselt, wer hinter den Angriffen stecken könnte und wieso. Vieles sprach für den Freund ihrer Mutter, aber irgendwie glaubte ich es nicht. Dann hatte ich Maries Kollegen im Verdacht, doch wieso sollten sie? Solches Rätseln macht mir immer viel Spass.
Allerdings kippte die Geschichte für mich wenig später in gewisser Hinsicht. Lange Zeit ist sie schön übersichtlich, doch bei ihren Nachforschungen muss sich Marie auch der Vergangenheit ihrer Familie stellen. So werden Charaktere von damals wichtig, zu den Verstrickungen in der Firma der Familie im Heute kommen noch Verstrickungen von früher hinzu, die heute wieder wichtig sind, und mit der Besatzung des Bergungsschiffs mischt nochmal ein ganzer Schwung neuer Figuren mit. Ich wusste zwar immer, um wen es ging, wenn ich einen Namen las, aber ich hatte nicht immer genau auf dem Schirm, was diejenige Person vielleicht mit Marie oder ihrer Familie zu tun hat oder welche Verbindungen es von ihr aus in die Vergangenheit gibt bzw geben könnte. Das hat sicher auch ein ganz kleines bisschen damit zu tun, dass bei mir sofort die Klappe fällt, wenn eine Geschichte die Nazizeit antippt. Aber hauptsächlich waren es mir zum Ende hin zu viele Figuren und Zusammenhänge.
Auch mit Marie habe ich mich zu diesem Zeitpunkt plötzlich schwer getan. Einfach, weil ich ihre Ansicht nicht teilen konnte, dass ein gesunkenes Schiff ein Grab ist, das niemand anrühren darf.  Und auf diesem Argument reitet Marie alle naselang herum. Das fand ich auch irgendwie egoistisch von ihr. Ja, Menschen aus ihrer Familie sind mit dem Frachter gesunken, aber trotzdem! Sicher hat nicht jeder im ihrem Umfald lautere Absichten mit der vermutlich wertvollen Fracht, aber beispielsweise die Bergungstaucher konnte ich nicht verurteilen. Sie tun letztlich nur ihren Job, und wem kann man es dabei schon übel nehmen, wenn auch eine Prise Abenteuerlust dabei ist? Nein, mit Maries radikalen Ansichten in dieser Hinsicht konnte ich mich nicht arrangieren.
Die Auflösung gefiel mir ebenfalls nur so halb. Ich mag es nicht so gerne, wenn ich einen ganzen Thriller oder Krimi geknobelt habe, wer der Täter ist, und am Ende dann erkennen muss, dass ich gar nicht darauf hätte kommen können. Spannend ist das Finale aber dennoch. Nur eben halt das Ende bzw der Täter…

Für “Lilienblut” und “Schattengrund” habe ich einen einzigen Abend bzw einen Tag gebraucht, dann waren die Bücher ausgelesen. Für “Seefeuer” habe ich drei Abende gebraucht. Das hatte aber die oben genannten inhaltlichen Gründe. Lesen lässt sich “Seefeuer” ebenso gut wie seine Vorgänger. Ich mag diesen Schreibstil, der sich so schön leicht und flüssig lesen lässt, Maries Alter entsprechend leicht jugendlich, aber doch mit der nötigen Ernsthaftigkeit. Gestört habe ich mich an den drei Fehlern, die ich gefunden habe. Der erste gleich im ersten Satz, in dem ein “den” fehlt. Der zweite als das Schiff plötzlich “Sandrose” statt “Seerose” heißt. Bei dritten wird plötzlich die Mutter von Maries Großmutter erwähnt, obwohl mit Sicherheit die Großmutter selber gemeint ist. Ich bin ehrlich kein Fehlersucher und auch nicht sonderlich sensibel was das angeht. Wenn selbst mir das auffällt, dann heißt das also schon was.

Das Cover finde ich einfach nur toll. Die tosende See, der einsame Leuchtturm, der den Wellen trotzt, die Naturgewalt hinter solch einem Sturm kommt hier wirklich gut rüber. Und mit dem Rot den den sonst so düsteren Farben wirkt es auch  angemessen finster für einen Thriller.

Fazit:  Leider hat mit “Seefeuer” nicht so gut gefallen wie seine Vorgänger. Anfangs mochte ich Marie wirklich gerne und fühlte mich an die Nordsee versetzt. Später dann vertrat Marie Ansichten, die ich so nicht teilen konnte und die auf mich auch ziemlich egoistisch wirkten. Außerdem war das schöne Nordseeflair plötzlich verschwunden. Mein größtes Problem war es aber, dass mir die Geschichte später zu komplex wurde um noch alle Charaktere und Zusammenhänge stets im Hinterkopf zu haben. Und wenn ich ein Buch lang quasi umsonst gerätselt habe, wer der Täter sein könnte, dann finde ich das auch nicht so dolle…


Titel: Seefeuer
Autor: Elisabeth Herrmann
Seiten: 414
Verlag: cbt
ISBN: 978-3570162675
Preis: € 14,99 (broschiert)

Gruselkabinett (53) – Die Herrenlose

Titel: Gruselkabinett (53) – Die Herrenlose / Verlag: Titania Medien / Laufzeit: ca. 68  min / Sprecher:  Friedrich Georg Beckhaus, Almut Eggert, Johannes Berentz, Hans Teuscher u.a.

InhaltAuf hoher See 1900: Nach einem schweren Sturm entdeckt die Besatzung des Schiffes Bheopte ein umher treibendes, herrenloses Wrack. Im Sonnenuntergang beschließen sie, dort an Bord nach dem Rechten zu sehen. Ein -wie sie erkennen müssen- lebensgefährliches Unterfangen…


Ich habe seit je her ein Faible für Geschichten, die auf hoher See spielen. Sie haben stets eine ganz eigene Atmosphäre und die Ausgelifertheit der Schiffe an die Natur steuert die nötige Spannung bei. Beides trifft auch auf “Die Herrenlose” zu. Die Stimmung auf einem solchen Schiff zu damaligen Zeit wird sehr gut vermittelt und mit dem gewaltigen Sturm und dem gefährlichen Unternehmen, das Wrack zu besichtigen, sind auch Elemente vorhanden, die immerhin eine gewisse Spannung erzeugen. So richtig spannend will die Geschichte aber einfach nicht werden, dafür zieht sich für meinen Geschmack alles zu sehr in die Länge.  Ebenso habe ich das Schauerliche vermisst, das sonst typisch für die “Gruselkabinett”-Folgen ist. Da helfen auch die überaus anschauliche Schilderungen der im Wrack vorgefundenen Ekelhaftigkeiten wenig.

Dagegen kann man der Sprecherriege wie gewohnt nichts ankreiden. Friedrich Georg Beckhaus spricht als Erzähler den alten Dr. Dark, während Johannes Berentz dem Doktor in jungen Jahren und auf der Bheopte seine Stimme leiht. Beide Sprecher lassen den Arzt sympathisch und gewissenhaft wirken. Einen Schuss Jugendlichkeit bringt Antje von der Abe als neugierige und unternehmungslustige Constance Maine ein. Hans Teuscher gibt sich als Kapitän Gannington zwar ebenfalls sympathisch, aber auch energisch und wunderbar seebärig.

Beim ersten Hören ist mir die Musik in diesem Hörspiel überhaupt nicht aufgefallen. Ich bin kein Fan davon, wenn Musik sich in den Vordergrund drängt, doch hier dräut sie so leise im Hintergrund vor sich hin, dass sie weder auffällt, noch nennenswert zur Atmosphäre beiträgt. Das kenne ich aus dieser Serie anders!

Das Covermotiv gefällt mir zwar und ich finde es auch sehr stimmungsvoll, allerdings wollte mir vor dem Hören kein Zusammenhang zwischen dem Titel und dem Bild aufgehen. Dass ein besatzungslos umher treibendes Schiff als “Herenlose” bezeichnet wird, hat mich erst dieses Hörspiel gelehrt.

Fazit:   Eine nette Geschichte mit Seemanns-Atmosphäre, der es aber leider an Spannung und Grusel fehlt.

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