Zug

Die drei ??? (189) – Der unsichtbare Passagier

Titel: Die drei ??? (189) – Der unsichtbare Passagier / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 65 min / Sprecher:  Oliver Rohrbeck, Claus Wilcke, Eckart Dux, Svenja Pages, Ingeborg Kallweit ua

Inhalt: Justus, Peter und Bob steht ein tolles Abenteuer bevor: Eine Zugfahrt mit dem Coast Imperial, dem berühmten Luxuszug! Doch kurz nach Fahrtbeginn verschwindet einer der Mitreisenden spurlos. Handelt es sich um eine Entführung? Die drei ??? nehmen die Fährte auf, in dem Wissen, dass ihnen nicht viel Zeit bleibt. Denn der nächste Bahnhof wäre die perfekte Fluchtmöglichkeit.


Wer ab und zu hier mal liest, der weiß vielleicht schon, dass ich eine Vorliebe für Geschichten habe, die mit vergleichsweise wenigen Figuren und auf beschränktem Raum auskommen. Schon alleine deshalb hatte diese neue Folge bei mir sofort einen Stein im Brett. Ich mag es eben einfach übersichtlich ohne viele Ortswechsel und zig Charaktere. So wie hier im Zug. So bleibt man unabgelenkt und behält stets einen Überblick. Das erleichtert mir das Miträtseln immer ungemein. Hier hat es so wirklich viel Spass gemacht.
Zudem hat dieser Schauplatz einfach seinen ganz eigenen, speziellen Charme. Irgendwie wunderbar klassisch, und das kommt hier auch sehr gut rüber. Man fühlt sich sofort in den Zug versetzt und das leicht altmodische Flair kommt auch einwandfrei rüber.
Der Fall selber ist ganz spannend und gibt zunächst wirklich Rätsel auf. Die drei Freunde gehen der Sache auf den Grund und ermitteln wunderbar “altmodisch” (und das ist ganz positiv gemeint) mit Durchsuchungen, Nachlesen im Lexikon usw Nichts andere hätte sonst auch an diesen Ort gepasst.
Dazu gibt es noch die eine oder andere witzige Einlage, und mal Schmunzeln zu können, das mag ich auch immer sehr gerne.

Neben den drei Hauptsprechern, die in gewohnt guter Form sind, hat sich für mich hier besonders Eckart Dux als Mr. Arbuthnott hervorgetan. Er lässt diese Figur im genau richtigen Maße kauzig rüberkommen, aber eben auch ausgesprochen sympathisch. Claus Wilcke hat mir ein wirklich gutes Bild von Mr. Whitty vermittelt, dem ich nicht so gerne über den Weg laufen wollen würde.

Die Musik passt sich dem klassischen Stil der Geschichte und dem Schauplatz mit älteren Stücken tadellos an. Hier hätten moderne Klänge einfach alles nur kaputt gemacht. Ich habe mich gefreut, dass man so sehr darauf geachtet hat.

Das Cover verrät sofort, dass sich der unsichtbare Passagier in einem Zug herumtreibt. Es wirkt schön düster und der leuchtende Grün bildet einen tollen Kontrast dazu.

Fazit:  Mir hat diese Folge sehr gut gefallen! Eine spannende und klassisch anmutende Story, ein stilvoller Schauplatz und ein unterhaltsamer Fall, bei dem es sich gut miträtseln lässt.

Fünf Freunde (123) – …und der Zug im Dunkeln

Titel: Fünf Freunde (123) – …und der Zug im Dunkeln / Verlag: Europa / Spielzeit: ca. 57 min / Sprecher:  Maud Ackermann, Achim Buch, Eric Schäffler, Patrick Mölleken, Kostja Ullmann ua

Inhalt: Julian wurde von einem Mitschüler nach Frankreich eingeladen und nimmt seine besten Freunde natürlich mit auf die Reise. Die Fünf steigen in einen Zug, der durch einen Tunnel unter dem Meer nach Frankreich fährt. Doch dann bleibt der Zug im Tunnel stehen und das Licht geht aus. Eine ganz normale Panne? Warum ist plötzlich ein Fahrgast verschwunden? Die besorgten Freunde beginnen nach ihm zu suchen und obwohl es im Zug stockfinster ist, geraten sie auf eine ganz heiße Spur.


Im Gegensatz zu den meisten anderen Folgen dieser Reihe spielt dieses neue Abenteuer mal nicht in Kirrin oder Kirrins Umgebung, sondern in einem Zug, der die Freunde zu einem Schulfreund von Julian nach Frankreich bringen soll. Alleine die Fahrt unter dem Meer hindurch hat schon etwas Aufregendes an sich und man spürt auch selber beim Hören die kribbelende Vorfreude der Kinder. So ist man schon einmal gut eingestimmt auf das weitere Geschehen.
Auch die Dunkelheit nach dem Ausfall des Stroms hat zunächst natürlich etwas Unheimliches an sich, allerdings denke ich, dass man das ruhig noch etwas intensiver hätte ausfallen lassen können. Oftmals wirkte das Geschehen anschließend eher chaotisch auf mich, statt spannend. Und auch aus der Situation (eingesperrt in den Zug, im Dunkeln, unter dem Meer, gemeinsam mit nur wenigen Menschen) hätte man rein von der Atmosphäre her noch etwas mehr machen können. Würde es nicht häufig erwähnt, könnte man einiges davon zwischendurch glatt mal vergessen, und das fand ich schade. Die Situation gibt so viel her und insgesamt wird nicht so viel daraus gemacht, wie wohl möglich gewesen wäre.
Der Fall an sich ist aber dennoch ganz spannend, immerhin geht es um echtes Gold und selbst Dick gerät unter Verdacht. Da lauscht man durchaus gespannt. Und als dann später noch welche der Freunde von den Gaunern eingesperrt werden, dürfen sie einmal mehr beweisen, dass sie auch getrennt ein unschlagbares Team sind.

Bei einem Blick auf die Sprecherliste wird einem schwindelig. Aber hier ist auch wirklich jede noch so kleine Rolle aufgeführt. Ansonsten wäre das auch nichts für mich, wo ich ab einer gewissen Anzahl Sprecher schlicht überfordert bin. Schön fand ich es, mal Julians Eltern zu hören. Gesprochen werden sie von Achim Buch und Antje Birnbaum, die beide durch und durch sympathisch klingen lassen. Reent Reins ist als Mason zu hören und sein Ton lässt einen auf Anhieb zweifeln, ob man dieser Figur trauen kann. Ach und übrigens: Oliver Rotermann als Zollbeamter? Euer Ernst, Europa?

Hier und da setzen lautere Geräusche Akzente, ansonsten zeigt sich die Folge musikalisch eher zurückhaltend. An spannenden Stellen sorgt das für die entsprechende Stimmung. Die Geräuschkulisse geht in Ordnung, das gibt es nichts zu beanstanden.

Ich finde ja, dem Covermotiv nach könnte man auch denken, der Zug führe durch einen Dschungel. Von dem neuen Fall verrät das Motiv ebenfalls kaum etwas. Man kann sich höchstens fragen, was die Freunde überhaupt in einem Zug machen, wo man sie sonst doch eher auf Booten antrifft.

Fazit:  Durchaus ein ganz spannender Fall, aber aus dem Setting hätte man rein von der Atmosphäre noch mehr herausholen können, denke ich. Selbst für ein Kinderhörspiel. Das fand ich ein bisschen schade.

Girl on the train (Paula Hawkins)

girltrainJeden Morgen pendelt Rachel mit dem Zug in die Stadt, und jeden Morgen hält der Zug an der gleichen Stelle auf der Strecke an. Rachel blickt in die Gärten der umliegenden Häuser, beobachtet ihre Bewohner. Oft sieht sie ein junges Paar: Jess und Jason nennt Rachel die beiden. Sie führen – wie es scheint – ein perfektes Leben. Ein Leben, wie Rachel es sich wünscht.Eines Tages beobachtet sie etwas Schockierendes. Kurz darauf liest sie in der Zeitung vom Verschwinden einer Frau – daneben ein Foto von »Jess«. Rachel meldet ihre Beobachtung der Polizei und verstrickt sich damit unentrinnbar in die folgenden Ereignisse.

Dieses Buch war eine Zufallsentdeckung und ich war sofort skeptisch, weil das Cover nicht verriet, um welches Genre es sich handelt. Dem Klappentext nach könnte es in Richtung Thriller gehen, daher habe ich ihm eine Chance gegeben. Ich hätte auf mein Bauchgefühl hören sollen.
Ich weiß, das Buch ist neu und gerade vielerorts schwer angesagt und bekommt die tollsten Bewertungen. Dem kann ich mich leider nicht anschließen.
Die Geschichte stand schon deshalb für mich nicht unter einem gutem Stern, weil es schlappe 80 Seiten dauert, ehe es mal interessant wird bzw zum Kern der Handlung vorgedrungen wird. Und diese schlappen 80 Seiten sind gefüllt mit so viel Blabla, dass ich versucht war, ganze Absätze zu überspringen. Erinerungen an Rachels früheres Leben mit durchaus selbstkritische Momenten, dann eine geradezu kindische Besessenheit von zwei eigentlich total Fremden Menschen, und -was mich am meisten störte- immer wieder Sauferei bis hin zum Filmriss. Ich bin kein totaler Alkoholgegner, aber so etwas brauche ich nicht. Mir liegen solch versoffene Hauptpersonen gar nicht, und es hat mich tierisch genervt, dass Rachel wider besseren Wissens immer wieder dazu greift. Wenn sie nüchtern ist, ist sie alles andere als dumm. Sie weiß sogar, dass ein Besuch bei den Anonymen Alkoholikern anstände, sie weiß, dass sie zuviel trinkt, und tut…nichts! Sie versucht es nicht einmal! Nicht mal, als sie erkennt, dass der Alkohol offenbar daran Schuld ist, dass sie angesichts der Ereignisse so in Schwierigkeiten gerät. Man sollte doch meinen, dass so etwas einen erwachsenen Menschen aufrüttelt!  Dass es diesen einen Filmriss für die Handlung braucht, das sehe ich ein. Aber die Handlung braucht es sicher nicht, dass Rachel sich alle drei Seiten Bier, Wein oder Gin Tonic hinter die Binde kippt!
Wenn mir eine Hauptfigur nicht zusagt, dann hat es ein Buch einfach schwer. Da fand ich die übrigen Charaktere weit interessanter und ich habe lange gegrübelt, wie sie in Verbindung stehen könnten. So richtig gemocht habe ich sie aber durchweg auch nicht. Und das brauche ich: ich brauche zumindest eine Figur, die ich gerne treffe. Hier hat mich lediglich die Neugier zu ihnen getrieben.
Und diese Neugier hat mich dann letztlich doch bei der Stange gehalten. Ich wollte wissen, wie das ganze Geschehen zusammenhängt. Da habe ich sogar versucht, ein bisschen mitzuknobeln. Das wäre einfacher gewesen und hätte sicher auch für Spannung gesorgt, wenn nicht auch in diesem Teil so viel Blabla und Suff vorhanden wäre. So zerstreute sich für mich der Fall um Rachels Entdeckung und ihren verhängnisvollen Filmriss immer wieder und hinterließ kein griffiges Bild. Auch zu diesem Zeitpunkt habe ich gemerkt, dass ich immer wieder in Versuchung war, Passagen und Absätze zu überspringen.
Die Auflösung ging für mich in Ordnung. Sie kam überraschend, konnte aber dennoch vom Logischen her überzeugen. Ein feiner Dreh, den man aber auch aus anderen Krimis und Thrillern kennt. Und zum ersten Mal während des Lesens kam auch ein Hauch Spannung bei mir auf, weil man während des Endes an mancher Stelle nicht sicher sagen kann, wer gerade falsch spielt.

Ich habe drei Abende für das Buch gebraucht und mich jeden Abend neu motivieren müssen. Die Kapitel aus Rachels Sicht -und das sind die meisten- lasen sich für mich durch diese Schwafelei mordsmäßig anstrengend. Rachel hat an sich einen prima Erzählstil, flüssig, lebendig und anschaulich. Aber gewisse Dinge schildert sie in meinen Augen viel zu ausführlich. Gewisse Dinge, die dieser Ausführlichkeit nicht bedürfen. Megans und Annas Kapitel dagegen lasen sich für mich erheblich leichter. In erster Linie, weil sie nicht so ausführlich daherkommen.

Das Cover gefällt mir noch immer. Es war wohl auch einer der wesentlichen Gründe, wieso ich dem Buch eine Chance gegeben habe. Mir gefällt die Darstellung des vorbeirasenden Zugs. Das passt gut zum Titel und es ist ein Hingucker.

Fazit:  Die Hauptfigur hier war überhaupt nicht nach meinem Geschmack. Mit ihr wurde ich das ganze Buch hindurch nicht warm. Durch viel -für mich- unnötiges Geschwafel geriet der eigentliche Fall immer wieder in den Hintergrund, wodurch sich kein griffiges Bild ergab und keine Spannung aufkam. Erst ganz zum Ende hin änderte sich das für eine kurze Weile, doch das konnte für mich den Karren auch nicht mehr aus dem Dreck ziehen. Die allgemeine Begeisterung über die Geschichte kann ich leider nicht teilen.

Lego City (04) Zug – Alarm im Lego City Express

Titel: Lego City (04) Zug – Alarm im Lego City Express / Verlag: Universum / Spielzeit: ca. 50 min / Sprecher: Flemming Stein, Patrick Bach, Uwe Hügle, Stefanie Kirchberger, Douglas Welbat ua.

Inhalt: Eine Gangsterbande im LEGO City Express hält die Passagiere in Schach. Aber wollen die Bösewichte wirklich nur Geld oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Haben sie es vielleicht auf die geheimnisvolle Dame abgesehen, die von Kommissar Funkel und seinen Kollegen bewacht wird? Und was haben die beiden Punk-Musiker mit der Sache zu tun? Ein kniffeliger Fall für unseren Nachwuchsreporter Reporter Max und Eddie Dix von den LEGO City News, die natürlich mal wieder mitten drin stecken.


Mit dieser Folge wartet nun schon das vierte Abenteuer auf Reporter Eddie Dix, seinen Nachwuchsreporter Max und selbstverständlich auch Kommissar Funkel. Und das hat es in sich. Denn im Zug lauert nicht nur ein Verbrecher und zudem wird hier ein wertvolles Mosaik transportiert, auf das es die eine Verbrecher-Truppe abgesehen hat. Mir hat diese Folge wirklich sehr gut gefallen. Einmal natürlich -dafür habe ich eben ein Faible- weil die Handlung auf begrenztem Raum spielt, das verleiht immer noch mal zusätzlich eine gewisse Spannung. Aber auch, weil der Kommissar und die beiden Reporter hier wirklich gut zusammenarbeiten. Natürlich immer auch mit dem einen oder anderen flotten Spruchauf den Lippen, so dass man auch mal lachen kann. Und sogar ein wenig Action wird geboten. Die Mischung passt einfach, und die Handlung hält das Tempo, das der Lego City Express auf der Schiene vorlegt.

An den Sprechern gibt es wie bei allen bisherigen Folgen nichts auszusetzen. Patrick Bach, Flemming Stein und Uwe Hügle geben ein prima Ermittler-Trio ab, bei dem alle mit hörbarem Spass und Elan bei der Sache sind. Und auch in den Nebenrollen ist mit Sprechern wie ua Stefanie Kirchberger, Douglas Welbat und Christian Stark alles im grünen Bereich. Speziell über Stefanie Kirchberger freue ich mich bei jeder Folge aufs Neue und es ist schön, dass sie so regelmäßig mitmischt.

Die Untermalung kann sich ebenfalls wieder hören lassen. Die Musikstücke fügen sich gut ein und sorgen für die nötige Atmosphäre und die Geräusche vernaschaulichen gut die Handlung. Das Titellied bleibt einem nach dem Hören ebenfalls noch eine Weile im Ohr.

Das Cover zeigt sich wie gewohnt schön bunt, wobei mir der Hintergrund immer noch zu wenig detailreich ist. Dafür lässt der Zug und die Legomännchen darauf gut auf den Schwung der Geschichte schließen. Reporter Eddie Dix mit seinem Mikro und Kommissar Funkel mit dem unvermeidlichen Notizblock im Vordergrund machen einen vergnügten Eindruck und lassen so auch auf eine Menge Spass hoffen.

Fazit: Mir hat “Alarm im Lego City Express” sehr gut gefallen. Spannend, actionreich und angereichert mit so manch frechem Spruch. Wenn schon Hörspielserien zu Spielzeugreihen, dann bitte so!

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