Zauberei

Die Rottentodds (01) – Onkel Deprius dunkles Erbe (Harald Tonollo)

rottentodds01Nur weg von diesen Verrückten!
Pollys Entschluss steht fest. Keinen Tag länger hält sie es mit ihrer Familie aus. Die seltsamen Vorlieben von Patrizius, Prospera, Pampe und Palme gehen ihr gehörig auf die Nerven: SchmeiÃxfliegensalat zum Frühstück, entspannen im Spinnenpool und Spritztouren im Leichenwagen. Doch dann macht Polly in dem alten Haus ihres kürzlich verstorbenen Onkel Deprius eine ungeahnte Entdeckung und plötzlich ist nichts mehr, wie es war.

Kürzlich war mir danach, mal wieder ein Kinderbuch zu lesen. Da fiel mir dieser erste Band der Rottentodds in die Hände, der schon geraume Zeit auf meinem SUB lag. Ein Kinderbuch, das obendrein ein wenig gruselig klang. Genau richtig also!
Die Familie Rottentodd gefiel mir auf Anhieb. Natürlich ist sie ein wenig anders als normale Menschen. So steht gerne mal eine Schale Schmeißfliegensalat auf dem Tisch und ein Bad in lauter krabbelnden Spinnen ist für sie ein Genuss. Jedenfalls für die meisten Familienmitglieder. Lediglich Tochter Polly ist mit ihren blonden Haaren und der Vorliebe für Schnitzel mit Pommes ziemlich aus der Art geschlagen. Erst fürchtete ich, dass ihre Familie sie deshalb anders oder schlechter behandeln würde, doch zum Glück war es nicht so. Das fand ich toll!
Polly ist es auch, die die Familie in dieses erste Abenteuer stürzt. Denn sie lernt an ihrer neuen Schule einen Jungen kennen, mit dem irgendetwas nicht stimmt und der ziemlich unglücklich zu sein scheint. Sie macht sich daran herauszufinden, was da los ist und macht eine fiese Entdeckung. Doch was kann man tun?
Nun, wenn man eine Familie wie die Rottentodds hat, hat man da durchaus seine Möglichkeiten. Denn im Ernstfall halten die Geschwister Rottentodd trotz aller Unterschiede zusammen wie Pech und Schwefel. Das gerade vom verstorbenen Onkel geerbte Haus samt einem ungeahnten Vermächtnis im Keller kommt da gerade recht.
Ich fand es lustig über Pollys Erlebnisse an der Schule und mit ihrer ungewöhnlichen Familie zu lesen. Die Rottentodds sind auf kindgerechte Weise schaurig, doch Albträume bekommt man von ihnen auf keinen Fall. Dafür sind sie alle auf ihre Art doch zu liebenswert. Außerdem hat es mir gefallen, dass sie Polly akzeptieren wie sie ist. Obwohl…ein kleines bisschen echte Rottentodd steckt auch in Polly wie sich im Laufe der Geschichte zeigt.
Ein kleine, aber wichtige Botschaft steckt ebenfalls in der Geschichte. Nämlich, dass man sich helfen sollte, wenn man merkt, dass mit jemandem etwas nicht stimmt. Und dass man Freunde und / oder eine Familie braucht, auf die man sich verlassen kann. Und natürlich, dass es falsch ist, mit jemandem so umzugehen, wie mancher mit Pollys neuem Freund umgeht. Das sind wichtige Botschaften für junge Leser, wie ich finde.

Die 129 Seiten waren an einem Abend schnell gelesen. Die große Schrift, kurze Kapitel, ein kindgerechter und witziger Schreibstil und die zahlreichen Illustrationen machen “Onkel Deprius dunkles Erbe” zu einer leichten und unterhaltsamen Lektüre. Genau richtig für Kinder ab 8 Jahren, denke ich. Aber auch ich lese gerne mal ein Buch so im Nullkommanix weg.

Den Look des Buchs finde ich einfach nur genial. Ich mag solche grellen Farben zusammen mit Schwarz einfach unheimlich gerne. Das ist ein Hingucker. Und es passt zu der düster-schillernden Familie Rottentodd wie die Faust aufs Auge. Im Buch findet man viele schöne Illustrationen, die einem zusätzlich ein Bild von der Familie und den Ereignissen vermitteln.

Fazit: Ich werde an dieser Reihe dran bleiben! Die liebenswert schaurige Familie Rottentodd hat mir sehr gut gefallen. Das erste Abenteuer ist lustig, ein wenig spannend und dezent gruselig. Kinder, die beispielsweise auch “Der kleine Vampir” kennen und mögen, werden ihre Freude an dem Buch haben. Es las sich weg wie nichts. Solche unterhaltsamen Büchersnacks mag ich zwischendurch sehr gerne. Außerdem kommen die Folgebände farblich ebenso schön grell daher. Nebeneinander im Regal sieht das sicher klasse aus.


Titel:  Die Rottentodds (01) – Onkel Deprius dunkles Erbe
Autor: Harald Tonollo
Seiten:  129
Verlag: Coppenrath Verlag
ISBN: 978-3815796870
Preis:  € 9,95 (HC)

Filly Fairy (05) – Oberon und das Zauberkraut / Theada und die verwunschene Zeit

Titel:  Filly Fairy (05) – Oberon und das Zauberkraut / Theada und die verwunschene Zeit / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 62 min / Sprecher: Isabella Grothe, Tim Kreuer, Rainer Schmitt, Monika Barth ua

InhaltKönig Oberon plagt seit vielen Tagen eine schreckliche Langeweile. Und Königin Titania befürchtet, dass ihm auch die Freude am Regieren vergehen könnte. Deshalb schreibt sie Einhorn Magic, dem Freund aller Filly Fairys, einen Brief und bittet ihn um Rat. Magic kennt ein Kraut das helfen soll, aber es ist nur in einem fernen Wald zu finden. Der König macht sich zusammen mit Prinzessin Alerta auf den weiten Weg. Werden die beiden dieses besondere Kraut finden, um König Oberon von der Langeweile zu befreien?
+ eine weitere Geschichte: Theada und die verwunschene Zeit


Wer hat nicht gelegentlich mal Langeweile? Dieses Gefühl dürfte fast jeder kennen. Doch König Oberon wird dieses Gefühl gar nicht mehr los. In der ersten Geschichte auf dieser CD begleitet man Oberon und seine Tochter Alerta auf der Suche nach einer heilenden Pflanze. Eine schöne Geschichte in der man gemeinsam mit den beiden so manche Entdeckung im Fairy Land macht, und die gleichzeitig zeigt, wie wichtig es ist, einander zu helfen. In der zweiten Geschichte passiert Theada etwas, was jedem magisch begabten Wesen mal passiert: sie verzaubert sich. Und plötzlich ist die Zeit wie um Jahre voran gedreht. Das ist zwar erst ganz lustig, aber natürlich hat das Auswirkungen auf Theadas Familie und Freunde. Wenn man so möchte, kann man aus der Geschichte ableiten, dass man der Zeit besser nicht ins Handwerk pfuscht und stattdessen jeden Moment so genießt, wie er ist.

Als Erzählerin ist weiterhin Isabella Grothe zu hören, die einen ruhigen und märchenhaften Ton anschlägt. Weitere Sprecher sind ua Celine Fontanges, Bern Stephan, Tim Kreuer und Rainer Schmitt. Speziell die weiblichen Stimmen passen natürlich gut zu den niedlichen Fillys, aber auch die Herren der Schöpfung lassen sich nicht lumpen. Für mich sind sie sowieso etwas ganze Besondere in solchen Mädchen-Hörspielen.

Märchenhafte und durchaus auch kitschige Melodien begleiten die Geschichte. Geräusche sind relativ rar gesät, aber die Nötigsten sind zu hören. Mir sind speziell Tiergeräusche wie das Gurren von Tauben aufgefallen, die sehr realistisch klingen.

Ich bin kein Filly-Fachmann, aber ich nehme an, auf dem Cover ist König Oberon auf der Blumenwiese zu sehen wo er sein Kraut sucht. Über die Geschichte gibt das allerdings wenig her. Dafür ist alles wieder “wunderschön” pink und glitzernd und kitschig…Filly eben.

Fazit:  Zwei schöne Geschichten im vertrauten, recht kitschigen Stil. Für die kleinen Fans sicher eine Empfehlung.

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