Death Note (01) – Mustererkennung

Titel: Death Note (01) – Mustererkennung / Verlag: Lübbe Audio / Spielzeit: ca. 53 min / Sprecher: David Turba, Marlin Wick, Fabian Holwitz ua

Inhalt: Der junge Light Yagami ist von der brutalen Welt um sich herum enttäuscht. Er möchte etwas verändern, Gerechtigkeit verbreiten und Verbrecher bestrafen. Eines Tages fällt ihm ein geheimnisvolles schwarzes Notizbuch in die Hände, das Death Note . Dort heißt es, dass jeder Mensch stirbt, dessen Namen man in dieses Buch schreibt. Gefesselt von dieser Idee, probiert Light es aus und kann schon bald nicht mehr die Finger davonlassen. Doch seine Taten bleiben nicht unbeobachtet.


“Death Note” habe ich durch den Film auf Netflix entdeckt. Den fand ich allerdings -vorsichtig gesagt- eher seltsam. Dann habe ich mir Band 1 der Mangareihe zugelegt, doch dafür gehöre ich scheinbar zur falschen Zielgruppe.
Weil ich die Idee der Geschichte aber wirklich gut und interessant finde, wollte ich den Hörspielen ebenfalls ihre Chance geben, und ich muss sagen, Folge 1 hat diese famos genutzt.
Wie gesagt, ich mag einfach die Idee mit diesem Notizbuch, in das man Namen der Leute schreiben kann, die man gerne tot sehen möchte und die dann auch tatsächlich umkommen. Das ist erstens ziemlich kaputt, also ganz nach meinem Geschmack und zweitens empfinde ich ein Notizbuch und handgeschriebene Eintragungen angenehm altmodisch inmitten unserer modernen Welt.
Ich konnte Lights Motive gut nachvollziehen, doch natürlich ahnt man schnell, dass es nicht lange gutgehen kann, wenn man Böses mit Bösem bekämpfen will. Irgendwann verschwimmt die Grenze der vermeintlichen Gerechtigkeit einfach zu sehr und man verfolgt zunehmend beunruhigt, wie Light gegen die Bösen der Welt kämpft und sich dabei um Kopf und Kragen bringt. Todesgott Ryuk an seiner Seite spricht in diesem Zusammenhang oft sehr wahre Worte, was ich als angenehm schräg empfunden habe. Sowas erwartet man von einem Todesgott nicht so wirklich.
Wie das immer so ist: der Krug geht  nur so lange zum Wasser bis er bricht.
Bald schon ist man Light auf den Fersen. Mächtige Leute haben es (verständlicherweise) auf ihn abgesehen und es spannend zu verfolgen, wie sie die kleinsten Anhaltspunkte aneinderreihen und mit welchen Tricks sie arbeiten bis sie nach und nach ein gefährlich klares Bild von dem “Mörder” zusammenbekommen. Man spürt, es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie Light erwischen werden.

Angesichts des Sprechercasts war ich etwas überrascht, denn die meisten Namen sagten mir gar nichts. Das will aber natürlich nichts heißen. Es kann schließlich nicht schaden, wenn man mal nicht nur die “üblichen Verdächtigen” antrifft. David Turba alias Light und Marlin Wick in der Rolle des Ryuk ergänzen sich sehr gut. Vor allem Marlin Wick hat mir gefallen. Er spricht zwar einen Todesgott, hat aber nicht unbedingt eine Grabesstimme aus den Tiefen der Hölle für ihn auf Lager. Tief, düster, hier und da bedrohlich, ja, aber -bisher- noch ohne großartigen Gänsehautfaktor. Man neigt glatt dazu, Ryuk trotz seines “Jobs” zu mögen. Ich jedenfalls.
David Turba gelingt es gut, die Entwicklung von Lights Charakter rüberzubringen. Anfangs den engagierten Light, der wirklich glaubt, mit dem Death Book die Welt besser machen zu können. Später dann hört man ihm deutlich an, dass er allmählich in Bedrängnis gerät und zunehmend verbissen bis verzweifelt wird.

Der Soundtrack fällt überraschend opulent aus. Viele Szenen werden musikalisch begleitet, was für Atmosphäre sorgt. Durchdringende Stücke, in die Geräusche eingebunden sind, trennen Szenen und / oder Schauplätze voneinander. Alles in allem wirkt das so passend zur Story düster und bedrohlich, ohne dass man es an irgendeiner Stelle damit übertreibt.

In das Cover war ich sofort verschossen. Ich liebe den Kontrast zwischen dem Schwarz und der blutroten Schrift. Natürlich ist Light zu sehen und zumindest dieses Cover wirkt noch sehr harmlos, macht aber trotzdem irgendwie neugierig. Ein Apfel hat schließlich schon für so manches Unheil gesorgt und ist ein gängiges Symbol für die Verführung…

Fazit:  Von allen drei “Death Note” Versionen, die ich kennengelernt habe, hat mich nur dieses Hörspiel wirklich überzeugen können. Eine spannende Geschichte, der eine sehr coole Idee zugrundeliegt. Der Sprechercast glänzt bis in die kleinste Rolle und ein stimmiger Soundtrack rundet das Bild letztlich ab.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

© 2019 Frontier Theme