Zukunft

Die Zeitmaschine ( 2 / 2 )

Titel: Die Zeitmaschine ( 2 / 2 ) / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 59 min / Sprecher: Hans-Georg Panczak, Udo Schenk, Reinhard Kuhnert ua

Inhalt: Die folgenreiche Hörspieladaption von H.G. WELLS Die Zeitmaschine ist ein zweiteiliges Hörspielerlebnis der besonderen Art. Nie wurde die packende Geschichte um einen Mann, der in eine ferne Zukunft reist und dort das Grauen erlebt, aufwendiger inszeniert. Mit herausragenden „Hollywood-Stimmen“, einem phantastischen Sounddesign und filmreifer Musik wird Wells visionäres Werk zum Kopfkino.


Und da kommt auch schon Teil 2 der “Zeitmaschine”. Nachdem der Zeitreisende Jack im ersten Teil noch eher kleinere Abenteuer erlebt und nur einen ersten Blick in das verhängnisvolle Jahre in ferner- ferner Zukunft geworfen hat, wird dieser hier nun vertieft.
Nachwievor war ich der Meinung, dieses Jahr sei zwar nicht ganz ohne Fehler, aber zumindest auch nicht absolut menschenfeindlich und finster.
Dieser Eindruck änderte sich in diesem zweiten Teil dann aber schnell und sehr gründlich. Diese augenscheinlich so rosarote Welt voller naiver Menschen hat gewaltige Schattenseiten. Und die lernt Jack auf seiner Suche nach der Zeitmaschine und einem Weg zurück in seine Zeit ausgiebig kennen. Dabei tastet sich die Geschichte langsam und vorsichtig an das Kernproblem heran, wodurch der Schrecken hinterher umso größer ist. Bei einigen von Jacks Entdeckungen bekommt man wahrlich eine Gänsehaut, andere sind auf verrückte Art faszinierend, wieder andere sind vor dem grausigen Hintergrund einfach nur rührend anzuhören.  Und es ist spannend anzuhören, wie sich Jack und Weena durch all diese Situationen hindurchkämpfen.
Gleichzeitig weiß man nicht so recht, worauf man hoffen soll. Dass Jack zurückreisen kann? Dass er in der Zukunft bei Weena und ihrem Volk bleibt und ihnen hilft? Beides ist für eine ganze Weile gut denkbar und man ist gespannt, wohin die Handlung kippen wird. Dass Jack noch einmal in seine Zeit zurückkehrt, das ist klar. Immerhin erzählt er seinen Freunden ja von seinem Abenteuer. Aber danach?
Diese Frage lässt dann auch das Ende schließlich offen, wodurch man noch eine Weile über die Geschichte nachdenkt.

Mit Luisa Wietzorek hat man für die Rolle der Weena eine sehr gute Wahl getroffen. Sie kriegt den Balanceakt zwischen einem noch sehr kindlichen Mädchen und einer jungen Frau wunderbar hin. Auch Hans-Georg Panczak versteht es wieder darin zu überzeugen, Jacks Gefühlslagen in dieser Ausnahmesituation glaubhaft an den Hörer zu bringen.

Wie schon in Teil 1 zeigt sich die Musik hier eher zurückhaltend, aber doch sehr abwechslungsreich. Mal sind ruhige, atmosphärische Stücke zu hören, dann wieder wird die Untermalung unruhige, wenn es in einer Szene dramatisch zugeht. Es gibt ein, zwei Schreckmomente und sie sind klanglich auch genauso umgesetzt, sodass man hier schnell mal zusammenzuckt. Das ist top gemacht!

Auf dem Cover findet man das Motiv der Uhr wieder, das es schon auf dem Cover von Teil 1 gab. Hier allerdings bildet es mehr den Hintergrund zu dem künstlich wirkenden Gesicht. Soll das Weena sein? Vorstellen kann ich es mir. Auf jeden Fall ein augenfälliges Motiv.

Fazit: Bildete Teil 1 noch den Auftakt zur Geschichte, so legt diese hier so richtig los. Spannend, erschreckend, dramatisch, dann wieder hoffnungs- und ein bisschen gefühlvoll. Eine super gelungene Mischung mit einem Ende, bei dem man sich seinen Teil denken kann / soll / muss.

Die Zeitmaschine ( 1 / 2 )

Titel: Die Zeitmaschine ( 1 / 2 ) / Verlag: Folgenreich / Spielzeit: ca. 59 min / Sprecher: Hans-Georg Panczak, Udo Schenk, Reinhard Kuhnert ua

Inhalt: Die folgenreiche Hörspieladaption von H.G. WELLS Die Zeitmaschine ist ein zweiteiliges Hörspielerlebnis der besonderen Art. Nie wurde die packende Geschichte um einen Mann, der in eine ferne Zukunft reist und dort das Grauen erlebt, aufwendiger inszeniert. Mit herausragenden „Hollywood-Stimmen“, einem phantastischen Sounddesign und filmreifer Musik wird Wells visionäres Werk zum Kopfkino.


Bekanntlich bin ich für Klassiker nicht unbedingt zu haben. Bei Geschichten nach H.G. Wells mache ich da aber gerne eine Ausnahme, und so zog die “Zeitmaschine” auch in meinen Player ein.
Dieser erste Teil legt gewisse Grundsteine für die weitere Geschichte. So lernt man den Erfinder der Zeitmaschine (Jack) und seine Freunde und Kollegen kennen. Außerdem erfährt man etwas darüber wo und als was sie arbeiten und wie speziell Jacks Situation an der Universität ist. Das ist für das weitere Geschehen alles mehr oder weniger von Bedeutung, bringt einem aber auf jeden Fall die Figuren nahe, was ich immer wichtig finde. Ohne eine gewisse Nähe zu den Figuren kann ich nur schwer mit ihnen fühlen und mitfiebern.
Der größte Teil dieses ersten Teils befasst sich dann aber tatsächlich bereits mit der Zeitmaschine bzw zunächst um ein Miniaturmodell davon. Anhand dessen erläutert und demonstriert Jack die Funktionen und Fähigkeiten. Das alleine -speziell die Demonstration- ist schon wirklich interessant und ich habe gebannt gelauscht. Gewisse Erläuterungen sind aber auch ehrlich schwer zu fassen und zu verstehen. Da muss man Jacks Erklärung dann einfach mal Glauben schenken.
Im letzten Drittel begibt sich Jack dann selber auf Zeitreise. In ein Jahr, das noch nicht einmal nur zahlenmäßig für mich vorstellbar war. Zuvor erlebt er Abenteuer bei kleineren Zwischenstopps, was schon ganz spannend ist. Doch so richtig interessant wird es eben erst in dieser unfassbaren Zukunft. Erfreulicherweise wird diese Zukunft noch nicht sonderlich bedrohlich beschrieben. Ich habe ja gewaltig etwas gegen all die finsteren Zukunftsvisionen, die gerade so den (Hör)buchmarkt überfluten. Bis zum Ende dieses ersten Teils erlebt Jack zwar kleinere Abenteuer und die sind auch ganz interessant und irgendwie schwingt durchaus mit, dass da noch etwas Schlimmeres nachkommen wird, doch so richtig ist davon hier noch nicht viel zu spüren. Und so bin ich dem Geschehen zwar fasziniert gefolgt, aber (noch) ohne größere Sorgen um Jack. Als es für ihn dann tatsächlich übel wird, ist dieser erste Teil prompt vorbei. Ein Cliffhanger vom Feinsten!

Die Sprecherliste ist -was die wichtigsten Rollen anbetrifft- erfreulich kurz. Als Jack ist Hans-Georg Panczak zu hören und er bringt die Begeisterung und den Enthusiasmus seiner Figur absolut glaubwürdig rüber. Als er später gewissermaßen den Erzählerpart übernimmt und von seiner Zeitreise berichtet, setzt er die Stimmungen von Jack gekonnt um, sodass man als Hörer sofort mit ihm fühlt und hofft und bangt. Je nach Situation. Jacks Freund und Kollege Peter wird von Udo Schenk gesprochen und seine Stimme führt einfach immer dazu, dass ich seiner aktuellen Figur nicht traue. So war es auch hier, allerdings ohne Grund wie sich herausstellte. Es ist interessant, ihn mal bei einer Figur mit anderem Wesen zu hören. In einer kleineren Rolle ist Susanna Bonasewicz zu hören und ich muss gestehen, dass es gedauert hat bis ich sie erkannt habe. Sie klingt hier so gar nicht nach einer gewissen kleinen Hexe.

Musik ist hier ein relativ großes Thema, wobei sie überwiegend ruhige Töne anschlägt, dann und wann auch während der Dialoge im Hintergrund. Es sind futuristische Klänge zu hören, was natürlich super zur Geschichte passt. Und an einigen Stellen kommt sie auch ein bisschen düster daher, sodass man ahnt, dass die Geschichte irgendwann kippen wird von interessant zu bedrohlich. Lautere Klänge werden höchstens mal zu besonders dramatischen Momenten angeschlagen. Die Geräusche sind top, aber auch nicht gerade im Übermaß vorhanden. Genau richtig eben: so viel wie nötig, aber nicht mehr.

Die Uhr vom Cover hört man zu Beginn der Geschichte unheilvoll ticken. Und mit einer Uhr ist natürlich ein Bezug zur Zeit gegeben, wodurch das Motiv einwandfrei zur Story passt. Was es mit dem Mann auf sich hat, da darf man hier zunächst noch spekulieren.

Fazit:  Mir hat dieser erste Teil bereits super gut gefallen. Eine interessante Geschichte, die bereits hier sehr spannende Momente hat. Dazu ein faszinierendes Abenteuer und eine angenehm kleine Runde Beteiligter, in die man sich als Hörer quasi hinein begibt. Ich bin neugierig, wie es weitergeht.

Zeitsplitter – Die Jägerin (Cristin Terrill)

zeitsplitterMarina steht am Anfang: Sie ist reich, beliebt und verliebt in einen hinreißend attraktiven Jungen. Em ist am Ende: Sie ist seit Jahren auf der Flucht, seit Monaten in einer winzigen Zelle eingesperrt, wird beinahe täglich verhört. Die beiden Mädchen haben nichts gemeinsam, außer der einen Sache: Sie sind ein und dieselbe Person. Vier Jahre trennen sie. Vier Jahre, in denen die Welt an den Rand des Abgrunds gerät. Doch Em bekommt die Möglichkeit, durch eine Zeitreise die Vergangenheit zu ändern. Nur ist der Preis, den sie dafür zahlen muss, schrecklich.

Ehrlich zugegeben, alleine anhand des Covers und des Klappentextes hätte mich dieses Buch nicht gleich angesprungen und neugierig gemacht. Allerdings hatte ich im Vorfeld so viele Lobeshymnen darauf gelesen, dass ich dann doch neugierig darauf war. Zeitreisen sind zum Glück ein Thema, mit dem man mich durchaus noch begeistern kann, wenn es gut gemacht ist.
Leider erwischte mich schon der Anfang auf dem falschen Fuß. Ein Mädchen in einer Zelle. Das reichte für den ängstlichen Gedanken: bitte nicht schon wieder eine zerrüttete Welt, bitte nicht schon wieder eingekerkerte oder sonstwie unterdrückte Jugendliche, die für diese Welt letztlich die Kohlen aus dem Feuer holen müssen! Bedauerlicherweise musste ich mit dieser Sorge eine ganze Weile leben, denn Erklärungen, weshalb Em zB eingesperrt ist oder was sie da im Abfluss findet, bekommt man lange Zeit nicht. Das kann man zunächst nur hinnehmen, wie es ist.
Erst bei der Befreiungsaktion wurde die Geschichte für mich interessanter. Zwar ließen Erklärungen noch immer auf sich warten, aber wenigstens kam endlich Schwung in die Sache, und spannend fand ich die Aktion durchaus auch. Außerdem kommt in dieser Zeit erstmals das Thema der Zeitreisen auf den Tisch und -wie schon gesagt- das hat für mich immer seinen Reiz.
Em fand ich zwar ganz okay, aber so richtig ans Herz gewachsen ist sie mir das ganze Buch hindurch nicht. Da mochte ich Finn bedeutend lieber. Und am liebsten war mir eigentlich Marina. Ja, anfangs ist sie schon ein wenig naiv, total verliebt und vielleicht auch etwas oberflächlich in mancher Hinsicht, aber wenigstens führt sie ein relativ normales Teenagerleben. Damit komme ich immer besser zurecht als mit einer Geschichte, die nur vom Elend und irgendwelchen Problemen erzählt.
Somit wurde die Geschichte für mich nochmal interessanter als es mit den Perspektivwechseln losging. Ziemlich regelmäßig wechselt man zwischen Ems und Marinas Erlebnissen. Das bringt nach und nach obendrein noch Licht in die Rätsel, die einem die Story anfangs aufgegeben hat. Ich fand sogar, dass man sich gut zusammenreimen kannt, was in der Vergangenheit vorgefallen sein muss, dass Em und Finn nun in solcher Gefahr schweben. Und ein Stückweit kann man auch in die Zukunft sehen und knobeln, was bei Marina, James und Nate geschehen wird.
Die Kapitel in der Gegenwart geben Hinweise auf das, was vor vier Jahren vorfiel. Die Kapitel in der Vergangenheit enthalten Hinweise darauf, wie es zu Ems und Finns Situation in der Gegenwart kam.  Besonders spannend fand ich die Momente, in denen sich die Zeiten quasi berühren. Wobei so etwas grundsätzlich nichts allzu Neues ist! Spätestens seit “Zurück in die Zukunft” wissen wir ja, dass Veränderungen in der Vergangenheit zu ernsthaften Problemen in der Zukunft führen können. Nach diesem Prinzip läuft es auch in dieser Geschichte.
So gut mir dieser Teil der Geschichte gefiel, geärgert habe ich mich dabei auch einige Male. Em weiß schließlich, was auf dem Spiel steht, was sie zu tun hat, und dann vermasselt sich gleich mehrere wirklich günstige Gelegenheiten. Das Buch könnte wesentlich dünner sein, wenn sie ihr Ding gleich durchziehen würde. Da muss man mir auch nicht argumentieren, dass doch noch Gefühle im Spiel sind. In solch einer Situation und so abgebrüht wie Em sonst wirkt, passt das für mich nicht.
Das Ende der Geschichte sollte man sich in aller Ruhe vornehmen und voll und ganz bei der Sache sein, sonst steigt man nicht durch. Ich musste mich sehr konzentrieren und trotzdem habe ich manches doppelt lesen und mir nochmal selber erklären müssen um es zu durchblicken. Ich frage mich, ob die Leser der anvisierten Altersgruppe ab 14 Jahren damit gut zurechtkommen. Da habe ich so meine Zweifel. Eine feine Idee, gut durchdacht, ohne Zweifel, aber schon sehr komplex und teilweise verwirrend.

Ich habe ein paar Abende für “Zeitsplitter” gebraucht, was bei einem Buch mit 330 Seiten eher ungewöhnlich ist, aber es ist eben auch keine leichte Kost, wie man sie von einem Jugendbuch erwartet. Es liest sich flüssig und gut, aber die erklärenden und beschreibenden Passagen fordern Zeit für sich ein. Glücklicherweise gibt es auch viele Dialoge. Das lockert auf.

Das Cover mochte ich von Anfang an. Nachdem ich nun die Geschichte kenne, finde ich es auch sehr passend mit dem quasi gespiegelten Mädchen. Der zersplitternde Kreis wird dem Titel gerecht und die Farben ließen für mich auf Anhieb ahnen, dass sich zwischen den Deckeln eine Fatasystory verbirgt.

Fazit: Der Anfang fiel mir schwer, weil ich überhaupt nicht schlau aus dem wurde, was ich las. Die Befreiung und das Geschehen danach fand ich dagegen interessant und spannend. Vor allem, wie sich die beiden Zeitebenen allmählich aufeinander zu bewegen und gelegentlich berühren. Deshalb konnte ich darüber hinwegsehen, dass Em sich einige Male einfach nur gefühlsduselig und deppert anstellte. Beim Ende ist unbedingte Aufmerksamkeit erforderlich, sonst steigt man nicht durch. Die große Begeisterung teile ich also nur in Maßen, aber die Fortsetzung werde ich dennoch auf jeden Fall lesen.

Vielen Dank an den Boje Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!


Titel: Zeitsplitter (01) – Die Jägerin
Autor: Cristin Terrill
Seiten: 330
Verlag: Bastei Lübbe / Boje
ISBN: 978-3-414-82390-8
Preis: 14,99 (HC)

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Vollendet (02) – Der Aufstand

vollendet02Du hast geglaubt, es ist vorbei?
Die Siegesfreude ist von kurzer Dauer:
Connor muss sich als neuer Anführer der Flüchtlinge beweisen.
Risa fürchtet, ihm keine große Hilfe zu sein.
Lev versucht, ein neues Leben zu beginnen.
Einer von ihnen wird verraten werden. Einer von ihnen wird fliehen. Einer von ihnen wird auf Cam treffen, einen Jungen, den es nicht geben darf.

Nach der Pause nach Band 1 war ich etwas in Sorge, ob ich mich sofort in Band 2 einfinden würde.
Das wird einem aber erstens durch ein Glossar zu Beginn des Buches erleichtert, das die wichtigsten Begriffe kurz erläutert.
Zweitens sind auch in diesem zweiten Teil die Kapitel mit den Namen der Figur betitelt, die darin die Hauptrolle spielt. So gab es für mich bald ein “Wiedersehen” mit bekannten Charakteren und ich erinnerte mich, welche Rolle sie bisher gespielt hatten. So fiel der Wiedereinstieg schön leicht.
Dabei war es interessant zu sehen, welche Entwicklung sie im Verlauf der Fotsetzung nehmen. Allen voran Lev, er für mich in Band 1 eine eher unauffällige Rolle spielte. In diesem zweiten Teil wird ihm dafür umso mehr Aufmerksamkeit zuteil. Es ist erstaunlich und beendruckend zu sehen, was aus ihm geworden ist. Aus diesem Jungen, der anfangs so überzeugt von der Richtigkeit seiner eigenen Opferung gewesen war.
Auch mit Connor und Risa geht eine Wandlung vor sich, die ich so nicht erwartet hätte. Dabei konnte mich vor allem Risa überraschen. Sie wurde mir aufgrund ihres Verhaltens bei einer bestimmten Begegnung allerdings kurz ganz schön unsympathisch. So überzeugt man von der eigenen Haltung auch sein mag, es hätte sicher nicht geschadet, sich die Person, die sie dabei kennenlernt, erstmal näher anzuschauen.
Es kommen aber auch einige neue Charaktere hinzu, die mich neugierig machten, in welche Richtung die das Geschehen noch beeinflussen würden. Leider sind das überwiegend Figuren, die nicht wirklich Sympathieträger sind. Deshalb sind mir einige ihrer Kapitel etwas schwer gefallen. Die Frage, die ich mir dabei die ganze Zeit gestellt habe, lautete: würde einer von ihnen den titelgebenden Aufstand letztlich auslösen?
Auf den muss man nämlich ganz schön lange warten. Zum Glück wird einem bis dahin Dank vieler anderer spannender Entwicklungen und Ideen nicht langweilig. Das brisanteste Element in diesem zweiten Band ist sicherlich Cam, der “perfekte Mensch”. Zugegeben, die Vorstellung ist sonderbar bis skurril. Trotzdem habe ich mich über die Hetze gegen ihn unheimlich aufgeregt. Er ist nun einmal da, hat ein Wesen und Gefühle, also sollte man sich mit ihm schon arrangieren. So unabsehbar war es -finde ich- außerdem nicht, dass der Wissenschaft in der Welt von “Vollendet” so etwas mal gelingen würde. In die Richtung marschiert sie dort doch schon längst! Und ehrlich gesagt, kann ich Cams Existenz alleine deshalb nicht verteufeln, weil ich in den wissenschaftlichen Errungenschaften der “Vollendet”-Menschheit durchaus Vorteile sehe.
Den Aufstand erlebt man erst ziemlich zum Ende der Geschichte. Er ist actionreich und oft ganz schön erschreckend. Wenn man sich vorstellt, dass darin hauptsächlich Jugendliche verstrickt sind, dann ist das schon grausam.
Am Ende hält man dann viele neue, aber auch noch ein paar ältere “Schnüre” der Handlung in Händen. Das macht neugierig auf den dritten Teil, den ich mir nicht entgehen lassen werde.

Obwohl das Buch mit seinen stattlichen 544 Seiten ganz schön dick ist, hatte ich es an drei Abenden ausgelesen. Es liest sich trotz des ernsten Themas und den diversen Verwicklungen wunderbar leicht. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und gelegentliche lockern Werbeanzeigen zum Thema “Wandlung” zusätzlich auf.

Das Cover ist erneut silbrig glänzend, geht aber eher ins Rötliche. So reiht es sich neben Band 1 passend ein. Das Rot verdeutlicht für mich außerdem, dass die Situation der Figuren aus der Geschichte sich zuspitzt.

Fazit: Ein spannender und interessanter Band 2, in dem bekannte Charakter überraschende Wandlungen erleben. Markante neue Figuren sorgen für zusätzlich frischen Wind und es bleibt spannend, inwieweit sie noch Einfluss auf das weitere Geschehen nehmen werden. Auch wenn ich mit gewissen Botschaften nicht einer Meinung bin, so finde ich diese Zukunftsvision doch faszinierend. Ich bin neugierig, wie es in Band 3 weitergeht.


Titel: Vollendet (02) – Der Aufstand
Autor: Neal Shusterman
Seiten: 544
Verlag: Sauerländer Verlag
ISBN: 978-3737367189
Preis: € 16,99 (HC)

Vollendet – Der Aufstand (Neal Shusterman / Jacob Weigert)

Titel: Vollendet (02) – Der Aufstand / Spielzeit: ca. 486 min, 6 CDs / Verlag: Sauerländer Audio / Buch: Neal Shusterman / gelesen von: Jacob Weigert

vollendet02Inhalt: In einer Welt, in der Organspenden System haben und Menschen als Ersatzteillieferanten ausgeschlachtet werden, behauptet sich eine Gruppe Jugendlicher gegen den Zugriff des Regimes. Eine Aussicht auf eine ruhigere und gerechtere Zukunft scheint es kaum zu geben, und so kämpfen Connor, Risa und Lev weiter um das nackte Überleben. Doch die Wissenschaft hat bereits einen neuen Trumpf in der Hand: den ersten aus fremden Organgen geschaffenen Menschen.


Diese Dystopie hat es mir durch ihr Thema besonders angetan, deshalb hat es mich sehr gefreut als der zweite Teil erschien. Er setzt die Geschichte konsequent fort. Doch ehe man die vertrauten Figuren Connor, Risa und Lev wiedertrifft, lernt man zunächst eine Handvoll neuer Charaktere kennen, die im Laufe den “Der Aufstand” wichtige Rollen spielen. Jeder für sich hat ein markantes Wesen und sorgt schnell dafür, dass man ihn mag oder eben nicht. Doch selbst eine so unsympathische Figur wie zB Starkey hat ihren Reiz. Denn man fragt sich schnell, inwieweit er die Geschichte noch beeinflussen wird und ob er evetuell sogar der Auslöser für den Aufstand aus dem Titel ist.
Connor, Risa und Lev begegnet man erst etwas später. Obwohl ich fürchtete, nach der Pause raus aus der Story zu sein, waren sie mir sofort wieder vertraut. Genau wie die neuen Figuren durchlaufen sie hier eine unverkennbare Wandlung. Es wirkt bei ihnen nur intensiver, da man sie bereits kennt. Und zumindest ich hätte es bisher nicht so eingeschätzt, dass sie sich in diese Richtung entwickeln würden. Speziell Risa hat mich dabei staunen lassen. Lev spielt in diesem zweiten Band eine wesentlichere Rolle. In ersten Teil war er für mich eine recht unauffällige Figur, doch in der Fortsetzung spielt er in seinen Kapiteln eine sehr wichtige Rolle. Und auch bei ihm habe ich mächtig gestaunt, was aus ihm geworden ist.
Am besten hat mir die Idee mit Cam gefallen. Cam, der erste Mensch, der aus fremden Organen geschaffen wurde. Zugegeben, es ist eine sonderbare bis skurrile Vorstellung, aber sie fasziniert mich auch. Zudem hat Cam mich schnell für sich eingenommen. Und da ich die allgemeine Ablehnung in der Reihe gegen die Wandlung sowieso nicht völlig teile, wurde er bald zu meinem Liebling. Risa hätte ich manchmal…aber egal. Jedenfalls bin ich froh, dass es Cam gibt. Und neugierig, wie es mit ihm weitergehen wird.
Der titelgebende Aufstand ereignet sich erst zum Ende hin. Da muss man also etwas Geduld aufbringen. Dafür entschädigt er aber auch mit ordentlich Spannung, Action und einer Reihe Momente, denen man nur mit Fassungslosigkeit folgen kann.

Jacob Weigert habe ich gerne zugehört. Es gelingt ihm gut, den verschiedenen Charakteren markante Stimmen zu verleihen, die stets auch etwas über den Charakter der Figuren aussagen. Beschreibende Passagen liest er mit recht kühlem und abgebrühten Ton, was gut zur radikalen Stimmung der Geschichte passt. So fiel es leicht, ihm auch über längere Zeit zuzuhören.

Das Hörbuch kommt in einem schicken Schuber daher, der mit dem Rot und den Tropfen hier und da zwar über die Geschichte nichts weiter aussagt, aber doch erkennen lässt, dass es auf den CDs gut zur Sache geht. Ich hätte mir gewünscht, man hätte auch beim Hörbuch irgendwo das Glossar untergebracht, das man im Buch findet. Das hätte sicher auch hier die Erinnerung nochmal aufgefrischt was bestimmte Begriffe angeht.

Fazit:  Ein spannender zweiter Teil, der neue markante Charaktere ins Rennen schickt, und in dem die aus dem ersten Teil bekannten Figuren unerwartete Entwicklungen nehmen. Der “perfekte Mensch” sorgt zusätzlich für Brisanz, und ich bin neugierig, wie es mit Cam weitergeht. Der Aufstand am Ende sorgt für atemlose Momente und verdeutlicht gut, wie es um die Jugendlichen in der Vollendet-Generation bestellt ist.

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