Zeitreisen

Die Zeitmaschine ( 2 / 2 )

Titel: Die Zeitmaschine ( 2 / 2 ) / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 59 min / Sprecher: Hans-Georg Panczak, Udo Schenk, Reinhard Kuhnert ua

Inhalt: Die folgenreiche Hörspieladaption von H.G. WELLS Die Zeitmaschine ist ein zweiteiliges Hörspielerlebnis der besonderen Art. Nie wurde die packende Geschichte um einen Mann, der in eine ferne Zukunft reist und dort das Grauen erlebt, aufwendiger inszeniert. Mit herausragenden „Hollywood-Stimmen“, einem phantastischen Sounddesign und filmreifer Musik wird Wells visionäres Werk zum Kopfkino.


Und da kommt auch schon Teil 2 der “Zeitmaschine”. Nachdem der Zeitreisende Jack im ersten Teil noch eher kleinere Abenteuer erlebt und nur einen ersten Blick in das verhängnisvolle Jahre in ferner- ferner Zukunft geworfen hat, wird dieser hier nun vertieft.
Nachwievor war ich der Meinung, dieses Jahr sei zwar nicht ganz ohne Fehler, aber zumindest auch nicht absolut menschenfeindlich und finster.
Dieser Eindruck änderte sich in diesem zweiten Teil dann aber schnell und sehr gründlich. Diese augenscheinlich so rosarote Welt voller naiver Menschen hat gewaltige Schattenseiten. Und die lernt Jack auf seiner Suche nach der Zeitmaschine und einem Weg zurück in seine Zeit ausgiebig kennen. Dabei tastet sich die Geschichte langsam und vorsichtig an das Kernproblem heran, wodurch der Schrecken hinterher umso größer ist. Bei einigen von Jacks Entdeckungen bekommt man wahrlich eine Gänsehaut, andere sind auf verrückte Art faszinierend, wieder andere sind vor dem grausigen Hintergrund einfach nur rührend anzuhören.  Und es ist spannend anzuhören, wie sich Jack und Weena durch all diese Situationen hindurchkämpfen.
Gleichzeitig weiß man nicht so recht, worauf man hoffen soll. Dass Jack zurückreisen kann? Dass er in der Zukunft bei Weena und ihrem Volk bleibt und ihnen hilft? Beides ist für eine ganze Weile gut denkbar und man ist gespannt, wohin die Handlung kippen wird. Dass Jack noch einmal in seine Zeit zurückkehrt, das ist klar. Immerhin erzählt er seinen Freunden ja von seinem Abenteuer. Aber danach?
Diese Frage lässt dann auch das Ende schließlich offen, wodurch man noch eine Weile über die Geschichte nachdenkt.

Mit Luisa Wietzorek hat man für die Rolle der Weena eine sehr gute Wahl getroffen. Sie kriegt den Balanceakt zwischen einem noch sehr kindlichen Mädchen und einer jungen Frau wunderbar hin. Auch Hans-Georg Panczak versteht es wieder darin zu überzeugen, Jacks Gefühlslagen in dieser Ausnahmesituation glaubhaft an den Hörer zu bringen.

Wie schon in Teil 1 zeigt sich die Musik hier eher zurückhaltend, aber doch sehr abwechslungsreich. Mal sind ruhige, atmosphärische Stücke zu hören, dann wieder wird die Untermalung unruhige, wenn es in einer Szene dramatisch zugeht. Es gibt ein, zwei Schreckmomente und sie sind klanglich auch genauso umgesetzt, sodass man hier schnell mal zusammenzuckt. Das ist top gemacht!

Auf dem Cover findet man das Motiv der Uhr wieder, das es schon auf dem Cover von Teil 1 gab. Hier allerdings bildet es mehr den Hintergrund zu dem künstlich wirkenden Gesicht. Soll das Weena sein? Vorstellen kann ich es mir. Auf jeden Fall ein augenfälliges Motiv.

Fazit: Bildete Teil 1 noch den Auftakt zur Geschichte, so legt diese hier so richtig los. Spannend, erschreckend, dramatisch, dann wieder hoffnungs- und ein bisschen gefühlvoll. Eine super gelungene Mischung mit einem Ende, bei dem man sich seinen Teil denken kann / soll / muss.

Die Zeitmaschine ( 1 / 2 )

Titel: Die Zeitmaschine ( 1 / 2 ) / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 59 min / Sprecher: Hans-Georg Panczak, Udo Schenk, Reinhard Kuhnert ua

Inhalt: Die folgenreiche Hörspieladaption von H.G. WELLS Die Zeitmaschine ist ein zweiteiliges Hörspielerlebnis der besonderen Art. Nie wurde die packende Geschichte um einen Mann, der in eine ferne Zukunft reist und dort das Grauen erlebt, aufwendiger inszeniert. Mit herausragenden „Hollywood-Stimmen“, einem phantastischen Sounddesign und filmreifer Musik wird Wells visionäres Werk zum Kopfkino.


Bekanntlich bin ich für Klassiker nicht unbedingt zu haben. Bei Geschichten nach H.G. Wells mache ich da aber gerne eine Ausnahme, und so zog die “Zeitmaschine” auch in meinen Player ein.
Dieser erste Teil legt gewisse Grundsteine für die weitere Geschichte. So lernt man den Erfinder der Zeitmaschine (Jack) und seine Freunde und Kollegen kennen. Außerdem erfährt man etwas darüber wo und als was sie arbeiten und wie speziell Jacks Situation an der Universität ist. Das ist für das weitere Geschehen alles mehr oder weniger von Bedeutung, bringt einem aber auf jeden Fall die Figuren nahe, was ich immer wichtig finde. Ohne eine gewisse Nähe zu den Figuren kann ich nur schwer mit ihnen fühlen und mitfiebern.
Der größte Teil dieses ersten Teils befasst sich dann aber tatsächlich bereits mit der Zeitmaschine bzw zunächst um ein Miniaturmodell davon. Anhand dessen erläutert und demonstriert Jack die Funktionen und Fähigkeiten. Das alleine -speziell die Demonstration- ist schon wirklich interessant und ich habe gebannt gelauscht. Gewisse Erläuterungen sind aber auch ehrlich schwer zu fassen und zu verstehen. Da muss man Jacks Erklärung dann einfach mal Glauben schenken.
Im letzten Drittel begibt sich Jack dann selber auf Zeitreise. In ein Jahr, das noch nicht einmal nur zahlenmäßig für mich vorstellbar war. Zuvor erlebt er Abenteuer bei kleineren Zwischenstopps, was schon ganz spannend ist. Doch so richtig interessant wird es eben erst in dieser unfassbaren Zukunft. Erfreulicherweise wird diese Zukunft noch nicht sonderlich bedrohlich beschrieben. Ich habe ja gewaltig etwas gegen all die finsteren Zukunftsvisionen, die gerade so den (Hör)buchmarkt überfluten. Bis zum Ende dieses ersten Teils erlebt Jack zwar kleinere Abenteuer und die sind auch ganz interessant und irgendwie schwingt durchaus mit, dass da noch etwas Schlimmeres nachkommen wird, doch so richtig ist davon hier noch nicht viel zu spüren. Und so bin ich dem Geschehen zwar fasziniert gefolgt, aber (noch) ohne größere Sorgen um Jack. Als es für ihn dann tatsächlich übel wird, ist dieser erste Teil prompt vorbei. Ein Cliffhanger vom Feinsten!

Die Sprecherliste ist -was die wichtigsten Rollen anbetrifft- erfreulich kurz. Als Jack ist Hans-Georg Panczak zu hören und er bringt die Begeisterung und den Enthusiasmus seiner Figur absolut glaubwürdig rüber. Als er später gewissermaßen den Erzählerpart übernimmt und von seiner Zeitreise berichtet, setzt er die Stimmungen von Jack gekonnt um, sodass man als Hörer sofort mit ihm fühlt und hofft und bangt. Je nach Situation. Jacks Freund und Kollege Peter wird von Udo Schenk gesprochen und seine Stimme führt einfach immer dazu, dass ich seiner aktuellen Figur nicht traue. So war es auch hier, allerdings ohne Grund wie sich herausstellte. Es ist interessant, ihn mal bei einer Figur mit anderem Wesen zu hören. In einer kleineren Rolle ist Susanna Bonasewicz zu hören und ich muss gestehen, dass es gedauert hat bis ich sie erkannt habe. Sie klingt hier so gar nicht nach einer gewissen kleinen Hexe.

Musik ist hier ein relativ großes Thema, wobei sie überwiegend ruhige Töne anschlägt, dann und wann auch während der Dialoge im Hintergrund. Es sind futuristische Klänge zu hören, was natürlich super zur Geschichte passt. Und an einigen Stellen kommt sie auch ein bisschen düster daher, sodass man ahnt, dass die Geschichte irgendwann kippen wird von interessant zu bedrohlich. Lautere Klänge werden höchstens mal zu besonders dramatischen Momenten angeschlagen. Die Geräusche sind top, aber auch nicht gerade im Übermaß vorhanden. Genau richtig eben: so viel wie nötig, aber nicht mehr.

Die Uhr vom Cover hört man zu Beginn der Geschichte unheilvoll ticken. Und mit einer Uhr ist natürlich ein Bezug zur Zeit gegeben, wodurch das Motiv einwandfrei zur Story passt. Was es mit dem Mann auf sich hat, da darf man hier zunächst noch spekulieren.

Fazit:  Mir hat dieser erste Teil bereits super gut gefallen. Eine interessante Geschichte, die bereits hier sehr spannende Momente hat. Dazu ein faszinierendes Abenteuer und eine angenehm kleine Runde Beteiligter, in die man sich als Hörer quasi hinein begibt. Ich bin neugierig, wie es weitergeht.

Zeitsplitter – Die Jägerin (Cristin Terrill)

zeitsplitterMarina steht am Anfang: Sie ist reich, beliebt und verliebt in einen hinreißend attraktiven Jungen. Em ist am Ende: Sie ist seit Jahren auf der Flucht, seit Monaten in einer winzigen Zelle eingesperrt, wird beinahe täglich verhört. Die beiden Mädchen haben nichts gemeinsam, außer der einen Sache: Sie sind ein und dieselbe Person. Vier Jahre trennen sie. Vier Jahre, in denen die Welt an den Rand des Abgrunds gerät. Doch Em bekommt die Möglichkeit, durch eine Zeitreise die Vergangenheit zu ändern. Nur ist der Preis, den sie dafür zahlen muss, schrecklich.

Ehrlich zugegeben, alleine anhand des Covers und des Klappentextes hätte mich dieses Buch nicht gleich angesprungen und neugierig gemacht. Allerdings hatte ich im Vorfeld so viele Lobeshymnen darauf gelesen, dass ich dann doch neugierig darauf war. Zeitreisen sind zum Glück ein Thema, mit dem man mich durchaus noch begeistern kann, wenn es gut gemacht ist.
Leider erwischte mich schon der Anfang auf dem falschen Fuß. Ein Mädchen in einer Zelle. Das reichte für den ängstlichen Gedanken: bitte nicht schon wieder eine zerrüttete Welt, bitte nicht schon wieder eingekerkerte oder sonstwie unterdrückte Jugendliche, die für diese Welt letztlich die Kohlen aus dem Feuer holen müssen! Bedauerlicherweise musste ich mit dieser Sorge eine ganze Weile leben, denn Erklärungen, weshalb Em zB eingesperrt ist oder was sie da im Abfluss findet, bekommt man lange Zeit nicht. Das kann man zunächst nur hinnehmen, wie es ist.
Erst bei der Befreiungsaktion wurde die Geschichte für mich interessanter. Zwar ließen Erklärungen noch immer auf sich warten, aber wenigstens kam endlich Schwung in die Sache, und spannend fand ich die Aktion durchaus auch. Außerdem kommt in dieser Zeit erstmals das Thema der Zeitreisen auf den Tisch und -wie schon gesagt- das hat für mich immer seinen Reiz.
Em fand ich zwar ganz okay, aber so richtig ans Herz gewachsen ist sie mir das ganze Buch hindurch nicht. Da mochte ich Finn bedeutend lieber. Und am liebsten war mir eigentlich Marina. Ja, anfangs ist sie schon ein wenig naiv, total verliebt und vielleicht auch etwas oberflächlich in mancher Hinsicht, aber wenigstens führt sie ein relativ normales Teenagerleben. Damit komme ich immer besser zurecht als mit einer Geschichte, die nur vom Elend und irgendwelchen Problemen erzählt.
Somit wurde die Geschichte für mich nochmal interessanter als es mit den Perspektivwechseln losging. Ziemlich regelmäßig wechselt man zwischen Ems und Marinas Erlebnissen. Das bringt nach und nach obendrein noch Licht in die Rätsel, die einem die Story anfangs aufgegeben hat. Ich fand sogar, dass man sich gut zusammenreimen kannt, was in der Vergangenheit vorgefallen sein muss, dass Em und Finn nun in solcher Gefahr schweben. Und ein Stückweit kann man auch in die Zukunft sehen und knobeln, was bei Marina, James und Nate geschehen wird.
Die Kapitel in der Gegenwart geben Hinweise auf das, was vor vier Jahren vorfiel. Die Kapitel in der Vergangenheit enthalten Hinweise darauf, wie es zu Ems und Finns Situation in der Gegenwart kam.  Besonders spannend fand ich die Momente, in denen sich die Zeiten quasi berühren. Wobei so etwas grundsätzlich nichts allzu Neues ist! Spätestens seit “Zurück in die Zukunft” wissen wir ja, dass Veränderungen in der Vergangenheit zu ernsthaften Problemen in der Zukunft führen können. Nach diesem Prinzip läuft es auch in dieser Geschichte.
So gut mir dieser Teil der Geschichte gefiel, geärgert habe ich mich dabei auch einige Male. Em weiß schließlich, was auf dem Spiel steht, was sie zu tun hat, und dann vermasselt sich gleich mehrere wirklich günstige Gelegenheiten. Das Buch könnte wesentlich dünner sein, wenn sie ihr Ding gleich durchziehen würde. Da muss man mir auch nicht argumentieren, dass doch noch Gefühle im Spiel sind. In solch einer Situation und so abgebrüht wie Em sonst wirkt, passt das für mich nicht.
Das Ende der Geschichte sollte man sich in aller Ruhe vornehmen und voll und ganz bei der Sache sein, sonst steigt man nicht durch. Ich musste mich sehr konzentrieren und trotzdem habe ich manches doppelt lesen und mir nochmal selber erklären müssen um es zu durchblicken. Ich frage mich, ob die Leser der anvisierten Altersgruppe ab 14 Jahren damit gut zurechtkommen. Da habe ich so meine Zweifel. Eine feine Idee, gut durchdacht, ohne Zweifel, aber schon sehr komplex und teilweise verwirrend.

Ich habe ein paar Abende für “Zeitsplitter” gebraucht, was bei einem Buch mit 330 Seiten eher ungewöhnlich ist, aber es ist eben auch keine leichte Kost, wie man sie von einem Jugendbuch erwartet. Es liest sich flüssig und gut, aber die erklärenden und beschreibenden Passagen fordern Zeit für sich ein. Glücklicherweise gibt es auch viele Dialoge. Das lockert auf.

Das Cover mochte ich von Anfang an. Nachdem ich nun die Geschichte kenne, finde ich es auch sehr passend mit dem quasi gespiegelten Mädchen. Der zersplitternde Kreis wird dem Titel gerecht und die Farben ließen für mich auf Anhieb ahnen, dass sich zwischen den Deckeln eine Fatasystory verbirgt.

Fazit: Der Anfang fiel mir schwer, weil ich überhaupt nicht schlau aus dem wurde, was ich las. Die Befreiung und das Geschehen danach fand ich dagegen interessant und spannend. Vor allem, wie sich die beiden Zeitebenen allmählich aufeinander zu bewegen und gelegentlich berühren. Deshalb konnte ich darüber hinwegsehen, dass Em sich einige Male einfach nur gefühlsduselig und deppert anstellte. Beim Ende ist unbedingte Aufmerksamkeit erforderlich, sonst steigt man nicht durch. Die große Begeisterung teile ich also nur in Maßen, aber die Fortsetzung werde ich dennoch auf jeden Fall lesen.

Vielen Dank an den Boje Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Zeitsplitter (01) – Die Jägerin
Autor: Cristin Terrill
Seiten: 330
Verlag: Bastei Lübbe / Boje
ISBN: 978-3-414-82390-8
Preis: 14,99 (HC)

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TimeRiders (01) – Wächter der Zeit (Alex Scarrow)

Liam O’Connor hätte 1912 an Bord der Titanic sterben sollen.
Maddy Carter 2010 in einem Flugzeug über Amerika.
Saleena Vikram 2026 bei einem Brand in Mumbai.
Doch Sekunden vor dem Tod der drei taucht ein mysteriöser Mann auf und reicht ihnen die Hand – und nun sind sie Agenten einer streng geheimen Organisation, die nur eine Aufgabe hat: die Welt vor der Zerstörung durch Zeitreisende zu schützen. Schon der erste Auftrag bringt das Team in große Gefahr. Liam, Maddy und Sal müssen sich bewähren und das gegen einen mächtigen Gegner. Sein Ziel: die Weltherrschaft!

Was wäre, wenn man  in der Zeit zurückreisen und in der Vergangenheit Veränderungen vornehmen könnte bzw würde? Genau: das gesamte Raum-Zeit-Kontinuum käme durcheinander, was unsagbare Katastrophen für die eigentliche Gegenwart zur Folge hätte. Das hat uns schon Doc Brown gelehrt! 😉
Um dies zu verhindern, gibt es die “TimeRiders”. Ein Gruppe Teenager unterschiedlichen Alters und Herkunft. Sobald deutlich wird, dass andere Zeitreisende die Vergangenheit manipuliert haben, gehen sie ans Werk: Hackerin Maddy, Sal, die Beobachterin und Liam, der zeitreisende Agent. Außerdem ein an den Terminator erinnernder Klon namens Bob, der Liam begleitet. Klingt nach Science Fiction? Ist es auch! Da hat Autor Alex Scarrow aus dem Vollen geschöpft! Das hat mir die Geschichte erstmal auf Anhieb sympathisch gemacht, denn sowas mag ich.
Mir hat auch der fast kapitelweise Wechsel des Schauplatzes und der Zeit gefallen. Mal ist man mit Maddy, Sal und ihrem Mentor Foster im New Yorker Hauptquartier im Jahre 2001, mal mit Liam und Bob auf Mission in der Vergangenheit um die 1940er / 50er-Jahre oder zu dieser Zeit bei ihren Widersachers. Sobald diese eine Veränderung in dieser Zeit vornehmen, bekommt es die Zentrale zu spüren und kann ihre beiden Agenten in Marsch setzen, oder -wenn sie bereits unterwegs sind- Verbindung aufnehmen.
So ist dieser Wechsel nicht nur an sich interessant und abwechslungsreich, sondern sorgt gleich auf mehreren Ebenen für Spannung. Egal, wo und in welcher Zeit etwas geschieht, es hat auf alle anderen Zeiten und Orte direkte Auswirkungen.
Mir hat speziell das nach einer Atomkatastrophe apokalyptische New York gefallen. Eine fast tote Stadt, in der nur noch Sal Maddy und Foster als Menschen leben. Stattdessen ist die Stadt bevölkert von zombieartigen Kreaturen, die ihnen nach dem frischen Fleisch trachten. Das ist finster, das ist gruselig und hochspannend, genau mein Fall!
Weniger begeistert haben mich die Kapitel mit Bob und Liam in der Zeit um 1953, wo ihre Gegner Machtpositionen erlangt haben, oder um 1941, als sie den Grundstein dafür legen und Hitlers “Adlernest” stürmen. Geschichte war nie mein Fall und wird es wohl auch nie sein. Als entsprechend zäh und langatmig habe ich diese Kapitel empfunden. Zu viele, zu ausführliche Schilderungen von Kämpfen, Gefangenenlagern etc. Eben alles, was mich an das Thema erinnert, das mir in meiner Schullaufbahn dreimal begegnete. Eine der effektivsten Methoden, mich zu langweilen.
Da reiß es auch nichts raus, dass in diesen Kapiteln Bob mit Waffen und übermenschlicher Körperkraft für Action und so manches Blutbad sorgt. In diesem Zusammenhang möchte ich anmerken, dass ich die Altersempfehlung (auf amazon) “ab 12 Jahren” gewagt finde, und sowas sage ich selten!
“TimeRiders” als PC- / Konsolenspiel würde sicher nicht unter einer FSK 16 erscheinen. Ein Gedanke übrigens, der gar nicht so abwegig ist, denn die Story hat alles für ein solches Spiel in petto!

Dadurch, dass ich Bobs und Liams Kapitel als zäh, langatmig und oft auch langweilig empfunden habe, habe ich mehr als eine Woche für das Buch gebraucht. Für meine Verhältnisse also lange. Auch die recht kurzen Kapitel -was ich sonst gerne mag- haben mich nicht anspornen können. Zu oft war da der Gedanke “nein, nicht noch eines von der Sorte mit Bob und Liam!”. Wer dieses Problem nicht hat, für den dürfte sich “TimeRiders” geradezu rasant lesen.

Für das Cover gibt es in meinen Augen nur eine Bezeichnung: richtig cool! Da kann man auch mehrmals hinschauen und entdeckt jedes Mal etwas Neues. Sei es das Uhrwerk hinter dem Schriftzug, die Zeitleiste darunter, die Jahreszahlen, die die TimeRiders umgeben. Das ist aufwendig und sieht durch die Lichtspielereien richtig schön futuristisch und nach SF aus.

Fazit: “TimeRiders” ist an sich ein rundum gelungener Science Fiction-Thriller für ältere (!) Jugendliche. Phantastisch, spannend, rasant und mit einem ausgeklügelten Plot. Hat man -im Gegensatz zu mir ;)- keine “Allergie” gegen Geschichte, kommt man als Fan solcher Stories hier voll auf seine Kosten. Ich weiß noch nicht, ob ich an der Serie dranbleibe. Band 2 führt die TimeRiders zurück in die Zeit der Dinosaurier, die eigentlich auch nicht mein Ding ist. Aber vielleicht ist die Neugier doch stärker? 😉


Titel: TimeRiders (01) – Wächter der Zeit
Autor: Alex Scarrow
Seiten: 464
Verlag: Thienemann Verlag
ISBN: 978-3522201346
Preis: € 12,95 (Broschiert)

Rezension – Du weißt, wo du mich findest (Rebecca Stead)

Die 12-jährige Miranda führt ein scheinbar völlig normales Leben – Schulstress, schlimmste Feindin und Patchworkfamily inklusive. Bis, ja bis ihr bester Freund Sal ihr eines Tages einfach die Freundschaft kündigt. Denn von da an überschlagen sich die Ereignisse: Plötzlich erhält Miranda mysteriöse Botschaften, die sie vor einem tragischen Todesfall warnen – den nur sie verhindern kann! Doch wer ist derjenige, den sie schützen soll? Und warum kennt der unbekannte Schreiber nicht nur ihre Vergangenheit, sondern offensichtlich auch ihre Zukunft? Für Miranda beginnt ein atemloser Wettlauf gegen die Zeit, denn sie hält das Schicksal eines Freundes in Händen …

Hätte ich diese Rezension direkt nach dem Lesen geschrieben, hätte ich im ersten Satz zugeben müssen, so gut wie nichts von der Geschichte verstanden zu haben.
Dieser Eindruck legte sich erst, nachdem ich noch einige Zeit über die Geschichte nachgedacht hatte. Nachdem ich anhand des Ende die vorangegangenen Ereignisse noch einmal überdacht hatte. Erst in dem Moment ergab sich für mich eine Schlüssigkeit. Und ja, ich muss zugeben, dass Rebeccy Stead eine ungewöhnliche und sehr gut aufgebaute Geschichte erdacht hat. Das zentrale Thema hier ist die Zeit. Wie sie funktioniert, ob man sie beeinflussen kann, welche Auswirkungen sie auf unser Leben hat und was möglich wäre, wenn man Zeitreisen unternehmen könnte. Das ist kein leichtes und auch kein einfaches Thema. Wie man an diesem Buch sieht, noch nicht einmal, wenn es für junge Leser aufbereitet wird.
Trotzdem bleibt es dabei, dass mich “Du weißt, wo du mich findest” enttäuscht hat. Nach dem Klappentext hatte ich mich auf einen spannenden Kinder- bzw Jugendkrimi eingestellt und gefreut. Ich finde, genau danach klingt er! Nach einer tiefgründigen Geschichte um das Phänomen Zeit klingt er mit keiner Zeile.
Zunächst gab es keinen Anlass, wieso ich diese Erwartung hätte aufgeben sollen. Die Briefe an Miranda sind durchaus mysteriös und auch die Frage, an wen Miranda selber den Brief schreibt, der diese Geschichte ist, war spannend. Doch spannende und mysteriöse Dinge sind nur so lange spannend und mysteriös, wie man ihnen nachgeht. Doch das tat Miranda in meinen Augen gar nicht. Jedenfalls nicht sonderlich intensiv. Stattdessen begleitet man sie in ihrem Alltag mit allem was dazu gehört, von der zusammengewürfelten Familie, über ihre Freundschaften und Ansätze einer ersten Liebe.
Ich habe nichts gegen Geschichten, die sich um diese Themen drehen, ganz sicher nicht! Aber doch nicht, wenn offenkundig ist, dass etwas ganz anderes das zentrale Thema ist und so viele Fragen offen sind wie in diesem Fall! Jedenfalls hatte ich nicht den Eindruck als käme die Geschichte in dieser Hinsicht voran. Ein überraschendes Ende ist etwas Feines, aber es schadet sicher auch nicht, dem Leser auf dem Weg dorthin schon die eine oder andere Antwort oder zumindest eine Andeutung an die Hand zu geben, mit der er arbeiten kann, mit der er für sich Vermutungen anstellen kann. Ich wusste bis zum Schluss nicht, wohin diese “Reise” führen würde, und darüber kann mich auch kein noch so tiefgründiges und vielschichtiges Ende hinwegtrösten.
Hinzu kommt , dass ich mit dem Erzählstil nicht warm wurde. Miranda ist 12 Jahre alt und meistens erzählt sie auch genau so wie ich es von einem Teenager dieses Alters erwarten würde. Würde diese Erzählweise durchweg gehalten, wäre alles in bester Ordnung. Vielleicht wäre es dann sogar möglich gewesen, schon vor dem Ende zu erahnen, um was es eigentlich geht. Aber immer wieder streut Miranda Aussagen ein, die so erwachsen und fast philisophisch wirken, wie sie niemals von einer normalen 12jährigen kommen würden. Das gleiche gilt für einige ihrer Freunde. Auch da sind einige dabei, die sich mit ihren Überlegungen und ihrer Audrucksweise bei einer philosophischen Debatte nicht hinter den Erwachsenen verstecken müssten. Das ist solch ein Kontrast in der Erzählweise, dass ich darüber mehrfach gestolpert bin und aus dem Fluss kam. Und natürlich stand dabei auch die Frage im Raum: warum überhaupt?
So etwas macht eine Geschichte nicht gerade verständlicher!

Damit habe ich was die Lesbarkeit des Buches angeht schon etwas vorweggenommen. Ich habe das Buch zwar an einem Abend ausgelesen, aber mit 240 Seiten in relativ großer Schrift ist es nicht gerade dick. Ich habe aber bedeutend länger dafür gebraucht als ich dachte. Eben weil ich oft Pausen gemacht, Szenen noch mal gelesen und zurückgeblättert habe auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, um was es eigentlich geht. Und halt auch, weil es mir durch diesen kontrastreichen Erzählstil holprig zu lesen vorkam.

Optisch habe ich dem Buch nichts vorzuwerfen. Mit dem überwiegend roten Look ist es im Regal sehr auffällig. Mit dem Origamifrosch ist eine wichtiges Element der Geschichte mit abgebildet, und die rot beschuhten und schwarz-weiß bestrumpften Füße kann man gut Miranda zuordnen. Jedenfalls wenn man die Story kennt.

Fazit: Zweifellos eine intelligente und für ein Kinder- bzw Jugendbuch außergewöhnliche Geschichte. Ich frage mich allerdings, ob die angepeilte Altersgruppe ab 11 Jahren die Handlung bereits vor dem Ende erfassen und begreifen kann, wenn ich als erwachsener Leser das noch nicht einmal nach dem Ende in Gänze geschafft habe. Man darf jedenfalls auf keinen Fall auf den Klappentext hereinfallen, denn der gaukelt -in meinen Augen- eine ganz andere Art der Geschichte vor.


Titel: Du weißt, wo du mich findest
Autor: Rebecca Stead
Seiten: 240
Verlag: cbj
ISBN: 978-3570139066
Preis: € 14,99 (HC)

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